Menu

Paese che vai, gente che trovi (= In welchem Land du bist, nimm die Leute, wie du sie findest ODER Andere Länder, andere Sitten)

von Anja Förtsch, Klasse 10f

Samstag vor den Osterferien: Andere Klassen haben gestern noch voller Vorfreude über die Ferien geredet, bei uns gibt es seit den letzten zwei Wochen nur noch ein Thema und jetzt ist es endlich soweit. Unsere italienischen Austauschschüler aus San Bonifacio kommen ans DG. Es gibt seit Jahren den von Erasmus geförderten Austausch und dieses Jahr sind endlich wir an der Reihe. Da kommt der Bus, wir winken uns die Hände ab und es wird auch schon mal der Vordermann geschubst, um den ersten Blick auf die Italiener werfen zu können. Eigentlich sind es ja fast nur Italienerinnen, sie haben nur einen Jungen im Gepäck. Sie steigen aus, viele sehen total erschöpft von der fast elf Stunden langen Reise aus. Es ist schon fast dunkel, deshalb gibt es ein riesiges Kuddelmuddel, als wir unsere Austauschpartner suchen und zuerst gar nicht erkennen. Dann geht es nach Hause, Gastgeschenke werden ausgetauscht, typisch deutsches Essen probiert und trotz der anfänglichen Sprachbarriere viel gelacht.

Der Sonntag steht den Familien frei zur Verfügung, schließlich ist ja keine Schule. Viele besuchen Coburg, Vierzehnheiligen, Kronach, andere gehen in Museen oder feiern.

Am Montag heißt es aber trotzdem aufstehen, denn wir haben schließlich Unterricht. Die Italiener werden entweder von Lehrern betreut und bekommen Crashkurse mit den iPads, Deutschunterricht oder sitzen in verschiedenen Klassen und hören dem (für uns Deutsche) immer sehr spannenden Unterricht zu. Nachmittags geht es in die Innenstadt, Frau Waechter und Herr Hammerschmidt haben unter anderem eine Stadtrallye organisiert. Es werden Grüner Markt, Altes Rathaus, Domberg und Sandstraße abgegrast und schon ist das Programm nach knapp zwei Stunden abgearbeitet (Den Bericht zum iPad-Unterricht und der Stadtrallye gibt es hier >). Die ganze Woche ist sehr strikt durchgeplant, sodass es einem gar nicht langweilig werden kann.

Am Dienstag besuchen wir alle gemeinsam Nürnberg mit dem Zug. Die Italiener sind richtig erstaunt, als wir uns über die Deutsche Bahn und ihre fünfminütige Verspätung aufregen. Ihr werdet später noch erfahren, wieso. In Nürnberg besuchen wir das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Es scheint so, als ob wir doch nicht um unsere Geschichtsstunde herumkommen, Mist! Gegen Mittag gibt es eine zweistündige Pause, in der wir die Stadt in Kleingruppen erkunden können. Unsere Gruppe läuft eine halbe Stunde lang verwirrt in der Innenstadt umher auf der Suche nach einem FC Nürnberg Fanshop, Souvenirs müssen ja auch gekauft werden. Nach der Pause geht es für die Italiener in den Turm der Sinne, eine Ausstellung (wer hätte es gedacht) für alle Sinne. Wir Deutschen bekommen trotz des Schneeregenwetters eine Stadtführung durch Nürnberg. Abends kommen wir alle völlig geschafft nach Hause.

 Doch auch die knapp bemessene Zeit ohne Programm wird in den Familien genossen. Wir lachen, erzählen Geschichten und vieles über Gewohnheiten und Interessen. In dieser Woche wird alles ausgepackt, was die deutsche Küche zu bieten hat, von Braten mit Klößen, über Schnitzel mit Pommes bis zur zünftigen Brotzeit. Selbstverständlich muss auch die deutsche Bratwurst probiert werden.

Am Mittwoch geht es für die Italiener zu einer Betriebsbesichtigung von Brose, da ja das Thema des diesjährigen Erasmus-Programms „Innovationen und Erfindungen“ ist. Obwohl das Brose-Verwaltungsgebäude nun mal ein Verwaltungsgebäude ist, zeigen sich die Italiener begeistert von der deutschen Arbeitseinstellung und den Bemühungen um ein besseres Arbeitsklima. Dann geht es wieder zurück ans DG, nochmal zwei Stunden Deutschunterricht, in dem hauptsächlich deutsche Musik gehört wird. Da lernt sich unsere Sprache doch noch einmal leichter. Die Deutschen haben den ganzen Tag Schule, auch wenn das Konzentrieren in dieser Woche echt schwer fällt, es gibt so viele Sachen, die einem im Kopf umherschwirren. Immerhin bekommen wir keine Hausaufgaben auf, bei dem straffen Zeitplan wäre es auch gar nicht möglich, irgendwas zu machen. Am Abend gehen wir alle gemeinsam bowlen. Wir haben echt viel Spaß miteinander, vor allem da bei einer Bahn immer wieder die Pins beim Aufstellen umfallen und so irgendwie jeder mindestens einen Strike werfen kann. Dann läuft auch Bayern gegen Juventus Turin im Fernsehen, klar schreien wir das ganze Bowlingcenter zusammen.

Am Donnerstag haben wir alle Unterricht, die Italiener werden aufgeteilt und in verschiedenen Klassen untergebracht. Wir haben auch Nachmittagsunterricht, etwas, das die Italiener gar nicht kennen. Sie verbringen die Nachmittagsstunden mit einem Film. Nach der Schule wird noch viel erlebt, manche gehen zum Basketball (man muss ja die schönen Seiten Bambergs zeigen), andere gehen Lasertag spielen oder je nach den Interessen der Austauschschüler noch anderes. Eine Pflicht gibt es bei diesem Austausch doch, nämlich einmal ein Bamberger Bier zu probieren. Auch wenn das Rauchbier ihnen nicht so gut schmeckt, probieren sie es dennoch und sind erstaunt über die zehn Brauereien und die unzähligen Biervariationen.

Am Freitag, dem letzten Tag (Man, geht die Zeit schnell vorbei!) besuchen wir noch einmal alle gemeinsam Würzburg, wo wir zwei parallele Führungen (eine auf Deutsch, eine auf Italienisch) über die Residenz bekommen. Die Italiener haben Kunstgeschichte als Zusatzfach und sie haben sich schon mit der Residenz beschäftigt, da das Deckenfresko dort von einem Venezianer gestaltet wurde. Anscheinend  hat man schon damals auf schulischen Austausch zwischen unseren beiden Ländern geachtet! Nach einer großen Pause, in der noch die letzten Mitbringsel besorgt und die letzten Erinnerungsfotos gemacht werden, geht es hinauf zur Festung Marienberg. Zwischendurch wird hier und da angehalten, denn wir Deutschen haben mehr oder weniger freiwillig Infos zu Gebäuden oder Brücken herausgesucht und halten nun auf Italienisch Vorträge. Nun stehen wir unten am Berg. Die Woche hängt uns in den Knochen und jetzt auch noch 567 Stufen hinaufklettern? Irgendwie ist das auch geschafft und wir werden mit einer super Aussicht belohnt. Ich glaube in dem Moment, als wir das letzte Gruppenfoto schießen, wird uns allen bewusst, dass diese Woche echt verdammt schnell vergangen ist. Am Abend feiern wir zuerst im Sternla, dann bei einer Mitschülerin im Schrebergarten die große Abschlussparty.

Nun ist Samstag, der Tag der großen Abreise. Eigentlich müssen wir gar nicht traurig sein, denn wir sehen uns ja nach den Osterferien gleich wieder. Trotzdem werden ein paar Tränen verdrückt und als die Koffer und sämtliche Bierkästen verstaut sind, geht es ans große Abschiednehmen. Es wird geknuddelt und gelacht, viele versprechen in Zukunft auch wieder nach Bamberg zu kommen. Schließlich fährt der Bus mit 15 Minuten Verspätung los, die Italiener hatten sich geweigert einzusteigen. Als wir Ihnen hinterher winken und der Bus um die Ecke verschwindet, kommt schon wieder ein bisschen Vorfreude auf.

 

Am ersten Freitag nach den Ferien geht es nach Italien. Nach neun Stunden  kommt endlich San Bonifacio in Sicht. Der erste Eindruck von der Stadt ist bescheiden, ungefähr zwei Stunden vorher hat es angefangen zu regnen und von dem anfänglichen Reisefieber ist auch nicht mehr viel übrig. San Bonifacio hat zwar schon bessere Tage gesehen, hat aber dennoch den typischen italienischen Charme. Der Bus kommt an, ein riesiges Hallo, wir haben unsere Freunde doch in den drei Wochen mehr vermisst, als wir zugeben wollten. Dann geht es nach Hause in die Familien. Es wird nicht mehr viel gemacht, denn wir sind hundemüde und morgen ist Schule. Oh ja, richtig gelesen, die Italiener haben auch am Samstag Unterricht, dafür aber keine Nachmittagsstunden. Auch startet die erste Stunde um 07:45 Uhr, aber sie nehmen das mit den Zeiten nicht so genau.

Unsere Woche ist, mal wieder, stündlich getaktet. Am Samstagvormittag sitzen wir zuerst im Unterricht verschiedener Klassen, wir sind in Kleingruppen aufgeteilt. Besucht werden Englisch- und Deutschunterricht und nach den zwei Stunden gehen wir mit einem erweiterten Wortschatz an italienischen Schimpfwörtern in die Aula. Dort werden verschiedene Projekte vorgestellt und landestypische Gegenstände ausgestellt. Weil danach noch ein bisschen Zeit bleibt, tanzen alle Italiener und viele Deutsche zu Let’s Dance. Am Abend kommt das italienische Gegenstück zu unserer Abschlussparty und selbst die Widerspenstigsten werden auf die Tanzfläche gezerrt.

Am Sonntag sind wir mit den Familien unterwegs und besichtigen die umliegenden Städte, aber erst nach einem ausgiebigen Mittagessen. Die Italiener lieben ihr Essen und jeder, der schon mal in Italien gegessen hat, weiß wieso. Nach dieser Woche werden wir alle bestimmt ein bis zwei Kilogramm zugenommen haben, denn es gibt exzellente Gerichte und davon immer zwei bis drei Gänge.

Am Montag ist, schon wieder, Schule. Kunstgeschichte und Physikexperimente sind angesagt. Am Nachmittag geht es nach Verona, der großen und weltbekannten Nachbarstadt San Bonefacios. Wir besuchen den berühmten Balkon der Julia, wobei die Jungs ein besonderes Interesse an der Julia-Statue zeigen. Wir sehen verschiedene Piazzi und Märkte, auf denen auch lautes Marktgeschrei und Wettfeilschen zu hören ist. Die Sonne strahlt vom Himmel, als wir uns auf zu dem Torre di Lamberti und Castelvecchio (= Turm der Lamberti und die alte Burg) machen. Ein paar von uns steigen auf den Turm hinauf, eine nicht enden wollende Wendeltreppe führt zur großen Aussichtsplattform. Man hat einen wunderbaren Ausblick über die Stadt, allerdings ist es sehr windig und als dann auch noch eine Glocke direkt über uns zu läuten anfängt, machen wir uns doch lieber schnell auf den Abstieg.

Am Dienstag geht es nach Modena, wo wir das Ferrari Museum besichtigen. Sie haben eine gewaltige Autosammlung dort, die ersten Rennmodelle bis hin zu Konzepten für die nächsten Jahre. Der Raum voller Trophäen raubt uns allen den Atem, vom Boden bis zu Decke nur Pokale und Medaillen. Man kann sogar die verschiedenen Motorengeräusche der Motorenmodelle genau unterscheiden, wie wir in einem separaten Hör-Raum entdecken. Und dann besuchen wir die Stadt Modena, in der aber nicht viel los ist. Wir müssen fast eine halbe Stunde durch die Gegend irren, um unsere tägliche Portion Eis zu bekommen.

Am Mittwoch besuchen wir das Museum Nicolis Villafranca, ein Sammlermuseum. Dort gibt es jede Menge Autos, aber auch alte Motorräder, Automaten und Musikmaschinen zu sehen, einen Raum nur mit alten Film- und Fotoapparaten, und das Obergeschoss ist mit jeder erdenklichen Art von Fahrrädern gefüllt. Auch hängt dann mal ein Flugzeugmotor von der Decke und im ersten Stock ist die Geschichte des Automobils mit über 50 echten Modellen erklärt. Am Nachmittag fahren wir weiter zum Gardasee, bei strahlendem Sonnenschein, 25°C und dem hellblauen Wasser kommt Urlaubsstimmung auf. Im Gardasee baden traut sich aber nur einer von uns. Mittlerweile sind wir richtig fertig, uns tun die Füße weh und einige haben schon Sonnenbrand, weshalb aus dem geplanten Spaziergang am See doch nur ein kurzer Abstecher wird.

Aber ein letzter Ausflug steht noch an, Venedig. Am Donnerstag fahren wir mit dem Zug. Im Gegensatz zu Deutschland sind in Italien sind die Verspätungen der Züge schon in den Standardansagen mit eingebaut. Es kommt kein Zug pünktlich und man ist schon froh, wenn er nur zehn Minuten zu spät kommt. Und prompt an diesem Tag fängt es früh an zu regnen. Zum Glück besuchen wir zuerst eine Ausstellung über Leonardo da Vinci. Wir dürfen selbst ein paar nachgebaute Erfindungen ausprobieren und staunen, was er schon vor 500 Jahren erforscht hat. Nun haben sich die Wolken auch wieder verzogen und bei Sonnenschein geht es weiter zum berühmten Markusplatz, wo wieder eine Stadtrally ansteht. Zum Beantworten der Fragen quatscht man auch schon mal das Militär und die Carabinieri an, die nur friedlich eine Zigarette rauchen wollen. Der Platz ist überfüllt mit Touristen und man verliert sich schnell aus den Augen. Die deutschen Touris aber finden sich alle zum vereinbarten Treffpunkt wieder und dann fahren wir nach einem Stadtbummel mit dem Zug zurück, der diesmal „nur“ eine halbe Stunde Verspätung hat.

Und dann ist es wieder vorbei, unsere schöne Urlaubs-, ich meine, Austauschwoche ist zu Ende! Der Abschied fällt allen schwer, der Bus fährt sogar fast ohne ein paar Deutsche los, die von den Italienern in eine Massenumarmung gezogen wurden.

Aber was wir aus dem Austausch mitnehmen:

Eine Woche, bei der das Essen phänomenal und einzigartig war, neue Sitten und Kultur kennengelernt und man trotz aller Bemühungen einen Sonnenbrand hat. Eine Woche, nach der man auch die eigenen Klassenkameraden aus einem neuen Blickwinkel kennengelernt hat, Sprachen verbessert wurden und man sich auch mal selbst nicht so ernst genommen hat. Und natürlich haben wir großartige Freundschaften geschlossen. Deshalb schließe ich mit dem größten Kompliment, das ein Bamberger machen kann: Basst scho!

Verblüfft haben wir festgestellt, dass die Definition für „Zenitalregen“ im Minilexikon unse­res Geographie-Schulbuchs für die 8. Klasse doch sehr „trocken“ klingt, obwohl es sich ja eigentlich um „Regen“ handelt:

„Zenitalregen = die Niederschläge, die kurz nach dem Zenitstand der Sonne einsetzen und die tropischen Regenzeiten bestimmen. Sie sind an das Wandern der innertropischen Konver­genzzone gebunden.“

Daher haben wir versucht, dieses Wetterphänomen der Tropen etwas anschaulicher zu gestal­ten, damit wir obige Erklärung nicht einfach nur nach längerem Auswendiglernen „flüssig“ nachplappern können sondern auch verstehen.

G. Merz / iPad-8.Klasse (SJ 2014/15)

Nachdem wir den Zenitalregen mit Tonpapierstreifen in mühsamer Kleinarbeit als „Comic“ nachgelegt und unseren „ersten Film“ (siehe Video: „Der Zenitalregen“) erstellt hatten, haben wir noch ein wenig weiter gebastelt, bunte Symbole aus Tonpapier ausgeschnitten und unser Modell bis zur kompletten Passatzirkulation erweitert. Und warum der ganze Aufwand? – Nun, unser Hirn hat beim Lesen folgender Definition im Minilexikon in unserem Geographie-Schulbuch für die 8. Klasse ziemlich rotiert:

„Passatzirkulation = tropischer Luftkreislauf, bei dem die Passate im Bereich der ITC konvergieren, wobei anschließend die Luft in große Höhen aufsteigt, dort zu den Seiten abfließt, im Bereich der subtropischen Hochdruckgürtel absinkt und wieder zu Passaten wird.“

Bleibt zu hoffen, dass nach unserem zweiten Filmchen unsere Hirnwindungen ab sofort bei diesem Thema geographisch richtig zirkulieren.

G. Merz / iPad-8.Klasse (SJ 2014/15)

 

 

Geografische Fragen erfreuen sich in Quizshows wachsender Beliebtheit. Liegt es da nicht nahe, den Spieß einfach umzudrehen und das Format der Quizshows dort, wo es sich anbietet, auch einmal auf den Geografieunterricht zu übertragen? Es ist manchmal verblüffend, dass dieselben Fragen, die bei normalen Wiederholungen nur müde Blicke ernten, plötzlich Augen leuchten lassen und hitzige Diskussionen auslösen, wenn sie in einer LearningApp verpackt den Schülern präsentiert werden. Im Idealfall siegt sogar der uns eigene Spieltrieb bzw. der Wunsch bei einem Wettbewerb zu gewinnen über unseren inneren Schweinehund. Aber testen  Sie selbst. Vielleicht möchten ja auch Sie Millionär werden? (Es muss an dieser Stelle allerdings darauf hingewiesen werden, dass bei diesem Quiz einige Fragen eingebaut wurden, die sicherstellen, dass Sie höchstwahrscheinlich nicht die maximale Gewinnstufe erreichen werden, damit unsere Schule nicht bankrottgeht. Sollte es Ihnen jedoch dennoch gelingen, alle Fragen richtig zu beantworten, behalten wir es uns vor, die Million in einer Währung UNSERER Wahl auszuzahlen.)

G. Merz


Wer wird Millionär? (Als Joker dürfen Sie einen Atlas verwenden.)

Die Fußball Mädchen WK 4 haben die Stadtmeisterschaft gewonnen!

Bei dem Turnier mit 4 Mannschaften gab es zunächst einen 6:1 Sieg gegen das Maria Ward Gymnasium. Anschließend wurde das FLG mit 4:0 geschlagen. Im letzten Spiel reichte ein Unentschieden zum Gesamtsieg. In der letzten Sekunde gelang der insgesamt überragenden Jule Löbenfelder der verdiente 2:2 Ausgleich, der das DG letztendlich zum Stadtmeister machte.

Die Teilnehmer der Schulgarten-AG beschäftigten sich im Frühjahr 2017 mit Pflegearbeiten am Schulteich: Abgestorbene Pflanzen des Vorjahres wurden entfernt und kompostiert, der Gehölzwuchs eingedämmt. Bei schlechtem Wetter wurde das Leben im Wassertropfen unter dem Mikroskop untersucht.

Bei der Anlage der Beete im Schulgarten nahmen sich die Schüler etwas Besonderes vor. Sie pflanzten Süßholz-Setzlinge, die durch ihre Pflege in wenigen Jahren zu stattlichen Pflanzen anwachsen sollen. Es besteht die Hoffnung, dass die Schüler dann die Süßholzstangen, an denen sie zu Beginn ihrer Aktion mit mehr oder minder großer Begeisterung lutschten, nicht mehr käuflich erwerben müssen, sondern aus eigener Ernte beziehen können.
Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist eine bereits seit dem Altertum bekannte Gewürz-, Genuss- und Heilpflanze. Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert war Bamberg für den Anbau dieser Pflanze so berühmt, dass ein Besuch der Süßholzfelder an der Weide zum Pflichtprogramm einer Bamberg-Besichtigung gehörte. Bis um 1960 wurde Bamberger Süßholz verkauft. Kinder bekamen Süßholzwurzeln zum „Zülln“ (Auslutschen). Mittlerweile gibt es bescheidene Bestrebungen, den Anbau der Pflanze wieder zu beleben – und das DG ist dabei.
Der Zweidlerplan von 1602 nimmt auf die wichtige Kulturpflanze Bezug, wie die farbige Nachzeichnung von Braun-Hogenberg (1617) gut zeigt: Zwei zu Kränzen geflochten Süßholzwurzeln sind wie ein Wappen dargestellt.
Der Geschmack der aus den Süßholzwurzeln gewonnenen Lakritze ist zwar nicht jedermanns Sache, doch will unsere Schule dazu beitragen, dass diese für Bamberg historisch bedeutsame Pflanze als Kulturdenkmal der Welterbestadt in Erinnerung behalten wird.