Menu

Nachdem jede 6. Klasse in den vergangenen Wochen in ihren Klassen bereits die Vorrunde gelesen hatte, traten am Dienstag, den 5.12 die neun Klassensieger*innen zum Schulfinale in der Schülerlesebücherei an.

Zunächst musste ein selbst ausgewählter Text vorgelesen werden, bei dem die Jury neben der Textauswahl auf Lesetechnik und Interpretation achtete. Den guten Eindruck galt es dann in der zweiten Runde an einem bisher unbekannten Text zu bestätigen.

In einem hochklassigen und bis zum Ende spannenden Wettbewerb siegte Charlotte Wilhelm aus der 6e, die sich dadurch einen Platz beim Bamberger Stadtfinale sichern konnte. Herzlichen Glückwunsch! Unsere Daumen für die nächste Runde sind gedrückt.

Der Jury um unsere DG-Bibler Isabel Stadter und Casimir Ummenhofer, das Mitglied des Elternbeirats Martina Teriet und die beiden Lehrkräfte Carina Hofmann und Sonja Widiker danken wir sehr für die Bereitschaft, die verantwortungsvolle Aufgabe der fairen Bewertung übernommen zu haben.

Darüber hinaus geht ein großer Dank an den Förderverein und für diesen stellvertretend an Rafael Rempe für die Organisation und das Stiften der Preise für alle Teilnehmer*innen.

 

 

Johannes Marr, FS Deutsch

 

 

 

Die Ergebnisse der Iglu-Studie 2021 alarmierten uns Ende des vergangenen Schuljahrs: Dort wurde davor gewarnt, dass Kinder der vierten Klassen  eine „substanziell geringere“ Lesekompetenz  als Viertklässler vor der Pandemie im Jahr 2016 aufwiesen. Im Durchschnitt sollte die Lesekompetenz der Schüler ein halbes Schuljahr hinterher hinken.

Die schon in den letzten Jahren stetig gesunkene Lesekompetenz sollte nun noch geringer ausfallen? Diese Aussicht verlangte nach Lösungen, um unsere Fünftklässler nicht mit ihren prognostizierten Defiziten alleine zu lassen und diese auf lange Sicht zu beheben.

Denn flüssiges und sinnerfassendes Lesen ist als Basiskompetenz nicht nur für das Fach Deutsch, sondern für das Verstehen von Texten in allen Fächern von Mathematik bis Geschichte relevant. So gilt Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation und ist nach Ansicht von Bildungsforschern die  Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbiografie.

Glücklicherweise gibt es für die  Förderung der Lesekompetenz wissenschaftlich anerkannte Verfahren, die wir in einem ersten Durchlauf in diesem Schuljahr erprobten.

Mit einer großangelegten Testung durch die Deutschlehrkräfte der 5. Jahrgangsstufe wurden insgesamt 45 Schüler mit Förderbedarf im Lesen diagnostiziert – also rund ¼ des gesamten Jahrgangs! Unter tatkräftiger Hilfe des gesamten Studienseminars 2020/23, vieler engagierter Schüler der Mittel- bis Oberstufe und einiger Kollegen wurden ab den Herbstferien sogenannte Lesetandems gebildet, in denen die Leseflüssigkeit in regelmäßigen kurzen Einheiten trainiert wurde. Da Busverbindungen und zahlreiche andere zeitliche Verpflichtungen die Trainingseinheiten in der Schule für einige leseschwache Schüler verhinderten, förderten auch Eltern daheim mit von uns empfohlenen Materialien. Am Ende des 1. Halbjahres wurde mit einem Re-Test im Deutschunterricht der aktuelle Lesestand festgestellt. Es zeigte sich, dass regelmäßiges Training nicht nur im Sport zu besseren Leistung führt, sondern auch beim Lesen!

Auch wenn in diesem Schuljahr noch nicht alles rund lief und vor allem der Ablauf wie die Verbindlichkeit des Lesetrainings sicher weiter optimierbar sind, hat uns die Durchführung des Leseflüssigkeitstrainings gezeigt, wie wichtig individuelle und zielgenaue Förderung ist. Wir wünschen uns, dass auch im kommenden Schuljahr genug Engagement auf Seiten der Schüler- und Lehrerschaft vorhanden ist, um die erwartbaren Lesedefizite auch unserer neuen Fünftklässler aufzufangen und das Leseflüssigkeitstraining als festen Baustein in der DG-Leseförderung zu integrieren.

 

 

Claudia Mittendorf / Barbara Reidelshöfer