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Endlich kann man wieder Exkursionen unternehmen und den theoretischen Unterrichtsstoff aus dem Schulbuch vor Ort live und hautnah erleben. Daher fuhren alle fünften Klassen im Rahmen eines fächerübergreifenden Pro­jekts, bei dem Biologie, Natur und Technik sowie Geographie beteiligt waren, in die Fränkischen Schweiz zum Gut Schönhof in Eichenbirkig.

Nach einer herrlichen Busfahrt durch das Tal der Wiesent, vorbei an bizarren Felsen, und nach einer kurzen Ves­perpause durften die Schülerinnen und Schüler zunächst unter Anlei­tung der Biologielehrkräfte auf einer Wiese diverse Pflanzen bestimmen und nach der Mit­tagspause erhielten sie an sechs Lernstationen einen Einblick in die Kälbermast.

Das absolute Highlight war hierbei die „Handmassage im Kälbermaul“. Junge Kälbchen sind nämlich sehr neugie­rige Wesen und die Fünftklässler haben schnell mitbekommen, dass diese sehr gerne ihre Hände abschlecken wollten, was die Kinder anfangs etwas ekelig oder ein bisschen furchterregend fanden. Aber als die Schüler er­fuhren, dass Kälbchen, auch wenn sie groß sind, im Oberkiefer gar keine Schneiderzähne haben, sondern nur einen mit einer festen geriffelten Hornplatte ausgestatteten Gaumen, war ihnen klar, dass sie nicht um ihre zarten Händchen bangen mussten und ihre Finger gar nicht abgebissen werden konnten. Sobald die ersten Mutigen ihre Finger im Kälbermaul hatten und dies sogar recht angenehm fanden, gab es kein Halten mehr. Jeder wollte eine, zugegebenermaßen etwas schleimige, Handmassage, obwohl die Zungen der Kälbchen doch recht rau sind.

Aber warum wurden die süßen Kälbchen denn nicht zusammen in einem großen Freiluftgehe­ge untergebracht, sodass sie miteinander spielen oder sich beschnuppern können? – Dafür gibt es einen wichtigen Grund: in den ersten Lebenswochen sind sie besonders empfindlich ge­genüber Krankheitserregern und sie würden sich, wenn sie nicht isoliert gehalten werden würden, gegenseitig anstecken. Deshalb stehen sie in sogenannten „Kälberig­lus“. Auf diese Weise können sie sich zudem bei Zugluft und Regen auf ein warmes Strohnest in ihre Plastik-Box zurückziehen und bei gutem Wetter vor der Box im Freien die Sonne genießen.

 

Wenn die Tiere etwas robuster sind, kommen sie in den „Kindergarten“, wo sie schließlich in kleinen Gruppen zusammenleben und sich untereinander kennenlernen können. Außerdem bekommen sie dann auch Heu zu fressen, damit sie sich zu fleißigen Wiederkäuern ent­wickeln. In den ersten beiden Lebenswochen gab es für die Kälbchen vor allem die sogenann­te „Kolostralmilch“. Diese allererste Muttermilch, die die Kühe unmittelbar nach der Geburt ihrer Kälbchen produzieren, ist eine meist dickflüssige, leicht gelbliche Milch mit besonders vielen Vitaminen und Mineralien. Sie soll die die Jungtiere stärken und möglichst immun gegen Krankheiten machen.

Schon bald nach der Geburt bekommen alle in EU-Betrieben gehaltenen Kälbchen zudem eine gelbe Ohrmarke mit einem Zahlencode darauf. Diese Nummer mussten die Schüler an einer der Lernstationen erforschen: „DE“ steht für das Herkunftsland Deutschland, „09“ be­deutet Bundesland Bayern und im Anschluss daran folgt die Betriebsnummer mit der spezifi­schen Nummer eines Kalbs. Somit trägt jedes Tier stets seinen Ausweis im Ohr, und dies ein Leben lang. Eine Umkennzeichnung wäre illegal.

Und weiter ging es zum Melken. Zum Glück haben die Schüler keine echten Kühe gemolken, sondern nur eine Holzkuh, an der unten ein Plastikeimer mit Gummizitzen hing, denn bei so manchem „Melkversuch“ durch die Fünftklässler hätten sich die Kühe bestimmt gewehrt und es wäre auch sehr viel Milch verloren gegangen. So aber erwies sich an dem heißen Sommer­tag das Wasser aus dem Plastik-Euter als willkommene Abkühlung. Man konnte damit auch den einen oder anderen Klassenkameraden ein wenig vollspritzen.  Diese Station war folglich sehr beliebt bei den Schülern. Und jeder weiß nun, dass man vor dem Melken das Euter zu­nächst mit lauwarmem Wasser abwaschen muss. Danach kommt die sogenannte „Zitzenpro­be“, um festzustellen, ob die Milch in Ord­nung ist und keinerlei Blutspuren enthält, und her­nach geht es ans „Anrüsten“. Dabei werden die Zitzen leicht massiert, um die Kuh auf diese Weise melkbereit zu machen. Nach einem Melkvorgang muss man wiederum „ausmelken“, das heißt, jedes Euterviertel wird leermassiert, weil es sonst zu Eutererkrankungen kommen kann oder die Milchproduktion der Kuh nachlässt.

Es war beeindruckend zu sehen, was man aus 20 Litern Rohmilch alles herstellen kann, näm­lich entweder 20 Liter Trinkmilch oder zwei Kilogramm Käse oder vier Päckchen Butter oder 1,4 Liter Sahne oder vier Kilogramm Quark oder 20 Kilogramm Joghurt.

An weiteren Stationen sollten die Schüler mithilfe von Schautafeln in Gruppenarbeit einige Fragen beantworten und die Fakten anschließend im Klassenverband vortragen. Dabei ging es zum Beispiel über die Auerochsen, die Vorgänger unserer heutigen Hausrinder, über die ver­schiedenen Rinderrassen, wie die Schwarzbunten, das Fleckvieh und das deutsche Angusrind, oder Daten zur Milchleistung von Kühen. So produziert eine Kuh im Jahr zwischen 4.000 und 8.500 Liter Milch. Dies ist im Vergleich zu der Milchleistung einer Kuh vor hundert Jahren eine etwa dreimal so hohe Menge. Je nach Tierrasse gibt eine Kuh pro Tag heute zwischen 15 und 40 Liter Milch.

Ein Gang in den Stall durfte natürlich nicht fehlen. Dort wurden in dem Moment, als wir ein­traten, gerade „die Betten für die Tiere frisch gemacht“. Was es damit auf sich hatte, musste uns die Bäuerin erst erklären. Über die Köpfe der Tiere hinweg fuhr nämlich unterhalb des Stalldachs auf einer Schiene eine Art Wagen mit einem Stroh­ballen darauf, von dem aus au­tomatisch Stroh in die Tierboxen verteilt wurde, sodass das Vieh wieder eine fri­sche Unterla­ge zum Herumlaufen und Liegen bekam. Für die Tiere ist dies so, als würde es Stroh „schnei­en“. Das alte, verbrauchte Stroh wird später zusammen mit den Exkrementen über ein Förder­band automatisch ab­transportiert. Da Gut Schönhof ein Biobetrieb ist, hat hier jedes Tier etwa vier Quadratmeter Platz – dies ist dop­pelt so viel wie in der konventionellen Tierhaltung.

An weiteren Lernstationen konnten die Fünftklässler zum Schluss noch erfahren, welche Menge an Heu, Silage, Kraftfutter, Mineralstoffen und Wasser Kühe pro Tag zu sich nehmen und wie die fünf verschiedenen Mägen der Tiere funktionieren.

Viel zu schnell verging unsere Zeit auf Gut Schönhof, wo es mehr als nur „gut“ und „schön“ war. Ein herzlicher Dank geht an die Mitarbeiterinnen des Hofs, die Biologielehrkräfte, die bei den Pflanzenbestimmungen sehr mit­geholfen haben, und vor allem an Frau Oberstudienrä­tin Catja Bier, die Gut Schönhof ausgewählt und einige Vorexkursionen dorthin unternommen hat. In Zukunft werden wir alle sicherlich unsere Lebensmittel noch mehr wertschätzen, da wir gesehen haben, welch hoher Aufwand für deren Herstellung betrieben werden muss. Da­mit hat Gut Schönhof auch noch einen wichtigen Aspekt zum Thema Alltagskompetenzen erreicht.

G. Merz

 

Oder: Gärtner & Brauer statt Großbritannien. Eigentlich war geplant, dass unser P-Seminar in Bambergs engli­sche Partnerstadt Bedford fährt, um dort an Schulen, in Betrieben und in Hotels Praktika zu absolvieren. Aber Corona und Brexit führten dazu, dass wir unsere Reisepläne begraben mussten. Jedoch aus „graben“ und „rei­sen“ ergaben sich dann tatsächlich ganz neue Pläne. Deshalb „bereisen“ bzw. erkunden wir nun das Weltkultur­erbe im Stadtgebiet Bamberg, wobei unser Schwerpunkt auf der Gärtnerstadt und den im dortigen Boden „gra­benden“ Gärtnern liegt. Auf den Fluren östlich der Regnitz wurde bereits seit dem Mittelalter Erwerbsgartenbau betrieben – also auch in dem Gebiet, in dem heute das DG steht. Das Ziel unseres P-Seminars ist es, einen Bo­gen vom historischen Gartenbau bis hin zu den modernen Gärtnereien und Brauereien zu spannen, denn diese beiden Erwerbszweige hingen bereits im Mittelalter eng miteinander zusammen.

Als Einstieg besuchten wir im April 2022 die Gärtnerei Karl Dechant in der Geisfelder Straße.

Dort haben wir nicht nur das bunte Blütenmeer bewundert, sondern sind auch in die Tiefen des Gärtnereiwesens eingetaucht. Dabei haben wir erfahren,

  • dass die Corona-Zeit für die heimischen Gärtnereien auch ein bisschen etwas Positives hatte, weil sich zahl­reiche Leute wieder mehr auf regionale Produkte besannen und ihre eigenen Gärten oft neu umgestaltet und für den Urlaub daheim verschönert haben.
  • dass es gar nicht so einfach ist, eine Topfmaschine zu bedienen.
  • dass kleine Gemüsepflanzen und kurze Beerensträucher für Balkone gerade voll im Trend liegen. Haben Sie schon einmal von Snack-Paprika „Snacky Yellow“, Mini-Auberginen namens „Jackpot“ oder von sogenannten Beerenzwergen etwa gehört?
  • dass ein direkt gegenüberliegender Bau- und Gartenmarkt wider Erwarten gar keine Konkurrenz für eine heimische Gärtnerei darstellen muss, sondern für beide Seiten zu einer echten Win-Win-Situation führen kann.
  • welche Probleme sich für Bamberger Betriebe durch den Neubau der ICE-Strecke und eine damit eventuell einhergehende Änderung der Straßenführung ergeben.
  • was für eine enorme Vielzahl es an heimischen Kräutern gibt, z.B. Schokominze, die vor allem seit dem Boom von Cock­tails ein „wahrer Renner“ wurde.
  • was man unter dem „Pikieren“ versteht. Dies ist im Gartenbau das „Vereinzeln“ bzw. das Verpflanzen von zu dicht stehenden Sämlingen auf größere Abstände.
  • was eine „Schlauchrolle“ ist. Dabei handelt es sich um ein rundes, schweres Gewicht, das jeweils an den Ecken der Beete steht, damit der Gartenschlauch zum Gießen nicht die zarten Pflänzchen zerdrückt und zerstört.
  • dass man anhand eines unscheinbaren Grundstücks authentischen Geschichtsunterricht betreiben kann, denn neben der Gärtnerei Karl Dechant gibt es hinter der ehemaligen Brauerei Maisel ein großes Feld, das ein wenig tiefer als seine Umgebung liegt. Warum nur? – Hier wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wie­deraufbau der zerstörten Häuser Sand abgebaut.

Da neben den Gärtnereien auch die Brauereien eine wichtige Rolle für Bambergs Welterbe spielen, ging unsere nächste Exkursion in die Wunderburg zur Brauerei Mahr’s Bräu, durch die uns ein junger Diplom-Brauwirt geführt hat.

Wir alle waren tief beeindruckt, als wir lernten, was für ein fast voll-automatisierter Hightech-Prozess das Bier­brauen heute ist. Schon allein von den vielen Fachtermini waren wir fast wie beschwipst: Läuterkessel, Treber, Maische, Hopfen-Pellets, Whirlpool, Plattenkühler, Cleaning-in-place System, Gärung, Nachgärung, doppelte Vakuumierung, Vorspannen von Flaschen, Leerflascheninspektor usw.

Beim nächsten Bier werden wir bestimmt an die vielen komplexen chemischen Verfahren, das Sudhaus mit sei­nen Kupferkesseln, die riesengroßen Lagertanks sowie die Flaschen- und Fassabfüllanlagen denken, und, wie ein Schüler in seinem Bericht geschrieben hat, freuen wir uns schon auf unseren nächsten Besuch im Mahr’s Bräu, wenngleich dieser wohl eher im dazugehörigen Wirtshaus sein wird.

Wir bedanken uns herzlich dafür, dass uns die Gärtnerei Karl Dechant und die Brauerei Mahr’s Bräu eine Be­triebsbesichtigung bei ihnen ermöglicht haben.

P-Seminar Merz

Der Diercke-Wettbewerb ist Deutschlands größter Geographiewettbewerb für Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland. Alle fünften, siebten und zehnten Klassen unserer Schule sollten hierbei mit Hilfe des Atlas zwanzig vom Westermann-Verlag vorgelegte Wettbewerbsaufgaben lösen. Die besten Ergebnisse erzielten Kilian Dietz (5c), Moritz Thoma (7a) und Carolin Schönmüller (10b), die jeweils Klassenstufensieger ihrer Jahrgangsstufe wurden. In der zweiten Runde legte Moritz Thoma anschließend den Diercke-Schulsieger-Test mit dem besten Ergebnis ab und ist somit unser „DG-Diercke-Champion“. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Hier eine kleine Auswahl der gestellten Fragen:

  1. Die Länder Europas zeichnen sich durch vielfältige landschaftliche Besonderheiten aus. Ordne diese den jeweiligen Ländern zu.
  • Lavendelfelder – Seenreichtum – Vulkanismus – Gletscher
  • Finnland – Italien – Schweiz – Frankreich
  1. Benenne das abgebildete Land:

 

  1. Die Verteilung der Rohstoffe auf der Erde ist unterschiedlich. Manche Länder verfügen über ein hohes Vorkommen eines bestimmten Rohstoffes. Verbinde die folgenden Länder mit dem jeweiligen Rohstoff.
  • Deutschland – Botsuana – Venezuela – Chile
  • Braunkohle – Erdöl – Kupfer – Diamanten
  1. Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrere Superkontinente. Benenne einen.

 

  1. Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten. Kreise den Anteil der in Städten lebenden Weltbevölkerung ein (Stand: 2021): 47 % – 57 % – 67 %

 

  1. Vergleiche die Fläche der beiden Länder. Spanien ist … (kleiner/größer) als Frankreich.

 

  1. Kreuze die Stadt an, die am weitesten von Hamburg entfernt liegt.
  • Berlin – Hannover – Bremen – Rostock
  1. Wälder stellen einen bedeutenden Lebensraum für verschiedene Pflanzen, Pilze und Tiere dar. Schätze ab, wie viel Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit Wald bedeckt ist.

 

  1. Mit seinem Floß „Kon Tiki“ ließ sich der Abenteurer Thor Heyerdahl im Jahr 1947 von Peru aus über den Pazifik treiben. Nenne den Namen des Windes, den er dabei nutzte.

 

  1. Kreuze die am östlichsten gelegene Stadt an: Berlin – Prag – Warschau – Zagreb

 

Lösungen:

  1. Lavendelfelder – Frankreich; Seenreichtum – Finnland; Vulkanismus – Italien; Gletscher – Schweiz
  2. Kroatien
  3. Venezuela – Erdöl; Chile – Kupfer; Deutschland – Braunkohle; Botsuana – Diamanten
  4. Pangäa
  5. 57 %
  6. kleiner
  7. Berlin
  8. 30 %
  9. Südostpassat
  10. Warschau

 

G. Merz

Räuber Hotzenplotz – gefangen im Gradnetz

Ach, wenn es doch sooo einfach wäre, alle Verbrecher dieser Welt ausfindig und dingfest zu machen! Die Klassen 5a und 5e würden sofort bei der Suche mithelfen.

Aber worum geht es? Nach unseren Filmen über die Staudengärtnerei Strobler und die Gärtnerei Eichfelder hat uns das „filmische Fieber“ ergriffen. Wir wollten da weitermachen, wo wir vor den Weihnachtsferien aufgehört hatten. Momentan war jedoch gerade das Gradnetz in Geographie dran. Nun, dieses kann man leider nicht sehen, aber, so stellten wir fest, man kann es filmisch sichtbar machen. Allerdings klingen Breitenkreis, Null-Meridian und 50 Grad Nord nicht nach dem typischen Blockbuster-Material. Man könnte allerdings diese sperrigen Begriffe in eine kindgemäße Geschichte einbauen. Da die Schülerinnen und Schüler Räuber Hotzenplotz lieben und die Lehrerin Kaffee, entstand folgender Film:

 

Natürlich haben wir schließlich mithilfe des Gradnetzes den Räuber Hotzenplotz sowie die Kaffeemühle, die er von Kasperls Großmutter geklaut hat, gefunden, denn die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5e sind nun mit den Längen- und Breitenkreisen bestens vertraut.

G. Merz

 

 

 

Für den Fremdsprachenwettbewerb gab es für eine engagierte Schülerinnengruppe dieses Mal besonders hohe Hürden zu überwinden. Diese bestanden jedoch nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, in der Fremdspra­che, sondern in den Tücken der Technik. Aber der Reihe nach.

Auf die Idee, mit einem selbst komponierten englischen Film beim Fremdspachenwettbewerb 2020 (!) etwas zur Rettung unseres Planeten beizutragen, kamen die vier Schülerinnen, Anna, Annalena, Helena und Theresa, durch eine Reportage für Kinder im Fernsehen, bei der es um die Verschmutzung der Meere durch Plastik­müll ging. Außerdem haben sie bei youtube den schockierenden Film über eine Schildkröte angesehen, in dem eine Schildkröte aufgrund misslicher Umstände einen langen Plastikstrohhalm in ihrem Nasenloch hat und ein paar Umweltschützer versuchen, diesen mühsam zu entfernen. Als die vier Mädchen dann in der sechsten Klasse anfingen, die Nachrichten zu verfolgen, haben sie festgestellt, dass das Thema Umwelt immer wichtiger wird und uns Menschen in allen Bereichen unseres Lebens betrifft. Auch in Geographie hat sich die Klasse des Themas „Plastikmüll“ ange­nommen und im Rahmen einer Exkursion auch den Unverpackt-Laden in Bamberg besucht.

Die Schülerinnen haben sich als Plot für ihren Film überlegt, dass von ihrer Vierergruppe zwei Mädchen die Um­welt ver­schmutzen und zwei Mädchen, die aktive Umweltschützerinnen sind, versuchen, die anderen beiden davon zu überzeugen, dass ihr Verhalten falsch ist, was ihnen am Ende des Films auch gelingen soll.

Ihren Film “Save our planet” haben die Schülerinnen eigentlich schon in der sechsten Klasse erstellt und sie ha­ben auch alles getan, um den Film für den Fremdsprachenwettbewerb 2020 rechtzeitig abzuschicken, denn er war pünktlich fertig. Aber dummer Weise konnte man den Film auf dem Computer der Mutter einer Schülerin perfekt abspielen, aber man konnte ihn von dort aus weder auf die Wettbewerbsseite hochladen noch anderweitig verschicken. Obwohl, ganz so war es nicht, man konnte ihn versenden, aber der Ton war dann plötzlich weg. Und was bringt ein Stummfilm für einen Fremdsprachenwettbewerb? Nichts. Auch alle Computerexperten wussten nicht mehr weiter.

Aber unsere DG-Mädels haben nicht aufgegeben und, nachdem die erste Enttäuschung ein wenig verklungen war, beschlossen, dass sie es noch einmal versuchen werden, den Film zu retten. Doch dann kam der zweite Corona-Lockdown. Die vier Schülerinnen durften sich nicht mehr in der Schule treffen und auch sonst konnten sie den Film nicht bei einem der Mädels daheim fertigstellen. Folglich konnten der Film auch für den Fremdsprachenwettbewerb 2021 nicht eingereicht werden. So ein Pech.

Nach dem Lockdown ging es erneut an die Arbeit. Der tonlose Film wurde hergenommen, mithilfe eines anderen Computerprogramms geladen und noch einmal ganz neu aufgesprochen. Jetzt stimmen zwar die Mundbewegun­gen nicht mehr exakt mit dem gesprochenen Wort überein, aber dies ist trotzdem viel besser als ein Stummfilm. Endlich hat der Film nach langer Zeit doch noch sein “happy ending” bekommen. Für die Schülerinnen war es im Herbst 2021, während der letzten Tonaufnahmen, sogar ganz lustig, sich im Film als damalige Sechstklässlerinnen zu sehen, denn aus den Kindern von damals waren in der Zwischenzeit junge Damen ge­worden.

Nun hoffen alle, dass “Save our planet” mit Ton beim Fremdsprachenwettbewerb 2022 an­kommt, und zwar so­wohl technisch als auch bei der Jury. Außerdem wünschen sich die Schülerinnen natürlich auch, dass sie mit ihrer ersten englischen Filmproduktion ein wenig dazu beitragen können, dass unser Planet gerettet wird. Im November 2021 war ja der Weltklimagipfel in Glasgow, der erneut deutlich gemacht hat, dass der Appell ihres Films immer noch aktuell ist. Leider.

Obiger Text entspricht etwa dem Begleitartikel, den wir für den Fremdsprachenwettbewerb 2022 verfasst haben. Mittlerweile hat sich aufgrund der politischen Umstände in der Ukraine unser Wunsch “Save our planet” auf dramatische Weise noch weiter verstärkt.

G. Merz

Gefundene Kinder, exotische Früchte, Stockhiebe von Lehrern und ganz viel Geduld

Wir sind in Uganda. Als Frau Janina Möck vor den Geographiekursen der Q12 einen packenden Vortrag zum Thema Entwicklungshilfe hielt, waren wir fast live in Afrika mit dabei, obwohl wir eigentlich im – wegen des Corona-Hygienekonzepts – gut gelüfteten und somit kühlen Mehrzweckraum des DG saßen. Die sonst so relativ trocke­nen Theorien zur Entwicklungshilfe waren plötzlich aufgrund der interessanten Berichte von Frau Möck über das von ihr initiierte Hilfsprojekt auf einmal gar nicht mehr bloße graue Theorie, sondern schillernde Ge­schichten über Land und Leute in dem Entwicklungsland Uganda.

Frau Möck hat nämlich nach ihrem Abitur im Jahr 2013 bei einer großen Organisation ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika absolviert. Dabei stellte sie fest, dass dabei viele Aktivitäten weder hilfreich noch zielführend waren, woraufhin sie kurzerhand ein eigenes Entwicklungshilfeprojekt namens „We care for them“ in Uganda gründete. Ehe sie aber darüber berichtete, wie sie ihr Hilfsprojekt aufgezogen hat, erfuhren die SchülerInnen einige Kuriosi­täten vom afrikanischen Kontinent.

  • So gibt es in Uganda 60 verschiedene Sprachen. Leute, die etwas weiter voneinander entfernt wohnen, ha­ben oft keine Chance, sich gegenseitig zu verständigen. Die offizielle Sprache ist zwar Englisch, aber dies können nur die Leute, die eine gute Schule besucht haben, also nur sehr wenige.
  • In Uganda gibt es auch noch die typische „Bevölkerungspyramide“ mit vielen Kindern und nur wenigen alten Menschen – im Gegensatz zur „Urnenform“ bei der Bevölkerungsdarstellung, die für Deutschland typisch ist. Etwa 50 Prozent der Einwohner von Uganda sind unter 18 Jahre alt. Gebildete Leute haben nur zwei bis drei Kinder, aber in Dörfern sind 10 bis 16 Kinder pro Familie keine Seltenheit. Daher besteht ein Ziel der von Frau Möck im Jahr 2014 gegründeten Organisation darin, ein besseres Schulsystem aufzubauen als es dem Standard in Uganda entspricht, um auf diese Weise auch etwas gegen das rapide Bevölkerungswachstum zu unternehmen.

  • Frau Möck hat die zahlreichen Kinder, denen sie mit ihrer Organisation hilft, im wahrsten Sinne des Wortes „ge­funden“, zum Teil auf der Straße oder auf Baustellen. So hat „We care for them“ beispielsweise einen Fisch­weiher angelegt, wobei dabei ein sehr junger Tagelöhner auffiel. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass er erst 11 Jahre alt war und nicht mehr in die Schule ging, weil seine Mutter das nötige Schulgeld nicht aufbrin­gen konnte. Die Geschichte dieses Jungen namens Brian ist typisch für viele Kinder in Uganda. Brians Vater hat seine Mutter und seinen älteren Bruder verlassen, als die Mutter schwanger war. Danach hat Brians Mut­ter einen neuen Mann kennengelernt, von dem sie weitere Kinder bekam, denn die Tatsache, dass ein Paar „fest zusammen ist“, manifestiert sich in Uganda nicht durch einen offiziellen Trauschein, sondern dadurch, dass man gemeinsame Kinder hat. Brians Vater kümmerte sich anschließend, nur noch um seinen eigenen Nach­wuchs und nicht um die Kinder aus früheren Beziehungen der Frau. Brian und sein Bruder kamen spä­ter zu ihrer Oma und sobald genug Geld da gewesen wäre, sollten sie wieder in die Schule gehen dürfen. Da dies aber nie der Fall war, musste Brian schon seit mehreren Jahren als Tagelöhner arbeiten. Für Brian er­wies es sich daher als eine Art „Lottogewinn“, dass er Frau Möck bei der Anlage des Fischweihers für „We care for them“ aufgefallen ist, denn sie nahm ihn daraufhin in ihrem Kinderheim auf. Ein Tropfen auf dem heißen Stein – für Brian aber mehr als nur eine glückliche Fügung.

  • Schockierend ist auch die Tatsache, dass Polygamie in der Kultur Ugandas noch tief verwurzelt ist. Manche Männer haben drei bis sieben Frauen und häufig ist nicht bekannt, wie viele Kinder ein Mann tatsächlich hat. Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt seiner Beerdigung, denn da kommen alle Blutsverwandten zusammen und so manche Geschwister lernen sich bei diesem Ereignis zum ersten Mal kennen.

  • Eine weitere Geschichte, die die SchülerInnen aufhorchen ließ, waren Frau Möcks Ausführungen über die sogenannten Regelschulen. Eine Klasse besteht dort aus circa 50 Schülern und die Lehrer sorgen mit Stock­hieben für Ruhe und Disziplin. Mathematik läuft wie eine militärische Drillübung ab und es geht eigentlich nur um ein stupides Auswendiglernen. Lehrer: „Fünf plus drei?“ – Schüler: „Fünf plus drei ist acht.“ Die Tatsache, dass die nötigen logischen Verknüpfungen häufig fehlen, erkennt man daran, dass, wenn die Schüler an­schließend gefragt werden, was das Ergebnis von acht minus fünf sei, völlige Ratlosigkeit bei den Schülern herrscht. Dieses Problem wird auch sichtbar, wenn ältere Leute in einem Geschäft kleine Kügelchen auf ein Blatt Papier malen, um zum Beispiel acht minus fünf „auszurechnen“.
  • In Frau Möcks Vortrag gab es auch noch ein paar Praxisbeispiele aus dem geographischen Themenblock „Klima in den Tropen“. So erklärte sie, dass man in Uganda, das fast genau auf dem Äquator liegt, zweimal pro Jahr ernten kann, weil die ITC, die Innertropische Konvergenzzone, zweimal im Jahr über das Land zieht und es daher dort zu zwei Regenzeiten kommt. Es gibt weder Frühling, Herbst oder Winter. Vor der Regen­zeit wird gesät, dann regnet es zwei Monate lang auf die Felder und anschließend erntet man. Wenn man dann noch, so wie Frau Möcks Organisation, einen eigenen Brunnen gebaut hat, kann man auch in der Trockenzeit auf den Feldern etwas anbauen. In den Jahren, in denen man nicht alle landwirtschaftlichen Er­träge für das Kinderheim von Frau Möck benötigt, werden die Überschüsse verkauft. Diese erzielen dann auf dem Markt besonders hohe Preise, weil man ja während der Trockenzeit einer der wenigen Anbieter auf dem Markt ist. So unternahmen die Geographen der Q12 auch gleich noch einen kurzen Exkurs in das Fach Wirt­schaft. Als die SchülerInnen hörten, welche Früchte auf den Feldern in Uganda angebaut werden, wären ei­nige von ihnen an dem grauen Mittwochnachmittag am liebsten gleich direkt nach Afrika geflogen, denn dort gibt es: Bana­nen, Maracujas, Papayas, Mangos, Avocados, Wassermelonen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Manioks, Süßkartof­feln, Reis und vieles mehr.

  • Frau Möcks Ehemann Isaac berichtete dann auf Englisch, dass in Uganda viele Kinder auf den Feldern ar­beiten müssen, weil sie durch den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse das nötige Schulgeld für ih­ren eigenen Schulbesuch verdienen müssen.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist eine mittlerweile recht abgedroschene, wenngleich sehr richtige Forderung, wenn es um Entwicklungshilfeprojekte geht. Frau Möck veranschaulichte jedoch der Q12, wie man diesen schnöden Satz in die Tat umsetzen kann.

  1. Bei Entwicklungshilfeprojekten ist es wichtig, dass man sich die kulturellen Unterschiede zwischen dem hel­fenden und dem zu helfenden Land bewusst macht. So ist in Uganda das Wissen der Ahnen, die Tradition und der Rückbezug auf die eigenen Wurzeln oftmals bei Entscheidungen wichtiger als ein rein rationales Denken. Aus diesem Grund muss man bei Projekten immer sehr langsam vorgehen, weil man sonst „die Leute „ver­liert“.
  2. Man braucht für ein Entwicklungshilfeprojekt stets eine ausreichende Anzahl von einheimischen Mitarbeitern, denn sonst bricht jedes Projekt in sich zusammen, sobald die ausländischen Initiatoren wieder in ihre Heimat zurückkehren.
  3. Der Aufbau einer eigenen Landwirtschaft ist essenziell. So hat „We care for them” anfangs mehrere Grund­stücke gekauft, um darauf Nahrung anzubauen, ehe die ersten Kinder im eigenen Waisenhaus aufgenom­men wurden. Mithilfe dieser eigenen Landwirtschaft können diese Kinder nun fast komplett eigenständig, und somit ohne weitere finanzielle Ausgaben, ernährt werden und die landwirtschaftlichen Überschüsse werden zudem gewinnbringend verkauft.

  1. Geduld, Vertrauen und Kontrolle sind ein „Dreiklang“, der zum Erfolg führt. Wenn Entwicklungshelfer mit viel Hektik, Druck und unrealistischen Deadlines ein Projekt in Angriff nehmen, wird es hundertprozentig schei­tern. Warum? Viele Afrikaner haben eine Art „Schamkultur“, das heißt, wenn sie bei Projekten allzu strenge Zeitlimits nicht einhalten können, dann tun sie eher so, als wäre alles erledigt und in Ordnung anstatt zuzu­geben, dass sie eine bestimmte Aufgabe nicht bewältigen konnten. Somit ist die Schaffung eines grundle­genden Vertrauensverhältnisses zwischen den Helfern und den zu Helfenden wichtig für den Erfolg eines je­den Projekts.
  2. Wenn man die zuvor angeführten Schritte erfolgreich absolviert hat, ist es schließlich möglich und auch wich­tig, das Projekt als interkulturelle Zusammenarbeit, die auf einem gegenseitigen Lernen von den Stärken des anderen basiert, weiterzuführen. Frau Möck hat dabei erfahren, dass die Afrikaner von ihrem westlichen, strategischen, erfolgsorientierten Denken profitieren, während die Europäer in ihrer hektischen Alltagswelt wieder das Gefühl der Lebensfreude sowie die Zufriedenheit mit kleinen Dingen von den Afrikanern neu er­lernen können.
  3. Am Ende eines jeden Entwicklungshilfeprojekts muss es mögliche sein, Verantwortung abzugeben. So be­tont Frau Möck, dass sie bei „We care for them“ nun nur noch eine begleitende Funktion hat und dass ihr Projekt ansonsten gut und selbstständig läuft.

Somit waren wir für etwa eine Stunde fast live in Uganda mit dabei. Naja, nicht ganz, oder eventuell noch nicht ganz? Es ist nämlich möglich, ein Praktikum bei „We care for them“ zu absolvieren. Dies haben bereits zahlreiche SchülerInnen nach dem Abitur getan. Wer weiß, vielleicht ist in Zukunft auch ein DGler dabei?

G. Merz

https://wecareforthem.eu/de/home

IBAN: DE 7276 39 1000 0007 7528 49; BIC: GENODEF1FOH; Volksbank Forchheim eG

Zutaten:

  1. Schülerinnen und Schüler der Klasse 5e
  2. Rosenkohl
  3. ein Graskarpfen
  4. eine Hightech-Salat-Verpackungsmaschine
  5. ein Muskatkürbis
  6. der Heilige Sebastian
  7. Eichblattsalat
  8. Bamberger Zwiebeln

Um die perfekte Mischung aus diesen rätselhaften Zutaten zu bekommen, waren wir im Rahmen des Geographieunterrichts in der Gärtnerei Eichfelder. Dort haben wir erfahren, wie in direkter Nachbarschaft unserer Schule der berühmte Bamberger Spitzwirsing, die Bam­berger Hörnla, Bamberger Zwiebeln und viele verschiedene Salate angebaut werden und wie wichtig die Bamberger Gärtner für den Weltkulturerbetitel unserer Stadt sind. Aber sehen Sie selbst die 5e-Häschen im Salat.

Klasse 5e & G. Merz

Im Rahmen des Geographieunterrichts hat die Klasse 5a im Herbst die Staudengärtnerei Strobler besucht, denn bei einem Bamberg-Quiz haben die SchülerInnen erfahren, dass die Bamberger Gärtnereien entscheidend dafür waren, dass unsere Stadt den Weltkulturerbetitel erhalten hat. Somit bot es sich an, eine kleine Exkursion in die Nachbarschaft des Dientzenhofer-Gymnasiums, in die Gundelsheimer Straße, zu unternehmen, um sich bei Stroblers über Stauden zu informieren und über selbige zu staunen, was auch Sie in folgendem Filmbeitrag tun können.

Klasse 5a & G. Merz

 

 

Mit diesem Beitrag hat die Klasse 6c im Schuljahr 2019/20 am “67. Europäischen Wettbewerb” teilgenommen, bei dem Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen waren, sich gemäß dem Motto “EUnited – Europa verbindet” auf das zu besinnen, was uns verbindet. Wir haben dabei aus dem Modul 2 für die 5. bis 7. Klassen folgendes Thema ausgewählt:

2-1 Baba Yaga meets Froschkönig Europäische Märchenfiguren begegnen einander. Was erleben sie? Lass die Hexe Baba Yaga toben, Aschenputtel das Lichtschwert schwingen oder Hans sein Glück in Finnland suchen…

2020 haben sich an dem Europäischen Wettbewerb insgesamt 75.159 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Wir haben es zwar nicht bis zur Preisverleihung geschafft, aber das macht nichts. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß bei der Erstellung des Films.

Klasse 6c & G. Merz