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iPad-Klassen - FT Interview

1. Bei der Schulleitertagung des MINT-EC in Göttingen haben sie jüngst das Schulprojekt „Digitales Lernen und Arbeiten in den iPad-Klassen“ vorgestellt. Was ist der Vorteil am Unterricht mit iPad-Unterstützung im Vergleich zur Schulstunde am PC oder Laptop?
Christian Herbst: Die Geräte sind direkt aus der alltäglichen Erfahrungswelt unserer Jugendlichen, sehr handlich, klein und sofort betriebsbereit. Schnell können die Schüler ihre individuellen Ergebnisse -auch zu Hause- bearbeiten, teilen oder drahtlos am Beamer präsentieren. Sie lernen, wie man die allgegenwärtigen „Wischbretter“ effektiv zum Lernen und Arbeiten einsetzen kann. Ebenso schnell sind die Tablets auch wieder weggeräumt und unterstützen den Unterricht nur dann, wenn es sinnvoll ist.

2. Wie stellen Sie sicher, dass die Schüler in diesen Klassen die iPad nicht nutzen, um sich mit schulfremden Inhalten zu beschäftigen?
Christian Herbst: Mit den Schülern wurden gleich zu Beginn iPad-Regeln vereinbart. Die Geräte sind sehr gut einsehbar. Durch spezielle Apps und Internetfilter können Lehrkräfte den Zugriff der Schüler steuern und einsehen. Meist ist das gar nicht nötig, weil die Schüler sehr konzentriert, motiviert und zielorientiert arbeiten. Der Missbrauch digitaler Medien bleibt die absolute Ausnahme.

3. Was gefällt den Schülern am meisten an dem Angebot?
Christian Herbst: Die Schüler habe Freude, ihr eigenes Gerät zu nutzen. Sie lernen interaktiv und arbeiten produktiv zusammen. Lehrer können die Unterrichtsphasen abwechslungs¬reicher gestalten. Im Unterricht werden Lernvideos gedreht, Mindmaps und Präsentationen erstellt, im Internet recherchiert, Experimente beobachtet, gemessen und ausgewertet. Die Lernmaterialien entwickeln sich von der Schwarzweisskopie zum multimedialen, interaktiven Aufgabenblatt.

4. Wie haben die Schulleiter in Göttingen dieses Projekt beurteilt?
Christian Herbst: Viele Schulleiter waren sehr interessiert an unseren Erfahrungen und planen ähnliche Projekte. Mit meinem Kollegen Mirko Hammerschmidt, der vor 3 Jahren das iPad-Projekt an unserer Schule initiiert hat, konnten wir wertvolle Tipps geben. Durch unser MINT-EC-Netzwerk stehen wir bundesweit mit anderen Schulen in einem Arbeitskreis zur Nutzung mobiler Endgeräte im Austausch. Erst kürzlich hatten wir Schüler, Eltern und Kollegen eines unterfränkischen Gymnasiums zu Gast, die von unseren Erfahrungen bei der Einführung von iPad-Klassen profitieren wollen.

5. Welche anderen Projekte gibt es im Rahmen des MINT-Programms am DG? (Bitte die wichtigsten auswählen und nur kurz skizzieren)
Christian Herbst: Interessierte Schüler und Kollegen profitieren durch die Teilnahme an regionalen und überregionalen Treffen, die der MINT-EC seinen Mitgliedern kostenfrei anbietet. Von den vielfältigen Wahlangeboten unserer Schule im MINT-Bereich nenne ich mit den „MINT-Mädels aktiv“ ein Wahlfach, bei dem sich Mädchen schon in der Unterstufe von der bunten MINT-Mischung begeistern lassen und ihre Talente entdecken und entwickeln können. Wettbewerbsteilnahmen sind am DG ebenso selbstverständlich wie eine LEGO-Robotik-AG, in der Schüler spielerisch an die Programmierung echter Roboter herangeführt werden. An den MINT-Angeboten unserer Schule in der regionalen Begabtenförderung zu den Themen Biophysik, pharmazeutische Naturstoffe und Mathematik nehmen Schüler aus ganz Oberfranken teil.

6. Sind weitere neue Unterrichtsformen in Vorbereitung an Ihrer Schule?
Christian Herbst: Für digitale Bildung auch außerhalb der iPadklassen wurden ein iPad-Wagen und eine Kofferlösung angeschafft. So kann in allen Jahrgangsstufen der fachgerechte Umgang mit Mobilgeräten als selbstverständlich vermittelt werden. In Lehrerteams werden alternative Unterrichtseinheiten entwickelt, ausgetauscht und veröffentlicht (www.dgipad.de). Mit dem „DG greenlab“ wurde in Zusammenarbeit mit der Uni Bamberg ein innovatives, in deutschen Schulen einzigartiges Raumkonzept in einem Chemiesaal umgesetzt. Ein aktuelles Entwicklungsfeld ist die Ausstattung jedes Klassenraumes mit Medienpulten, damit die technische Umsetzung unserer modernen Unterrichtsformen gelingt und die Schule ideal für die Zukunft unserer Kinder gerüstet ist.



 

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