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Anfang Oktober besuchte das P-Seminar zu “Wilfried Böse” das Archiv des Instituts für Sozialforschung in Hamburg.
Am Donnerstagnachmittag, den 8.10.2015 trafen wir uns in der Bamberger Bahnhofshalle, um von dort aus gemeinsam mit dem Zug gen Hamburg zu fahren. Nach einer nur vierstündigen Fahrt mit dem ICE erreichten wir noch am frühen Abend den Hauptbahnhof der Hansestadt. Bereits hier bekam man erste Eindrücke der Weltstadt Hamburg und ihrer faszinierenden Skyline.
Weiter ging es mit der Metro zu unserem Hostel, das im Stadtteil Hamm lag. Nach dem Einchecken entschlossen wir uns auf Ratschlag von Herrn Rempe zu einem gemeinsamen Abendessen in einer nahe gelegenen typischen Hamburger Kneipe. Hierbei bereiteten wir uns im Gespräch mental auf den nächsten Morgen vor, an dem das eigentliche Ziel unserer Fahrt, der Besuch des Hamburger Instituts für Sozialforschung (ifs), anstand. Den ersten Abend ließen wir in unserem Hostel ausklingen.
Der Freitagmorgen begann für uns fast zur üblichen Schulzeit. Bereits um 7.45 Uhr versammelten wir uns im Frühstücksraum, um den Tagesablauf festzulegen. Mit gut gefülltem Magen fuhren wir zunächst per Metro, dann per Bus in den Stadtteil Rotherbaum, wo wir schließlich das ifs erreichten.
Dort wurden wir von Herrn Schwarz, dem Archivleiter, freundlich empfangen und zunächst in die Entstehungsgeschichte des Instituts eingeweiht. Leider konnten wir nicht, wie erhofft, mit dem für uns wichtigsten Mitarbeiter der Einrichtung, Dr. Wolfgang Kraushaar, sprechen, da dieser gerade einen anderen Termin wahrnehmen musste. Nach einem kurzen Austausch mit Herrn Schwarz über unsere bisherigen Erkenntnisse zu Wilfried Böse erhielten wir eine Führung durch das Institut. Dabei bekamen wir einen Einblick in die Bibliothek des Hauses, die aus zahlreichen, schier endlosen Hochregalen besteht. Noch viel beeindruckender war jedoch das Archiv: Dieses befindet sich – gut versteckt und geschützt sowie befüllt mit einer riesigen Anzahl von originalen Plakaten, Fotos, Zeitungsartikeln usw. aus der deutschen Geschichte – im Keller. Hier erklärte und zeigte uns Herr Schwarz wichtige Quellen zu einigen markanten zeitgeschichtlichen Ereignissen, die sich in Verbindung mit Wilfried Böse ereignet hatten. So verfügt das ifs über die kompletten Akten der Stammheimer RAF-Prozesse und über den gesamten Nachlass von Rudi Dutschke, der Galionsfigur der APO – zur Hälfte vom Bundesarchiv an das ifs weitergegeben. Wir waren beeindruckt von der Vielzahl der aufbewahrten verschiedenen Exponate. Nun erhielten wir selbst die Möglichkeit, mit dem vorhandenen Material über Wilfried Böse eigene Recherchen zu betreiben.
Obwohl unsere Gruppe aus neun Personen bestand, hätte es viel mehr als nur ein paar Stunden Zeit gebraucht, um alle Details über Wilfried Böse herauszuarbeiten. So beschränkten wir uns auf ein paar Akten aus dem Archiv und einige Bücher aus der Bibliothek. Unsere Arbeit war von Erfolg gekrönt, denn wir erhielten einige neue Erkenntnisse über Wilfried Böse und einflussreiche Personen aus seinem Umfeld, die wir in unsere bald erscheinende Internetseite einarbeiten werden. Bei einer kurzen Kaffeepause nutzten wir die Gelegenheit zu einem intensiven Austausch mit Herrn Schwarz über dessen Arbeit am Institut. Danke für seine sehr gut vorbereitete und freundliche Betreuung unseres Besuchs!

Den Rest des Tages verbrachten wir in verschiedenen Gruppen, um uns Hamburg etwas näher anzuschauen.

Strahlender Sonnenschein begleitete uns am Samstag bei unserer “Sightseeing-Tour” mit dem Bus durch die Stadt. Dabei besuchten wir das Wachsfigurenmuseum in St. Pauli, das nur ein paar Schritte von der Reeperbahn entfernt liegt – leider war darin keine Figur von Wilfried Böse zu finden.

Bei einer Hafenrundfahrt am Abend genossen wir den fantastischen Blick auf den Hamburger Hafen mitsamt der zum Teil riesigen Schiffe, die dort vor Anker lagen. Anschließend ließen wir den Abend in der Hamburger Speicherstadt ausklingen. Dort besuchten wir das vor allem bei Modelleisenbahnfans bekannte “Miniaturwunderland”.

Auch der letzte Tag unseres Aufenthalts in der Hansestadt bescherte uns herrliches Wetter.
Nach dem Frühstück steuerten wir die Landungsbrücken an, um uns den alten Elbtunnel anzuschauen.

Auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof widmeten wir uns noch einmal der Geschichte: Ein Blick auf das mit 34 m größte (und hässlichste?) Bismarck-Denkmal Deutschlands im alten Elbpark war zugleich der Abschluss unserer Hamburgfahrt.

Dominik Hohner

P.S.: In der Zeitschrift der Landeszentrale für politische Bildung, Ausgabe 3/2015, ist gerade ein Aufsatz von Rafael Rempe zu Wilfried Böse erschienen, der unter der folgenden Adresse im Internet gelesen werden kann: www.km.bayern.de/ministerium/politische-bildung/magazin-einsichten-und-perspektiven.html