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Austausch Bamberg - Italien Teil 2: Gegenbesuch in San Bonifacio


Gruppenfoto in Sirmione am Gardasee
 
Der Gegenbesuch in San Bonifacio fand vom 25. März bis zum 01. April statt und war geprägt von herzlicher Gastfreundschaft und einem vielfältigen und kulturell reichhaltigen Programm. Einen Eindruck von den Aktivitäten während der Austauschwoche erhalten Sie durch folgende Tagesberichte unserer Schüler.
StR Mirko Hammerschmidt

Samstag und Sonntag - Zeit in den Gastfamilien
Am Samstag kamen wir gegen 16.30 Uhr an der Schule an und wurden dort von den Gastschülern empfangen. Von dort aus fuhren wir nach Hause und erholten uns von der Fahrt. Nachdem wir etwas gegessen haben, trafen wir uns abends mit ein paar Freunden und verbrachten den Abend zusammen. Am Sonntag fuhren wir mittags mit dem Zug nach Verona. Dort blieben wir den ganzen Tag, besichtigten die Stadt und aßen etwas. Abends fuhren wir dann wieder mit dem Zug nach Hause. Es war ein sehr schönes Wochenende.
Jakob Ostermann, Maxim Berdichewsky, Timo Gittel

Montag - Bologna: la rossa, la dotta, la grassa
Am Montag wurden wir vom italienischen Lehrer Professore Scartozzoni fachkundig durch die Universitätsstadt Bologna geführt, die ihren drei Attributen alle Ehre macht: La rossa („die rote“) wegen der roten Ziegel und der politischen Gesinnung - tatsächlich passierten wir eine politische Demonstration hautnah -, la dotta („die Gelehrte“) wegen der weltberühmten Universität - nicht ohne Grund war Bologna Namensgeber des Bologna-Prozesses und Ort der Bologna-Erklärung - und la grassa („die fette“) wegen des gehaltvollen Essens, insbesondere der Wurstspezialität Mortadella di Bologna. Highlights der Besichtigung waren die für die Stadt typischen Arkaden, die bombastische Basilika San Petronio, die fast demütige romanische Basilica di Santo Stefano und die hervorstechenden schiefen Türme Garisenda und Asinelli. Für technik- und motorenbegeisterte war schließlich das Ducati Werk hochinteressant, wo uns der Entstehungs- und Fertigungsprozess von Motorrädern erläutert wurde. Ein mehr als gelungener Auftakt des Austauschprogramms.
 


Bologna und das Ducati-Werk

Dienstag - Sirmione: Paene insularum ocelle
Am Dienstag haben wir um 9.00 Uhr Sirmione mit dem Bus erreicht. Schon durch die Fenster des Busses haben die funkelnden Wellen des Gardasees gesehen. Nach einem 30-minütigen Fußmarsch durch die Innenstadt von Sirmione haben wir dann die Grotten des Catull erreicht. Da die Grotte hoch auf einem Berg liegt, hatten wir eine super Aussicht und haben einige Fotos gemacht. Nachdem jeder ein Selfie gemacht hat, schlenderten wir durchs Museum. Dort konnten wir z.B. antike Werkzeuge und Gegenstände anschauen. Kurze Zeit später sind wir durch die Olivenbäume zu Catulls Haus (Grotte) gelaufen. Lustig ist die Tatsache, dass Catull niemals in diesem Haus gewohnt hat, da dieses erst nach Catulls Tod gebaut wurde. Dies und vieles Weiteres haben uns die Lehrer erklärt. Bei der schönen Aussicht haben wir dann noch ein Gruppenfoto gemacht und haben dem Gedicht von Herrn Hammerschmidt gelauscht (Catull, carmen 31 über die Heimkehr nach Sirmio). Nach einer kleinen Brotzeitpause haben wir unsere Mitschüler aus Padua getroffen (Den Bericht über die parallel zum Erasmus+ stattgefundene Padua-Exkursion können Sie ebenfalls im Jahresbericht nachlesen). Nachdem wir dann mit ihnen den Panoramaweg am Wasser entlanggelaufen sind, hatten wir eine mehrstündige Pause. Diese haben wir genutzt, um das leckere italienische Eis zu essen, die Aussicht und das schöne Wetter zu genießen und Souvenirs zu kaufen. Als Highlight des Tages haben wir dann in kleinen Gruppen eine turbulente Bootstour auf dem Gardasee gemacht. Das hat allen sehr gefallen. Nachdem jeder seine Sturmfrisur wieder gerichtet hatte, mussten wir uns von unseren Mitschülern aus Padua verabschieden und sind wieder zurück nach San Bonifacio gefahren.
Sarah Aßmann, Joana Da Costa Soares, Anna Kroll, Felicia Kroll
 

Die "Grotten des Catull" in Sirmione

Mittwoch - Ausflug in die mittelalterliche Weinstadt Soave
Nach zwei Unterrichtsstunden in italienischen Klassen am Morgen ging es mit dem Bus auf nach Soave.
Unser Ziel war das dortige Weinzentrum.
Genauer gesagt: "La Roccasveva". Hierbei handelt es sich um die größte und bekannteste Weinfabrik Soaves sowie der ganzen Umgebung. Tradition wird in diesem Unternehmen groß geschrieben. Auch heute noch lagert der Roccasveva-Wein bis zur gewünschten Reife etliche Monate, teilweise sogar Jahre, unter Tage. Um die perfekte Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Gärung zu erreichen, setzt der Betrieb nicht, wie sonst überall, auf moderne Technik, sondern ganz allein auf den Berg und dessen Eigenschaften. Für alle die nun keinen Plan haben was ein Berg bis auf hoch und manchmal auch steil, noch alles für Eigenschaften haben kann, hier eine kurze Erklärung.
Stichwort "Tropfsteine": Sie kommen dort vor, wo mit Kohlendioxid (CO2) angereichertes Regenwasser auf Kalkstein trifft. Regenwasser nimmt CO2 aus der Luft und beim Versickern auch aus dem Boden auf. Sickerwässer dringen über Risse in das Gestein ein und gelangen so in den Untergrund. Trifft das mit Kalk angereicherte Sickerwasser auf eine Höhle, deren Luft weniger CO2 als das Wasser enthält, wird CO2 an die Luft abgegeben, wodurch Kalk wieder abgeschieden und fest wird. Sammelt sich dieser Kalk an Decke oder Boden der Höhle, entstehen daraus nach und nach Tropfsteine.
Genau diese Tropfsteine und das dadurch entstehende Klima, ist perfekt für Lagerung bzw. die Gärung des Weines. Somit verzichtete man beim Bau auf eine Isolierung der Höhle und vertraute ganz allein dem Berg.
Nach der Besichtigung und der dazu gehörigen Höhlenführung, hatten wir noch das Vergnügen den Berg einmal hoch und wieder runter zu laufen.
Alles in allem war der Ausflug mal was anderes als die sonst üblichen Stadtrundführungen oder die ach so aufregenden Museumserkundungen, und eigentlich auch interessant.
Für alle die einmal die Möglichkeit haben sollten, dort vorbei zu schauen: "Lasst es euch nicht entgehen"!
Marco Herrmann, Yannick Both, Yannick Michler
 


Soave

Donnerstag - Venedig
Am Donnerstag fuhren wir nach Venedig und besuchten zunächst die Galleria dell’Accademia, ein Museum, das Gemälde berühmter italienischer Maler aus der Renaissance beherbergt. Unsere italienischen Austauschschülerinnen haben dann zu einigen Bildern interessante Dinge erklärt. Die Bilder der Ausstellung sind überwiegend in düsteren Farben gemalt worden und spielen auf religiöse Themen und Motive an. Während wir durch die Stadt wanderten, passierten wir die Scuola Grande di San Rocco. Es handelt sich um das Gebäude einer sogenannten Bruderschaft. Diese hatte sich die Betreuung Sterbender und die Beisetzung Toter sowie die Versorgung der Angehörigen zur Aufgabe gemacht, außerdem war es so etwas wie eine Wohltätigkeitseinrichtung, denn sie kümmerten sich um die Armen. Es gab damals in Venedig mehrere „Scuole Grande", diese waren wohlhabend und einflussreich. Es gab jedoch auch noch „Scuole Piccole“, deren Mitglieder Händler und Handwerker waren. Die Scuola wurde nach der Pest aus zwei Bruderschaften gegründet. Namenspatron der Scuola war der Heilige Rochus von Montpellier, der damals Pestkranke pflegte und selber von der Pest geheilt wurde. Die Reliquien dieses Heiligen gelangten in die Hände der Bruderschaft, aufgrund dieser wurde sie zur wohlhabendsten Scuola. Bezüglich der Pest haben wir übrigens erfahren, dass die berühmten venezianischen Masken damals von Ärzten getragen wurden, die hofften, sich durch Öle und Kräuter im Schnabel der Maske vor der Seuche schützen zu können.
Schließlich haben wir das Judenviertel besucht, das auf der Insel Sestiere Cannaregio liegt. Juden lebten dort damals unter beengten Bedingungen zusammen, hatten aber auch Schutz. Heute gibt es dort einige jüdische Läden.
Natürlich blieb uns auch noch genug Zeit, am Canale Grande entlang zu schlendern, den Markusplatz im Rahmen einer Stadtrallye zu erkunden und mit einem leckeren Eis in der Hand über die unzähligen Brücken zu flanieren.
Felix Kolli, Julian Flieder, Robin Bätz
 

Venedig

Freitag - Unterrichtsprojekt und Rückreise
Am Freitag war nun der Tag der Abreise zurück nach Bamberg gekommen. Bevor wir uns jedoch von unseren italienischen Austauschpartnern und Gastfamilien verabschieden mussten, stand am Vormittag ein Programm in der Schule auf dem Plan.
Um 7:45 Uhr trafen wir uns in der Aula unserer Partnerschule und stellten unsere, für die Heimreise gepackten, Koffer dort an einem Sammelplatz ab. Anschließend besuchten wir die erste Unterrichtsstunde, und wurden dazu wie in den Tagen zuvor, die wir teilweise in der Schule verbracht haben, in Kleingruppen eingeteilt. Unsere italienischen Gruppenführer führten uns zu den jeweiligen Klassenzimmern. Nachdem wir den Unterricht aufmerksam verfolgt haben, wurden wir nach der ersten Stunde, also um 8:45 Uhr, erneut aufgeteilt, nämlich in die selben Gruppen, in denen wir auch schon den Mittwoch Vormittag verbracht haben. Der Teil der deutschen Schülerinnen und Schüler, der am Mittwoch die Stadt Soave besucht hatte, war nun mit dem Kunstprojekt an der Reihe, und der Teil der Klasse, der zwei Tage zuvor mit dem Kunstprojekt beschäftigt war, musste am Freitag seine Tanzfähigkeiten beweisen. Beim Kunstprojekt ging es darum, in einer Gruppe bestehend aus 5-6 Personen, seinen innersten Gefühlen eine Stimme zu verleihen. Die jeweiligen Gruppenmitglieder stellten sich um einen Tisch auf dem ein DIN A 2 großes Papier lag. Die Aufgabenstellung war relativ simpel. Es sollte eine feststehende Reihenfolge in jeder Gruppe festgelegt werden. Danach beginnt der Erste eine abstrakte Form oder Struktur auf das Blatt zu malen, die ihm zuerst in den Sinn kommt und frei heraus aus dem Gefühl entsteht. Der Nächste macht dasselbe und kann bei seiner Aktion auch mit Zustimmung oder Ablehnung auf das Gemalte seines Vorgängers reagieren und dieses bei Bedarf wieder verändern. Dadurch entsteht eine Art Kommunikation, die zum Beispiel zur Steigerung der Teamfähigkeit und des Selbstbewusstseins dienen soll. Die Tanzgruppe bestand aus 10 deutschen Schülerinnen und Schülern und einer der beiden italienischen Klassen die am Austausch teilnahmen. Die Teilnehmer versammelten sich auf dem Sportplatz der Schule. Bevor dann schließlich losgelegt wurde Hip-Hop zu tanzen, wärmten sich alle unter der Leitung des Tanzlehrers Giordano Gambaretto auf. Anschließend wurden drei verschiedene Choreographien einstudiert, und zusätzlich passende Musik dazu gespielt. Trotz all unserer Bemühungen hat sich dabei jedoch sofort ein Unterschied zwischen den deutschen Schülern (vor allem den Jungen) und den italienischen Schülerinnen erkennen lassen, was jedoch unter der Berücksichtigung des Aspekts, dass die Italienerinnen diese Art des Tanzes auch im Sportunterricht praktizieren, durchaus verständlich ist. Schlussendlich hat es aber allen Teilnehmern Spaß gemacht.
Gegen 11:00 Uhr fand in der Bibliothek die Abschlussfeier statt. Hierfür wurde ein leckeres Buffet vorbereitet. Danach hielt die Schulleiterin eine kurze Ansprache in der sie auch einige besonders hervorzuhebende Leistungen deutscher und italienischer Schülerinnen und Schüler während der Zeit des Austausches erwähnte und diese mit einem kleinen Preis auszeichnet. Nachdem noch etwas Musik abgespielt und getanzt wurde, ist der schmerzliche Zeitpunkt gekommen und wir gingen zusammen mit unseren Austauschpartnern zur Bushaltestelle. Der Abschied fiel allen sehr schwer und viele Italienerinnen konnten die Tränen nicht mehr zurückhalten. Nach herzlichen Umarmungen stiegen wir schließlich in den Bus ein und traten somit die Heimreise an. Die Busfahrt verlief ohne größere Komplikationen und nach drei kleinen Pausen kamen wir um ca. 22:45 Uhr in Bamberg am Dientzenhofer-Gymnasium an.
Max Pfister, Noah Petzold, Tobias Nehr
 


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