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Flucht und Asyl – Ein Vortrag von Michael Kleinhans

Ein sichtlich erfreuter Referent sah sich bei seinem Vortrag am Dientzenhofer-Gymnasium mit vielen Fragen von drei zehnten Klassen konfrontiert, die aus erster Hand aktuelle Informationen zu Flucht und Asyl erhalten und mit ihm diskutieren wollten. Immerhin war Michael Kleinhans viele Jahre lang Abteilungsleiter für den Bereich Asyl beim Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF) und konnte lebendige Einblicke in die Zuständigkeit und Arbeitsweise seiner Behörde geben.

Angesichts des Zustroms von Flüchtlingen über die Balkan-Route im Herbst 2015 sah sich die Bundesrepublik vor eine gewaltige Herausforderung gestellt. Viele Schüler meinten, die deutschen Behörden seien überrollt worden und hätten nur noch ohnmächtig zugeschaut. Kleinhans widersprach: „Im Rechtsstaat müssen die Behörden jeden Einzelfall prüfen.“ Er verwies darauf, dass das BAMF die Zahl seiner Entscheider von 2.500 auf heute über 8.000 erhöht hat, und schilderte die hohen Anforderungen, die an die Qualifikation der Entscheider gestellt werden – spannend auch für die eigene berufliche Orientierung der künftigen Abiturienten.

Am Beispiel von Einzelschicksalen, die das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) veröffentlicht hat, machte Kleinhans die Notlagen deutlich, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen, und er ließ die Schüler untersuchen, ob die Geflüchteten ein Bleiberecht nach Art. 16 GG glaubhaft machen können. Eine vielfach schwierige Entscheidung!

Auf Vermittlung von Sandra Brunner von der Hanns-Seidel-Stiftung hatte die Fachschaft Geschichte/Sozialkunde unter der Leitung von Rafael Rempe die anregende Veranstaltung organisiert.