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ABIBAC

ABIBAC am DG: Deutschland und Frankreich geben sich die Hand

ABIBAC = Abitur + Baccalauréat

Der gleichzeitige Erwerb des Abiturs und des Baccalauréat basiert auf dem Regierungsabkommen vom 31. Mai 1994. Ziel ist es, die Grenzen im Bildungssystem zu beseitigen und die Studentenmobilität zu fördern. Schüler, die das ABIBAC abgelegt haben, haben automatisch sowohl im eigenen Land als auch im Partnerland Frankreich eine Hochschulzugangsberechtigung sowie Zugang zu Ausbildung und Berufstätigkeit.

Mehr als je zuvor ist es wichtig, die Sprache des Nachbarn zu verstehen, zu sprechen und zu schreiben. Wer in Europa seinen Weg machen will, braucht die Sprachen der europäischen Partner. Angesichts der zunehmenden Internationalisierung und der wirtschaftlichen sowie politischen Integration Europas steigt der Bedarf an mehrsprachig qualifizierten Arbeitskräften weiter. Wichtigster Partner Deutschlands ist und bleibt Frankreich.

Das ABIBAC wird in Bayern bisher nur von sechs Gymnasien angeboten: dem Dante-Gymnasium und dem Oscar-von-Miller Gymnasium in München, dem Neuen Gymnasium in Nürnberg, dem Ohm-Gymnasium in Erlangen, dem Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching und dem Gymnasium Buchloe.

Ab dem Schuljahr 2018/19 kommen drei weitere bayerische Gymnasien dazu. Neben dem Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg und dem Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg bietet nur erstmals auch das Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg als einziges oberfränkisches Gymnasium bilingualen Unterricht an, der im Schuljahr 2021/22 zum ersten ABIBAC führt.

Was ist das Besondere?

Der Sachfachunterricht in Geschichte und Sozialkunde wird ab Klasse 10 in französischer Sprache erteilt. So können die beiden nationalen Abschlüsse – Abi und Bac – im Rahmen der jährlichen zentralen Abiturprüfung erlangt werden. Sie sind in beiden Ländern anerkannt und berechtigen zum Hochschulzugang in beiden Partnerländern. Um unsere Schülerinnen und Schüler die Entscheidung für diesen Bildungsgang zu erleichtern,  bieten wir am DG erstmals bereits ab der 8. Jahrgangsstufe Unterrichtsmodule in Geschichte in französischer Sprache an.

Wie sieht das Unterrichtsprogramm aus?

Das ABIBAC-Programm erstreckt sich über drei Schuljahre: es beginnt mit einem Vorbereitungsjahr in der 10. Jahrgangsstufe, daran schließt sich die zweijährige Qualifikationsstufe an.

Die Schüler/innen besuchen neben dem Französischunterricht ab der 10. Jahrgangsstufe den in französischer Sprache geführten Sachfachunterricht in Geschichte und Sozialkunde sowie in der Q11 und Q12 auch das W-Seminar oder P-Seminar mit Leitfach Französisch.

Die Grundlage für die Unterrichtsinhalte in Französisch, Geschichte und Sozialkunde ist der bayerische Lehrplan. Deutsch-französische Themen können vertieft behandelt werden.

Die Schulaufgaben werden in der Zielsprache bearbeitet. Dabei ist die Verwendung des zweisprachigen Wörterbuchs gestattet. In den Sachfächern Geschichte/Sozialkunde und Geographie gilt eine gewisse Fehlertoleranz.

Im P-Seminar ist die Unterrichtssprache vorwiegend Französisch; im W-Seminar kann die Seminararbeit auf Deutsch oder auf Französisch angefertigt werden.

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Wie läuft die Abitur-Prüfung ab?

Das Fach Französisch legen die ABIBAC-Schüler/innen schriftlich ab. Sie bearbeiten (wie alle Prüflinge, die das Französischabitur schriftlich ablegen,) die vom Kultusministerium zentral gestellte Abituraufgabe. Zudem legen die ABIBAC-Prüflinge in Französisch eine mündliche Einzelprüfung ab, die vom deutschen Kursleiter und dem französischen Prüfungsbeauftragten gemeinsam durchgeführt wird.

Geschichte (ohne Sozialkunde) ist verpflichtendes 4. schriftliches Abiturfach. Die zu bearbeitenden Aufgaben und Dokumente werden in französischer Sprache vorgelegt und sind in der Zielsprache zu bearbeiten. Die Prüfungsaufgaben sind mit der französischen Schulaufsicht abgestimmt.

Die Korrektur der Abituraufgaben in Französisch und Geschichte wird von den deutschen Kursleitern durchgeführt und von französischer Seite durchgesehen.

Im Fach Deutsch legen die ABIBAC-Schüler die Prüfung mündlich ab.

Das Fach Mathematik ist  schriftliches Abiturfach.

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Welche Vorteile bringt das ABIBAC?

  • Da sich die Schüler/innen intensiv mit dem Französischen beschäftigen, verbessert sich auch ihre Sprachkompetenz. In der europäischen Union sind neben dem Englischen Deutsch und Französisch die wichtigsten Sprachen. Es ist also sinnvoll, Fremdsprachen so gut wie möglich zu beherrschen.
  • Durch die Vermittlung konkreter Inhalte im französischsprachigen Sachfachunterricht (Geschichte/Sozialkunde) lernen die ABIBAC-Schüler/innen das Französische anwendungs-bezogen. Die Fremdsprache wird so bereits in der Schule zur Fachsprache, wie sie später in Studium und Beruf zum Einsatz kommt.
  • Für den Zugang zu französischen Hochschulen und Universitäten im französischsprachigen Ausland müssen Sprachkenntnisse in Französisch nicht mehr nachgewiesen werden.
  • Der Zugang zu deutsch-französischen Studiengängen mit binationalen Abschlüssen (viele übrigens in den Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften!) wird erleichtert. Weitere Informationen finden Sie im Bayerisch-Französischen Hochschulzentrum (www.bfhz.uni-muenchen.de).
  • Die Schüler/innen erwerben eine zusätzliche Qualifikation, die Leistungsbereitschaft, Engagement und Offenheit dokumentiert. Diese Qualitäten werden bei einer Bewerbung oft ebenso hoch eingeschätzt wie die eigentliche Qualifikation selbst.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an die Schulleitung oder die Fachschaft Französisch. Im Frühjahr bieten wir einen Informationsabend an. In diesem Rahmen informieren Sie die Schulleiterin und die zuständigen Kolleginnen ausführlich über das ABIBAC-Programm.

Für wen ist das ABIBAC besonders geeignet?

Das ABIBAC ist besonders interessant für motivierte Schülerinnen und Schüler, die

  • großes Interesse an der französischen Sprache und der frankophonen Kultur haben.
  • Interesse am Projektunterricht zeigen und sich einen Auslandsaufenthalt wünschen.
  • nach dem Abitur im französischsprachigen Ausland studieren oder arbeiten möchten (evtl. auch Praktikum, Ferienjob …).
  • sich für einen binationalen Studiengang interessieren.
  • eine zusätzliche Qualifikation für ihre berufliche Zukunft erwerben möchten.