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Nachhaltige Waldnutzung

von Jakob Ostermann, November 2018

Im Rahmen unseres P- Seminars „Nachhaltige Waldnutzung“ erklärte uns der Förster Michael Bug (Forstamtmann, Revierleiter und Bildungsbeauftragter am AELF Bamberg) den Begriff der Nachhaltigkeit und der nachhaltigen Waldnutzug. Während des Unterrichts versuchten wir bereits, Nachhaltigkeit zu definieren. Denn es ist viel mehr als auf Plastik zu verzichten oder mehr Bio Lebensmittel zu kaufen. Nachhaltigkeit bedeutet, nur so viele Ressourcen aufzubrauchen, dass sich der natürliche Ressourcenvorrat mit der Zeit erholen kann und nicht dauerhaft geschädigt wird. Bei der nachhaltigen Waldnutzung zum Beispiel werden kranke Bäume aus dem Wald entfernt, damit sich Krankheiten nicht weiterverbreiten. Es werden nur so viele Bäume gefällt, dass sich der Wald wieder erholen kann. Diese Art nachhaltiger Waldnutzung sollten wir selber in der Praxis kennenlernen.

Als wir an dem Waldstück in Burgeslau angekommen waren, konnten wir bereits den ersten Waldarbeiter bei der Arbeit beobachten: Herr Hertzing. Dieser war gerade dabei, mit seiner Holzerntemaschine, dem sogenannten Harvester, vom Borkenkäfer befallene Bäume zu fällen. Die fast 24 Tonnen schwere Maschine ist perfekt für die Arbeit im Wald geeignet: damit der Harvester auch auf unebenem Untergrund stabil steht, sind die Reifen mit Wasser gefüllt. Weil das Fahrzeug äußerst robust ist, macht dem Bediener selbst ein auf das Fahrerhaus fallender Baum wenig aus. Mit seinem Greifarm fasst der Harvester einen Baum (mit einem maximalen Durchmesser von 65 Zentimetern) und schneidet ihn möglichst nah am Boden ab. Durch zwei Räder wird der abgetrennte Baumstamm in Richtung einer in den Greifarm eingebauten Motorsäge beweg. Diese schneidet die Baumstämme gleichlang. Abstehende Äste werden abgetrennt. Auch wenn der Harvester sehr effektiv in der Waldarbeit ist, ist er sehr umstritten. Aufgrund seines großen Gewichts verdichtet er den Boden und zerstört die Wurzeln der Bäume. Zudem muss eine fast 20 Meter breite Schneise in den Wald geschnitten werden, damit der zehn Meter lange Greifarm optimal bedient werden kann.

Dass so viele vom Borkenkäfer befallene Bäume gefällt werden müssen, liegt vor allem an der weitflächigen Ausbreitung des Schädlings aufgrund der hohen Trockenheit in diesem Jahr. Im November fielen im Durchschnitt pro Quadratmeter gerade einmal 20 Liter Regen. Im Vergleich: der langjährige Mittelwert (Niederschlagsdurchschnitt in den Jahren davor) lag im November bei 66 Liter pro Quadratmeter. Wegen des geringen Niederschlags und der dichten Monokulturen von Fichten hat sich der Borkenkäfer schnell vermehrt. Das Tier, das eine Lebenserwartung von zwei bis drei Jahren hat, befällt vorwiegend Fichten und legt darin seine Eier ab. Nach sechs bis acht Wochen schwärmen bis zu 20000 Jungtiere aus und suchen sich die benachbarten Bäume. An einem gefällten, vom Borkenkäfer befallenem Baum, legte Michael Bug die sogenannten „Rammelkammer“ des Käfers frei. Dort konnte man die einzelnen Gänge deutlich erkennen. Die Bekämpfung des Störenfriedes stellt sich als extrem schwierig dar, da dieser sehr robust und anpassungsfähig ist.

Schließlich hatten wir die Aufgabe, unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit, in zwei Gruppen Bäume auszuzeichnen. Die die unserer Meinung nach gefällt werden sollten, markierten wir mit einem roten, die die stehen gelassen werden sollten, mit einem weißen Band. Unsere Gruppe entschied nach verschiedenen Kriterien, zum Beispiel Baumwuchs oder ob der betreffende Baum kleineren Bäumen zu viel Licht nimmt, über das Schicksaal der Bäume. Ein schriller Pfiff von Herr Bug beendete das Auszeichnen und gemeinsam kontrollierten wir die Ergebnisse der Gruppen. Fast alle waren der Meinung, dass krumme Bäume gefällt, gerade und stark gewachsene stehen gelassen werden müssen. Der Förster erklärte uns aber, dass er durch den Verkauf von dicken und hochwertigen Bäumen mehr Geld verdient und deswegen eher diese gefällt werden

Die nachhaltige Waldnutzung ist extrem wichtig für die Erhaltung der Wälder. Denn diese sind für das Erdklima und die Luftqualität von größter Bedeutung. Außerdem beheimaten sie etliche Tierarten und dienen dem Menschen als wertvolle Nahrungsquelle.

 

von Crispin Trunk

  Am 27.06.2018 besuchte unser P-Seminar „Nachhaltige Waldnutzung“ ein Waldstück bei Seußling, welches von Schwammspinnern befallen war.

Diese Exkursion kam auf Anregung unseres betreuenden Försters Herrn Michael Bug zustande, der damit auf die aktuellen Meldungen in den Medien und die sehr kontroverse Diskussionen reagierte. Mit dabei war sein Kollege Hans-Peter Schreier, ebenfalls Förster, der dieses Waldstück schon seit Jahrzehnten kennt und außerdem über ein immenses Wissen über Insekten verfügt.

Nachdem alle Seminarteilnehmer den Weg nach Seußling gefunden hatten (die Umstände waren mit Abistreich und letztem Gruppenspiel der Deutschen nicht gerade gut) begaben wir uns zu dem Waldstück, welches zum größten Teil aus Eichen und Hainbuchen bestand. Obwohl schon Ende Juni war das Laubdach sehr licht und hellgrün, wie eben im Frühjahr kurz nach Blattaustrieb. Michael Bug konnte berichten, dass noch vor zwei Wochen alle Bäume kahlgefressen waren. Zwischen den Eichen flatterten kleine bräunliche Schmetterling  – die Verursacher dieses Kahlfraßes, Schwammspinner.

Die Weibchen dieser  Eulenfalter (Lymantria dispar) legen ihre bis zu 1000 Eier in einem schwammartiges Gebilde – daher der Name – an der Rinde ihrer Fraßbäume ab. Die Schwammspinner befallen nicht eine bestimmte Art von Bäumen, wie zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner, sondern alle Arten und sogar Nadelbäume, wenn nichts anderes zur Verfügung steht. Allerdings bevorzugen sie die warmgetönten Eichenwälder Frankens. Da die Raupen große Mengen an Laub verzehren kann es zu einem Kahlfraß kommen, wie wir es in Seußling eindrucksvoll erleben konnten. Zwar hatten die Eichen durch den sogenannten Johannis-Austrieb wieder neue Blätter gebildet, allerdings zeigte die Anzahl der neuen Eiergelege (mehr als ein Gelege pro Stamm) bereits, dass es im nächsten Jahr erneut zu einer Massenvermehrung kommen wird.

Die Schwammspinner allein sind für ein Waldstück nicht bedrohlich, da die Bäume im Jahr bis zu vier mal austreiben könnten. Allerdings wird es problematisch, wenn es zu sogenannten Fraßgesellschaften kommt, was bedeutet, dass weitere Austriebe der Bäume verhindert werden. So können Eichenprozessionsspinner, Frostspanner, und Eichenprachtkäfer die geschwächten Eichen befallen, kommt dann noch Mehltau oder Witterungsextreme wie Trockenheit hinzu, ist der Wald in Gefahr. Solche Ereignisse werden durch den Klimawandel begünstigt, da ein später Frost häufiger ausbleibt, der den ersten Blattaustrieb zwar erfrieren, aber damit auch die Raupengeneration verhungern lässt. Haben die Bäume mehrere Jahre in Folge keine Blätter und können somit keine Fotosynthese betreiben, kann dies nach 5-10 Jahren zum Sterben eines ganzen Waldstückes führen. Herr Schreier berichtete uns, dass dies vor etwa 25 Jahren in Seußling der Fall war: 30% der Eichen war bereits abgestorben, als man zur Rettung dieses Eichenwaldes ein Insektizid einsetzte.

Nun stellt sich die Frage, wie man dieses Mal das Problem lösen soll! Der Einsatz von Insektiziden wir meist als sehr kritisch angesehen, da auch andere, nicht schädliche Insekten getötet werden. Dies setzt sich dann in der Nahrungskette fort und die Zahl an Singvögel nimmt ab, wie in der Sendung „quer“ des Bayrischen Rundfunks vom 14.06.2018 berichtet wurde. Herr Schreier bestätigte aber, dass innerhalb weniger Jahre das Waldstück in Seußling wieder die normale Artenvielfalt wie vor der Behandlung durch das Insektizid zeigte. Hätte man jedoch die Eichen absterben lassen, wären diese vom privaten Waldbesitzer nicht wieder durch Eichen, sondern durch schnell und unkomplizierter wachsende Baumarten wie Douglasien ersetzt worden.

Das Seminar diskutierte weitere Möglichkeiten und deren Vor- und Nachteile. Während Abholzung bzw. Brandrodung schnell ausgeschlossen werden konnten, wurden vor allem Möglichkeiten der biologischen (durch natürliche Fressfeine) und biochemischen Methoden abgewogen. Zwar stellen Fressfeinde in begrenzten Räumen wie Gewächshäusern eine gute Lösung dar, in offenen, weitläufigen Waldgebieten ist dies aber meist wenig zielführend. Dagegen sollen durch den Einsatz von Insektiziden wie MimicⓇ, das als Wachstumsregulator in die Häutung der Insekten eingreift oder sogenannter B.t.-Gifte wie Dipel ESⓇ, das im Darm von Schmetterlingsraupen wirkt, möglichst nur die Schadinsekten getroffen werden. Dies soll durch den Einsatz von Hubschraubern, die einen Mindestabstand zum Waldrand halten, während sie das Gift ausbringen, gewährleistet werden. Die Auswirkungen wrden aber nach wie vor sehr kontrovers diskutiert.

Letztendlich kam die Mehrheit unseres P-Seminars zum Schluss, dass der Einsatz von Mimic in nächsten Frühjahr für die konkrete Situation in Seußling zwar nicht der idealste, aber sinnvollste Weg darstellt, um diesen artenreichen Waldtyp auch in den nächsten Jahrzehnten zu erhalten.

 

Bei weiterem Interesse ist ein Blick in die Broschüre zu empfehlen oder fragen sie den Förster ihres Vertrauens.

von Clemens Hoff

Wer kennt schon ein „Schmalreh“ oder das „grüne Abitur“, wer hat schon mal „Geblattert“ oder hat beim „Aufbrechen“ geholfen?

Im Zuge unseres P-Seminares „Nachhaltige Waldnutzung“ ermöglichte uns Michael Bug (Forstamtmann, Revierleiter und Bildungsbeauftragter am AELF Bamberg), der uns während des gesamten Seminars im Wald betreut, erste Eindrücke in das Handwerk des Jagens gewinnen. Schon im Vorfeld bekamen wir eine erste Einführung in das – auch in unserem Seminar – so kontrovers diskutierte Thema Jagd: Das Fehlen von natürlichen Fressfeinden für viele größere Wildtiere ist der Grund, warum in einem Forstbetrieb gejagt werden muss. Wolf und Luchs wurden durch den Menschen in Deutschland ausgerottet bzw. stark zurückgedrängt und ohne diese Fressfeinde können sich manche Wildtiere stark vermehren. Eine natürliche, aber nötige Verjüngung des Waldes wäre durch den Verbiss durch Rehe nicht mehr möglich, was Förster und privaten Waldbesitzer zum Handeln zwingt. Außerdem liefert die Jagd nach wie vor ein – passend zu unserem Seminar – nachhaltig erzeigtes Lebensmittel, das Wildbret.

Daneben hat die Jagd sicher auch ihre ganz eigene Faszination, die sich nicht unbedingt nur auf das Töten des Wildes bezieht. Das lange Warten, das Anlocken und das Beobachten der Tiere, aber auch die Spannung, ob und wann der Schuss erfolgt, machen die Jagd, gerade auch für uns Neulinge, zu etwas ganz Besonderem.

Am Abend des 20.07.18 war es soweit, der mit Spannung erwartete Jagdausflug konnte für drei Schüler und unsere Seminarlehrerin Frau Bier beginnen. In Tarnfarben (kein blau – Rehe sind rot-grün-blind) gekleidet ging es von unserem Treffpunkt in Ebermannstadt zusammen mit Michael Bug zu dem von ihm und seiner Frau gepachteten Jagdrevier bei Leutzdorf. Dort bekamen wir einen kleinen Einblick in die Kenntnisse, die man erworben haben muss, um die Prüfung für den Jagdschein (auch grünes Abitur genannt) zu bestehen. Für Michael war der Jagdschein ein Teil des Studiums (Forstwirtschaft), wobei ein Förster nicht unbedingt Jäger sein muss. Umgekehrt muss man aber auch kein Förster sein, um den Jagdschein zu machen, das kann laut dem Jagdausbildungszentrum Bayern jeder, der „zuverlässig und persönlich geeignet“ sowie mindestens 16 Jahre alt ist. Neben den strengen Gesetzen für Waffenbesitz und -gebrauch in Deutschland erklärte uns Michael auch die Wahl der richtigen Waffe. Mit dem „typischen Jagdgewehr“, also einer Langwaffe und Munition für Rehe, würde man einen Hasen förmlich zerreißen, umgekehrt braucht man aus 30 Metern nicht mit Schrot auf ein Wildschwein schießen. Um den diesjährigen Abschussplan zu verfolgen, sollte an diesem Abend speziell auf Rehwild Jagd gemacht werden. Während die Geißen mit ihren Kitzen (also erwachsene weibliche Tiere mit ihren Jungtieren) noch bis September Schonzeit haben, können im Juli die Böcke (männliche Rehe) und Schmalrehe (nicht geschlechtsreife weibliche Rehe) geschossen werden.

Gegen halb acht, als die Sonne langsam unterging, trafen die beiden anderen Jäger ein: Stefanie Blumers (Michaels Frau und ebenfalls Försterin) und Ben Göbel (Forstamtmann und Revierleiter am AELF Bamberg). Wir wurden in drei Gruppen aufgeteilt, so dass jeder Schüler mit einem Jäger unterwegs war. Ich war mit Ben unterwegs, der ein Stück entfernt vom Jägersteig parkte, von wo wir dann leise weiter schlichen. Dort angekommen, hielten wir konzentriert Ausschau und konnten tatsächlich mehrmals eine Bewegung oder ein Rascheln wahrnehmen, leider immer nur Hasen. Ein Reh, das kurz am Waldrand auftauchte, konnte Ben durch das Zielfernrohr seines Gewehrs nicht ansprechen, das heißt, er konnte nicht sicher entscheiden, ob es ein Bock oder eine Geiß war. Um die Tiere in Schussweite zu bringen, können sie mit Futter, z.B. Apfeltrester, angelockt werden. Oder man pfeift mit einem Blatter (ein Grashalm tut es zur Not auch) und ahmt damit, je nach Tonhöhe, ein Kitz oder eine Geiß nach. Auf das Geiß-Blattern reagierte das Reh nicht, weshalb Ben auf ein weibliches Reh, möglicherweise mit Kitzen, tippte. Also warteten wir erstmal weiter und beobachteten einfach nur.

Nachdem es schon ziemlich finster und damit unsere Sicht schlechter geworden war, stiegen wir vom Jägerstand hinunter, um zurück zum Auto zu laufen. Plötzlich liefen direkt vor uns zwei Rehe übers Feld. Ben zögerte nicht lange, lud sein Gewehr und machte sich in geduckter Haltung in die Richtung der zwei Rehe auf. Ich setzte mir noch schnell die Ohrenschützer auf (der Schussknall verursacht dauerhafte Gehörschäden) und folgte ihm mit etwas Abstand. Bevor ein Schuss fällt, muss sicher entschieden sein, dass das Tier geschossen werden darf (Schonzeit?), aber auch, ob aus der aktuellen Position überhaupt geschossen werden kann. Damit das Tier sofort stirbt und eine Nachsuche des angeschossenen Tieres vermieden wird, sollte das Ziel des Schusses knapp hinter dem Blatt (Schulter) des Rehes sein, wo sich Herz und Lunge befinden. Ich selbst konnte kaum etwas erkennen, doch plötzlich durchzog ein ohrenbetäubender Knall die Luft und mir war klar, dass Ben auf eines der Rehe geschossen haben musste.

Als ich zu der Stelle kam, kniete Ben bereits vor dem von ihm getroffenen Schmalreh. Das Reh war trotz des leicht schrägen Schusses sofort tot umgefallen, in den Worten von Ben: „Es hat den Knall nicht mehr gehört!“ – zum Glück! Das geschossene Reh wird normalerweise an Ort und Stelle aufgebrochen (ausgeweidet), was Ben gekonnt übernahm. Inzwischen hatten auch die anderen ihren Ansitz beendet und waren unserem Schuss gefolgt. Nachdem alle Innereien herausgeholt waren, nahmen wir das Reh in einer Wildwanne mit und brachten es zur sogenannten Wildkammer nach Ebermannstadt. Sobald das Reh tot umfällt ist es ein Nahrungsmittel und muss dementsprechend behandelt werden. In einem Kühlraum wird es abgehangen und später von einem Metzger küchenfertig zerteilt und als Wildbret verkauft.

So endete der für uns drei Schüler sehr spannende Ausflug bei dem wir uns ein ganz neues Bild von der Jagd machen konnten. Die Jagd ist nicht nur ein sinnfreies, quälendes Töten von Tieren durch mit der Waffe in der Hand mächtig fühlende JägerInnen, sondern wie uns Michael Bug von Beginn an klar machte, ein Handwerk, das nach rechtlichen Bestimmungen und waidgerecht abzulaufen hat, also ohne grausame Jagdmethoden und sinnloses Quälen der Tiere. Ich persönlich esse lieber ein Wildtier, das in freier Natur gelebt hat und erst mit einem bestimmten Alter waidgerecht geschossen wurde, als ein Masttier, das zusammengepfercht auf Gittern stehen muss und Antibiotika ins Futter gemischt bekommen hat.

Clemens Hoff

Am Mittwoch, den 04.07.18 besuchten ca. 40 Drittklässler in der 5. Und 6. Stunde unser DG. Sie wurden vom P-Seminar „Natur und Technik in der Grundschule“ durch einen spannenden Vormittag mit chemischen Experimenten wie die Chipsdosenexplosion, Methanmamba, Fehling-Probe, Mikroskopische Übungen und einer kleinen Schulhausrallye begleitet. Viele Drittklässler waren von den Experimenten begeistert und wollten am liebsten noch mehr davon durchführen. Leider gingen die zwei Schulstunden viel zu schnell vorbei. Nächstes Schuljahr können die Drittklässler dann aber das P-Seminar bei uns besuchen, dann gibt es noch weitere interessante Versuche…!

P-Seminar und Stefan Mörsberger

 

Ein Bericht von Tim Schwarzmann

Am Mittwoch, den 25.04.2018, begaben wir, die Teilnehmer des Seminars „Nachhaltige Waldnutzung“, uns erneut auf den Weg in den Hauptsmoorwald nahe Kunigundenruh, um unsere bereits erlangten Kenntnisse am praktischen Beispiel zu vertiefen und anzuwenden. Nach einer kurzen Mittagspause am Forsthaus ging es für uns um ca. 13.50 Uhr direkt ans Werk: Zu Beginn wurde uns vom Forstbeamten Michael Bug, der neben der Seminarleiterin Frau Bier maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung unseres P-Seminars beteiligt ist, der Begriff „Nachhaltigkeit“ genauer erklärt und eingegrenzt, da dieser häufig missverstanden wird: Nachhaltigkeit bedeutet die Nutzung von Ressourcen, bei der die Bewahrung wesentlicher Eigenschaften und die natürliche Regenerationsfähigkeit eines Systems im Vordergrund steht. Somit ist der Begriff weder auf einen Nationalpark noch auf eine Pappelplantage anzuwenden. Als spielerische Einlage erklärte uns Herr Bug das Innenleben eines Baumes sowie die einzelnen Prozesse, die zum Stofftransport innerhalb des Baumes ablaufen müssen. Durch das Spiel, bei dem jedem von uns eine Position und Aufgabe zugewiesen worden war, wurden uns der Wassertransport im Splintholz nach oben sowie der Nährstofftransport im Bast nach unten vor Augen geführt.

Zurück zur Nachhaltigkeit: Um ein Waldstück nachhaltig bewirtschaften zu können, müssen vereinfacht zwei Größen bestimmt werden: Welche Menge an Holz steht auf der Fläche und welche Menge an Holz wächst pro Jahr nach. Daraus ergibt sich die Menge an Holz, die im Sinne der Nachhaltigkeit entnommen werden kann.

Mit Hilfe seiner “Wald-Power-point”, die zuverlässig ohne Beamer und vor allem ohne Strom, sondern mit Wäscheklammern funktioniert, erklärte uns Michael Bug die Möglichkeiten, die Forstbeamten zur Verfügung stehen, um den Holzbestand eines Waldes möglichst genau aufnehmen zu können. Bei der ersten Methode findet die Geometrie praktische Anwendung, da das Volumen eines Baumstammes angenähert dem eines Zylinders entspricht und sich mit der Formel einfach berechnen lässt. Die Höhe lässt sich mit der sogenannten Spazierstockmethode abschätzen oder mit einem Lasermessgerät bestimmen, der Durchmesser wird mit einer sogenannten Kluppe – einer überdimensionalen Schieblehre – gemessen, wobei je nach Baumart gleich die Dicke der Rinde abgezogen wird. Da diese Arbeit sehr zeitaufwendig und eigentlich nur bei bereits gefällten Stämmen sinnvoll ist, können Waldbesitzer auf Tabellen zurückgreifen, mit deren Hilfe anhand der in Brusthöhe (1,30m hoch) gemessenen Stammdurchmessers das Holzvolumen, angegeben in Festmetern (fm), auf der ausgewiesenen Fläche ermittelt wird.

Eine weitere Methode ist die Winkelzählprobe. Bei diesem Verfahren wird der sogenannte Bitterlich-Stab (ein 1cm breites Blech oder Holzstück, benannt nach dem Erfinder der Methode) durch eine Schnur 50cm vom Auge entfernt gehalten. Dreht man sich nun einmal um die eigene Achse, müssen alle anvisierten Bäume in Sichtweite gezählt werden, die genauso dick oder dicker als das Messblättchen sind. Hier wird mithilfe einer Tabelle aus der Anzahl der gezählten Bäume und der durchschnittlichen Höhe der Holzbestand in Festmeter pro Hektar ermittelt.

Nach einer Einweisung durften wir die Techniken auch schon selbst ausprobieren: Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. In einer bereits gekennzeichneten Waldfläche von 22,5 m Seitenlänge (500qm) maß eine Gruppe den Stammdurchmesser sämtlicher Bäume mit einem Mindestdurchmesser von 20cm. Der aus den Tabellen entnommene Wert wurde dann auf einen Hektar Waldfläche hochgerechnet. Die andere Gruppe suchte ein anderes, aber repräsentatives Waldstück aus und führten die Winkelzählprobe durch. Nach ca. 20 Minuten verglichen wir unsere Ergebnisse miteinander und es stellte sich heraus, dass die Techniken zwar unterschiedlich effizient bzw. zeitaufwändig sind, aber dennoch zu einem ähnlichen Ergebnis führen: Auf einem Hektar des Waldstückes bei der Kunigundenruh stehen etwa 1030 Festmeter Holz. Der von uns ermittelte Wert ist laut Herrn Bug zwar deutlich zu hoch, aber schließlich sind wir ja auch noch keine ausgebildeten Förster.

Zum Abschluss dieses durchaus informativen und spaßigen Waldnachmittags durfte dann noch ein Mitschüler ein kleines Bäumchen mit einer Handsäge fällen (natürlich nur mit entsprechender Schutzkleidung). Förster Michael Bug schnitt danach ein kleines Stück des Birken-Stamms ab und demonstrierte mit Seifenlauge und kräftiges Pusten das feine Röhrensystem im Holz:  kleine Schaumblasen, die sich an der Holzscheibe bildeten. Damit endete ein sehr informativer Waldnachmittag, der uns allen sichtlich Spaß bereitet hat.

Insekten und andere Gliederfüßer wie Krebs- und Spinnentiere sind für den Menschen in vielen Lebensbereichen von Bedeutung: Als Haustier (Biene), als Schädling (in der Landwirtschaft), als Modellorgansimus (Genetik), als Nahrung (afrikanische/asiatische Küche), als Diagnosemittel (Forensik), als medzinisches Instrument (Wundreinigung). Gliederfüßer sind der größte Tierstamm überhaupt. Durch Abwandlungen des Grundbauplanes haben sie viele Ökosysteme erschlossen.

Im Rahmen des Seminars besuchten wir ein Praktikum an der Universität Erlangen: Beitrag von Julia Bach:

„Insekten sind langweilig und widerlich!“- dieser Aussage können wir als Kurs des W-Seminars „Insekten und andere Gliedertiere“ nach unserem Ausflug nun nicht mehr zustimmen. Am 7.12.2015 machten wir uns also auf den Weg nach Erlangen zum Biologikum der naturwissenschaftlichen Fakultät, um einen Einblick in das Studentenleben sowie in das Studium selbst zu bekommen; anfangs mit gemischten Erwartungen. Als wir gegen 10 Uhr eintrafen, folgte auch schon die erste Vorlesung über das Zytoplasma, das Zytosol sowie das Zytoskelett eukaryotischer und prokaryotischer Zellen, die wir jedoch aufgrund Platzmangels im Hörsaal nur im Raum nebenan als Videoaufzeichnung verfolgen konnten. Dies brachte allerdings keine Nachteile mit sich, und so war es möglich in angenehmer Atmosphäre zuzuhören und Notizen zu machen. Der nächste Part unseres Ausflugs bestand darin, die große Bibliothek zu erkunden und uns nach Literatur passend zu unserem Referatsthema umzusehen. Gesagt, getan. Jeder beschäftigte sich also mit 3 verschiedenen Büchern seiner Wahl und die ersten Arbeiten am bevorstehenden Referat wurden vorgenommen. Fürs erste genug gearbeitet, eine einstündige Pause hatten wir uns verdient.

Gegen 13 Uhr ging es in die nächste Vorlesung, diesmal sogar im Hörsaal direkt, gleich in der ersten Reihe. Näher gebracht wurden uns hier die Unterschiede zwischen Wanzen und Käfer. Mit neuen Erkenntnissen ging es nun in den spannenden Praxispart, in dem wir mit anderen Studenten unser Wissen anwenden durften. Bereitgestellt wurden Binokulare und allerhand Präparate- ob trocken oder in Alkohol eingelegt. Unsere Aufgabe bestand darin, anhand eines Bestimmungsbuches das jeweilige Insekt zu bestimmen und bis aufs genauste zu untersuchen. Dies stellte sich als äußerst beeindruckend heraus, da beim Blick ins Mikroskop das Insekt erst richtig deutlich wurde. Beispielsweise erforschten wir einen beachtlich großen schwarzen Käfer mit imposantem Körperbau, der sich als Lederläufer herausstellte.

 

Mithilfe der engagierten Studenten lernten wir den Umgang mit Mikroskopen, Präparaten sowie Bestimmungsbüchern und durften uns sogar selbst unter Beweis stellen. Die Zeit verging wie im Flug, und schon näherte sich der Ausflug dem Ende zu. Es folgte ein Sprint zum Bahnhof, der unseren Tag auch noch in sportlicher Hinsicht erfolgreich abrundete. Alles in einem, ein sehr aufschlussreicher, spaßiger und spannender Tag, der uns allen neue Erfahrungen und Eindrücke der Biologie verschaffte.

In Form von Referaten wurden unterschiedliche Insektengruppen vorgestellt und im Biologiesaal als Schrankbilder präsentiert:

In den Seminararbeitsthemen (hier nur eine Auswahl) wurden einige dieser Aspekte bearbeitet:

  • Leuchtende Krebstiere
  • Entwicklung von Fliegenlarven zur Bestimmung des Todeszeitpunktes
  • Insekten als Nahrungsmittel
  • Bionik: Vergleich Libelle und Quadrokopter
  • Fressverhalten von Stabheuschrecken
  • Insektenvielfalt auf intensiv und extensiv genutzen Wiesen
  • Libellenpopulation eines Weihers
  • Spinnenseide

Mit interessierten Schülern des Begabtenkurses Bionik und des W-Seminars „Insekten“ besuchten wir am 18.02.2016 das Ideenforum Bionik im Bionicum des Nürnberger Tiergarten. Dort wurden wir wir von einem humanoiden (= der menschlichen Gestalt nachempfundenen) Roboter begrüßt und hörten insgesamt vier Vorträge von verschiedenen Ingenieuren, Doktoren und Professoren zum Thema Bionik. Zuerst aber eine Begriffsklärung: Das Wort Bionik setzt sich aus den beiden Wörtern „Biologie“ und „Technik“ zusammen. Wie diese beiden Wörter bereits vermuten lassen, beschäftigt sich die Bionik also damit, Phänomene aus der Natur als Vorbild für die Technik zu nutzen, wobei diese Vorgänge nicht exakt kopiert werden.

Im ersten und interessantesten Vortrag stellte Frau Dr. Nina Gaissert von der Firma Festo einige Tiere vor, deren geniale Funktionen in mehrjähriger Arbeit – so weit möglich – technisch nachgeahmt wurden. Beispielsweise wurde gezeigt, wie der SmartBird, ein der Silbermöwe nachgeahmtes Flugmodell, mit zwei Metern Spannweite durch aktives Auf- und Abschlagen der Flügel starten, fliegen und landen kann. Dies ist durch den komplexen Gelenktorsionsantrieb als auch durch den Ultraleichtbau sowie einer komplexen Regelung in Echtzeit möglich. Auch der Flug einer Libelle wurde nachgeahmt. Die Ingenieure mussten sich einiges einfallen lassen, um ein solches Objekt mit enormen Flugfähigkeiten steuern zu können. Zum Beispiel müssen sich die Flügel verdrehen können, die besondere Beschaffenheit der Flügel rekonstruiert und eine Art Autopilot programmiert werden, da die Flügel einer Libelle bis zu 20 mal pro Sekunde schlagen und solche schnellen Bewegungen von einem Menschen über eine Fernbedienung nicht mehr einzeln kontrollierbar wären. Der Energieverbrauch des BionicOpter ist so hoch, dass eine Handyladung nur für drei Minuten Flug ausreicht.

Auch ein soziales Insekt – die Ameise – diente als Vorbild für das sogenannte „Maschinen-Learning“. Wenn eine Ameise versucht, ein Objekt zu bewegen, aber zu schwach dafür ist, werden solange Ameisen herbeigeholt, bis sie das Objekt bewegen können. Auch die BionicAnt lernt, wenn ihre Kraft nicht ausreicht, andere Mini-Roboter herbeizurufen. Durch selbstständiges Lernen sollen in Zukunft auch andere Maschinen kooperieren und Aktionen aufeinander abstimmen können.Dr.-Ing. Ivo Boblan von der Technischen Universität Berlin beschäftigte sich im zweiten Vortrag mit dem Thema, wie man Roboter benutzerfreundlicher machen kann und eine optimale Mensch-Roboter-Interaktion schaffen kann. Dabei stellt sich besonders die Frage, welche Entscheidungen von Robotern und welche weiterhin von Menschen getroffen werden sollen.Außerdem wurde die Internet basierte Plattform „Open Bionic Innovation“ vorgestellt, auf der Biologen und Ingenieure ihre Ideen austauschen können und evolutionäre Entwicklung als Vorbild für die Technik diskutiert. Abgerundet wurden die Vorträge durch anschließende Fragen des sehr gemischten Publikums – sowohl Experten als auch interessierte Laien (wie wir vom Dientzenhofer Gymnasium) waren geladen – als auch durch die Poster-Präsentationen von Studenten der FAU und anderer MINT-Lehrstühle.

 

In der Mittagspause besuchten wir die Bionik-Ausstellung, in der man zum Beispiel die Stabilität von Bambus mit Stahl und Plastik vergleichen konnte, das Gewicht und die Stabilität von einer Muschel mit Stahlbeton und viele weitere Dinge. Wie zu erwarten, war das Beispiel aus der Natur immer wesentlich robuster beziehungsweise gewichtssparender.

Sebastian Both und Catja Bier

Im Zuge der Recherchearbeiten besuchte das P-Seminar „Typisierungsaktion am DG“ das Bamberger Klinikum. Das P-Seminar hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele DG‘ler dazu zu motivieren, sich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen und damit möglicherweise Leben zu retten.

Im Krankenhaus wurden wir von Prof. Dr. Repp empfangen, der uns ausführlich über das Krankheitsbild der Leukämie und deren Behandlung informierte. In dieser Gesprächsrunde ging Herr Repp zudem auf unsere Fragen ein und erklärte die medizinischen Sachverhalte äußerst verständlich und anschaulich. Anschließend führte er uns durch die Station, die aufgrund des geschwächten Immunsystems vieler Patienten besonderen Hygienevorschriften unterliegt (z.B. besitzt jedes Zimmer einen Luft- und Wasserfilter, sowie ein Schleusensystem). Dennoch hatten wir die Möglichkeit, uns mit einer Patientin zu unterhalten und konnten so einen kleinen Einblick in das Klinikleben bekommen.

Julian Bätz, Herr Christian

Unter diesem Motto organisierten Schüler des Dientzenhofer-Gymnasiums Bamberg eine Aktion zugunsten der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

An diesem Mittwoch war es endlich soweit. Nach mehr als einem Jahr Vorbereitung und Planung konnten die Schüler-innen und Schüler des P-Seminars „Typisierungsaktion am DG“ endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten. Am 21.01.2015 fand am Bamberger Dientzenhofer-Gymnasium in Zusammen-arbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei eine schulinterne Typisierung statt. Insgesamt rund 180 Ober-stufenschüler und Lehrer ließen sich nach einem umfangreichen Vortrag des DKMS-Referenten Tobias Dylka freiwillig als mögliche Stammzellspender für Leukämieerkrankte registrieren.

„So eine Stammzellspende ist für viele Blutkrebspatienten oftmals die einzige Chance auf ein neues Leben“, weiß Ludwig – ein Schüler des P-Seminars – zu berichten, „für den Spender ist es nur ein minimaler Aufwand, der das Leben eines anderen Menschen von Grund auf verändern kann“.

Er und zwölf weitere junge Erwachsene des Seminars haben in den vergangenen Monaten viel Zeit und Kraft in dieses Projekt investiert – ihr Einsatz ging dabei oft auch über den regulären Unterricht hinaus. Umso mehr freuten sie sich darüber, dass trotz der Sensibilität dieses Themas ein solch enormer Zuspruch innerhalb der Schulfamilie und im privaten Umfeld zu spüren war. Unterstützung erhielt das P-Seminar zudem von einigen regional und überregional agierenden Unternehmen, die sich an der Typisierungsaktion teils durch Geldspenden, teils durch Sachspenden beteiligten. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der DKMS wurden die Schülerinnen und Schüler erstmals darauf aufmerksam, dass Leukämie jeden Einzelnen betreffen kann – vom Kleinkind bis ins hohe Alter.

Je nach Art der Erkrankung ist eine Stammzellenspende oftmals die einzige Chance auf Heilung. „Dass durch unsere Aktion möglicherweise Leben gerettet werden können ist ein wunderschönes Gefühl“ resümiert Sabrina und da stimmen ihr die anderen P-Seminarschüler kopfnickend zu.