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Gefundene Kinder, exotische Früchte, Stockhiebe von Lehrern und ganz viel Geduld

Wir sind in Uganda. Als Frau Janina Möck vor den Geographiekursen der Q12 einen packenden Vortrag zum Thema Entwicklungshilfe hielt, waren wir fast live in Afrika mit dabei, obwohl wir eigentlich im – wegen des Corona-Hygienekonzepts – gut gelüfteten und somit kühlen Mehrzweckraum des DG saßen. Die sonst so relativ trocke­nen Theorien zur Entwicklungshilfe waren plötzlich aufgrund der interessanten Berichte von Frau Möck über das von ihr initiierte Hilfsprojekt auf einmal gar nicht mehr bloße graue Theorie, sondern schillernde Ge­schichten über Land und Leute in dem Entwicklungsland Uganda.

Frau Möck hat nämlich nach ihrem Abitur im Jahr 2013 bei einer großen Organisation ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika absolviert. Dabei stellte sie fest, dass dabei viele Aktivitäten weder hilfreich noch zielführend waren, woraufhin sie kurzerhand ein eigenes Entwicklungshilfeprojekt namens „We care for them“ in Uganda gründete. Ehe sie aber darüber berichtete, wie sie ihr Hilfsprojekt aufgezogen hat, erfuhren die SchülerInnen einige Kuriosi­täten vom afrikanischen Kontinent.

  • So gibt es in Uganda 60 verschiedene Sprachen. Leute, die etwas weiter voneinander entfernt wohnen, ha­ben oft keine Chance, sich gegenseitig zu verständigen. Die offizielle Sprache ist zwar Englisch, aber dies können nur die Leute, die eine gute Schule besucht haben, also nur sehr wenige.
  • In Uganda gibt es auch noch die typische „Bevölkerungspyramide“ mit vielen Kindern und nur wenigen alten Menschen – im Gegensatz zur „Urnenform“ bei der Bevölkerungsdarstellung, die für Deutschland typisch ist. Etwa 50 Prozent der Einwohner von Uganda sind unter 18 Jahre alt. Gebildete Leute haben nur zwei bis drei Kinder, aber in Dörfern sind 10 bis 16 Kinder pro Familie keine Seltenheit. Daher besteht ein Ziel der von Frau Möck im Jahr 2014 gegründeten Organisation darin, ein besseres Schulsystem aufzubauen als es dem Standard in Uganda entspricht, um auf diese Weise auch etwas gegen das rapide Bevölkerungswachstum zu unternehmen.

  • Frau Möck hat die zahlreichen Kinder, denen sie mit ihrer Organisation hilft, im wahrsten Sinne des Wortes „ge­funden“, zum Teil auf der Straße oder auf Baustellen. So hat „We care for them“ beispielsweise einen Fisch­weiher angelegt, wobei dabei ein sehr junger Tagelöhner auffiel. Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass er erst 11 Jahre alt war und nicht mehr in die Schule ging, weil seine Mutter das nötige Schulgeld nicht aufbrin­gen konnte. Die Geschichte dieses Jungen namens Brian ist typisch für viele Kinder in Uganda. Brians Vater hat seine Mutter und seinen älteren Bruder verlassen, als die Mutter schwanger war. Danach hat Brians Mut­ter einen neuen Mann kennengelernt, von dem sie weitere Kinder bekam, denn die Tatsache, dass ein Paar „fest zusammen ist“, manifestiert sich in Uganda nicht durch einen offiziellen Trauschein, sondern dadurch, dass man gemeinsame Kinder hat. Brians Vater kümmerte sich anschließend, nur noch um seinen eigenen Nach­wuchs und nicht um die Kinder aus früheren Beziehungen der Frau. Brian und sein Bruder kamen spä­ter zu ihrer Oma und sobald genug Geld da gewesen wäre, sollten sie wieder in die Schule gehen dürfen. Da dies aber nie der Fall war, musste Brian schon seit mehreren Jahren als Tagelöhner arbeiten. Für Brian er­wies es sich daher als eine Art „Lottogewinn“, dass er Frau Möck bei der Anlage des Fischweihers für „We care for them“ aufgefallen ist, denn sie nahm ihn daraufhin in ihrem Kinderheim auf. Ein Tropfen auf dem heißen Stein – für Brian aber mehr als nur eine glückliche Fügung.

  • Schockierend ist auch die Tatsache, dass Polygamie in der Kultur Ugandas noch tief verwurzelt ist. Manche Männer haben drei bis sieben Frauen und häufig ist nicht bekannt, wie viele Kinder ein Mann tatsächlich hat. Dies gilt bis zu dem Zeitpunkt seiner Beerdigung, denn da kommen alle Blutsverwandten zusammen und so manche Geschwister lernen sich bei diesem Ereignis zum ersten Mal kennen.

  • Eine weitere Geschichte, die die SchülerInnen aufhorchen ließ, waren Frau Möcks Ausführungen über die sogenannten Regelschulen. Eine Klasse besteht dort aus circa 50 Schülern und die Lehrer sorgen mit Stock­hieben für Ruhe und Disziplin. Mathematik läuft wie eine militärische Drillübung ab und es geht eigentlich nur um ein stupides Auswendiglernen. Lehrer: „Fünf plus drei?“ – Schüler: „Fünf plus drei ist acht.“ Die Tatsache, dass die nötigen logischen Verknüpfungen häufig fehlen, erkennt man daran, dass, wenn die Schüler an­schließend gefragt werden, was das Ergebnis von acht minus fünf sei, völlige Ratlosigkeit bei den Schülern herrscht. Dieses Problem wird auch sichtbar, wenn ältere Leute in einem Geschäft kleine Kügelchen auf ein Blatt Papier malen, um zum Beispiel acht minus fünf „auszurechnen“.
  • In Frau Möcks Vortrag gab es auch noch ein paar Praxisbeispiele aus dem geographischen Themenblock „Klima in den Tropen“. So erklärte sie, dass man in Uganda, das fast genau auf dem Äquator liegt, zweimal pro Jahr ernten kann, weil die ITC, die Innertropische Konvergenzzone, zweimal im Jahr über das Land zieht und es daher dort zu zwei Regenzeiten kommt. Es gibt weder Frühling, Herbst oder Winter. Vor der Regen­zeit wird gesät, dann regnet es zwei Monate lang auf die Felder und anschließend erntet man. Wenn man dann noch, so wie Frau Möcks Organisation, einen eigenen Brunnen gebaut hat, kann man auch in der Trockenzeit auf den Feldern etwas anbauen. In den Jahren, in denen man nicht alle landwirtschaftlichen Er­träge für das Kinderheim von Frau Möck benötigt, werden die Überschüsse verkauft. Diese erzielen dann auf dem Markt besonders hohe Preise, weil man ja während der Trockenzeit einer der wenigen Anbieter auf dem Markt ist. So unternahmen die Geographen der Q12 auch gleich noch einen kurzen Exkurs in das Fach Wirt­schaft. Als die SchülerInnen hörten, welche Früchte auf den Feldern in Uganda angebaut werden, wären ei­nige von ihnen an dem grauen Mittwochnachmittag am liebsten gleich direkt nach Afrika geflogen, denn dort gibt es: Bana­nen, Maracujas, Papayas, Mangos, Avocados, Wassermelonen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Manioks, Süßkartof­feln, Reis und vieles mehr.

  • Frau Möcks Ehemann Isaac berichtete dann auf Englisch, dass in Uganda viele Kinder auf den Feldern ar­beiten müssen, weil sie durch den Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse das nötige Schulgeld für ih­ren eigenen Schulbesuch verdienen müssen.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist eine mittlerweile recht abgedroschene, wenngleich sehr richtige Forderung, wenn es um Entwicklungshilfeprojekte geht. Frau Möck veranschaulichte jedoch der Q12, wie man diesen schnöden Satz in die Tat umsetzen kann.

  1. Bei Entwicklungshilfeprojekten ist es wichtig, dass man sich die kulturellen Unterschiede zwischen dem hel­fenden und dem zu helfenden Land bewusst macht. So ist in Uganda das Wissen der Ahnen, die Tradition und der Rückbezug auf die eigenen Wurzeln oftmals bei Entscheidungen wichtiger als ein rein rationales Denken. Aus diesem Grund muss man bei Projekten immer sehr langsam vorgehen, weil man sonst „die Leute „ver­liert“.
  2. Man braucht für ein Entwicklungshilfeprojekt stets eine ausreichende Anzahl von einheimischen Mitarbeitern, denn sonst bricht jedes Projekt in sich zusammen, sobald die ausländischen Initiatoren wieder in ihre Heimat zurückkehren.
  3. Der Aufbau einer eigenen Landwirtschaft ist essenziell. So hat „We care for them” anfangs mehrere Grund­stücke gekauft, um darauf Nahrung anzubauen, ehe die ersten Kinder im eigenen Waisenhaus aufgenom­men wurden. Mithilfe dieser eigenen Landwirtschaft können diese Kinder nun fast komplett eigenständig, und somit ohne weitere finanzielle Ausgaben, ernährt werden und die landwirtschaftlichen Überschüsse werden zudem gewinnbringend verkauft.

  1. Geduld, Vertrauen und Kontrolle sind ein „Dreiklang“, der zum Erfolg führt. Wenn Entwicklungshelfer mit viel Hektik, Druck und unrealistischen Deadlines ein Projekt in Angriff nehmen, wird es hundertprozentig schei­tern. Warum? Viele Afrikaner haben eine Art „Schamkultur“, das heißt, wenn sie bei Projekten allzu strenge Zeitlimits nicht einhalten können, dann tun sie eher so, als wäre alles erledigt und in Ordnung anstatt zuzu­geben, dass sie eine bestimmte Aufgabe nicht bewältigen konnten. Somit ist die Schaffung eines grundle­genden Vertrauensverhältnisses zwischen den Helfern und den zu Helfenden wichtig für den Erfolg eines je­den Projekts.
  2. Wenn man die zuvor angeführten Schritte erfolgreich absolviert hat, ist es schließlich möglich und auch wich­tig, das Projekt als interkulturelle Zusammenarbeit, die auf einem gegenseitigen Lernen von den Stärken des anderen basiert, weiterzuführen. Frau Möck hat dabei erfahren, dass die Afrikaner von ihrem westlichen, strategischen, erfolgsorientierten Denken profitieren, während die Europäer in ihrer hektischen Alltagswelt wieder das Gefühl der Lebensfreude sowie die Zufriedenheit mit kleinen Dingen von den Afrikanern neu er­lernen können.
  3. Am Ende eines jeden Entwicklungshilfeprojekts muss es mögliche sein, Verantwortung abzugeben. So be­tont Frau Möck, dass sie bei „We care for them“ nun nur noch eine begleitende Funktion hat und dass ihr Projekt ansonsten gut und selbstständig läuft.

Somit waren wir für etwa eine Stunde fast live in Uganda mit dabei. Naja, nicht ganz, oder eventuell noch nicht ganz? Es ist nämlich möglich, ein Praktikum bei „We care for them“ zu absolvieren. Dies haben bereits zahlreiche SchülerInnen nach dem Abitur getan. Wer weiß, vielleicht ist in Zukunft auch ein DGler dabei?

G. Merz

https://wecareforthem.eu/de/home

IBAN: DE 7276 39 1000 0007 7528 49; BIC: GENODEF1FOH; Volksbank Forchheim eG

Zutaten:

  1. Schülerinnen und Schüler der Klasse 5e
  2. Rosenkohl
  3. ein Graskarpfen
  4. eine Hightech-Salat-Verpackungsmaschine
  5. ein Muskatkürbis
  6. der Heilige Sebastian
  7. Eichblattsalat
  8. Bamberger Zwiebeln

Um die perfekte Mischung aus diesen rätselhaften Zutaten zu bekommen, waren wir im Rahmen des Geographieunterrichts in der Gärtnerei Eichfelder. Dort haben wir erfahren, wie in direkter Nachbarschaft unserer Schule der berühmte Bamberger Spitzwirsing, die Bam­berger Hörnla, Bamberger Zwiebeln und viele verschiedene Salate angebaut werden und wie wichtig die Bamberger Gärtner für den Weltkulturerbetitel unserer Stadt sind. Aber sehen Sie selbst die 5e-Häschen im Salat.

Klasse 5e & G. Merz

Im Rahmen des Geographieunterrichts hat die Klasse 5a im Herbst die Staudengärtnerei Strobler besucht, denn bei einem Bamberg-Quiz haben die SchülerInnen erfahren, dass die Bamberger Gärtnereien entscheidend dafür waren, dass unsere Stadt den Weltkulturerbetitel erhalten hat. Somit bot es sich an, eine kleine Exkursion in die Nachbarschaft des Dientzenhofer-Gymnasiums, in die Gundelsheimer Straße, zu unternehmen, um sich bei Stroblers über Stauden zu informieren und über selbige zu staunen, was auch Sie in folgendem Filmbeitrag tun können.

Klasse 5a & G. Merz

 

 

Mit diesem Beitrag hat die Klasse 6c im Schuljahr 2019/20 am “67. Europäischen Wettbewerb” teilgenommen, bei dem Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen waren, sich gemäß dem Motto “EUnited – Europa verbindet” auf das zu besinnen, was uns verbindet. Wir haben dabei aus dem Modul 2 für die 5. bis 7. Klassen folgendes Thema ausgewählt:

2-1 Baba Yaga meets Froschkönig Europäische Märchenfiguren begegnen einander. Was erleben sie? Lass die Hexe Baba Yaga toben, Aschenputtel das Lichtschwert schwingen oder Hans sein Glück in Finnland suchen…

2020 haben sich an dem Europäischen Wettbewerb insgesamt 75.159 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Wir haben es zwar nicht bis zur Preisverleihung geschafft, aber das macht nichts. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß bei der Erstellung des Films.

Klasse 6c & G. Merz

                 

Im W-Seminar “Der indische Subkontinent – Region der Gegensätze” hat Karim Hamed im Rahmen seiner W-Seminararbeit zum Thema “Der Monsun in Indien – Segen und Fluch?” folgendes Erklärvideo erstellt, das er bei seiner Präsentation vorgeführt hat.

G. Merz

Erklärung Monsun Indien

Wer von euch war schon einmal in Afrika, und zwar abseits der touristisch stark erschlosse­nen Länder wie Ma­rokko, Tunesien, Ägypten oder Südafrika? – Niemand. Und wer von euch weiß, wo Uganda liegt oder hat schon einmal etwas über diesen Staat gehört? – Wenige. So lauteten die Fragen, die Frau Janina Möck zunächst an die Schüler der Q12-Geographie-Kurse und anschießend an alle achten Klassen richtete. Auf Einladung der Fach­schaft Geographie berichtete Frau Möck am 18.12.2019 auf eindrucksvolle Weise über Uganda als ein Beispiel für ein Entwicklungsland, über Land und Leute, über die dortigen Lebensverhältnisse und Entwicklungshilfe. Da sie selbst vor fünf Jahren in Uganda ein Hilfsprojekt namens „We care for them“ gegründet hat, konnte sie den Schülerinnen und Schülern aus erster Hand schildern, was man sonst im Geographieunterricht häufig eher theo­retisch behandelt, denn wer von uns hat schon einige Jahre in einem Entwicklungsland verbracht? Somit erwar­ben wir bei dem eineinhalbstündigen Vortrag zahlreiche neue Erkenntnisse und erlangten sehr viele kuriose Ein­blicke in das für uns so ferne und unbekannte Land.

  • Bereits Ugandas Vielfalt an Stämmen und Sprachen lässt einen erstaunen. Uganda, ein Land, das etwa zwei Drittel so groß wie Deutschland ist, hat circa 120 verschiedene Dis­trikte, die mit unseren Bundesländern ver­gleichbar sind, und in vielen dieser Distrikte lebt ein eigener Stamm mit jeweils eigener Sprache. Die offizielle Amtssprache ist zwar, durch die britische Kolonialzeit bedingt, Englisch, aber aufgrund der fehlenden Schul­bildung vieler Leute kommt man mit Englisch oft nicht sehr weit. Hilfreich ist daher das Erlernen einiger Stammessprachen, zum Beispiel von Luganda, der Sprache des größten Stammes, und von Kisuaheli. Aber dennoch würde man mit Menschen am ande­ren Landesende keine Unterhaltung führen kön­nen, weil dort schon wieder ganz andere Stam­messprachen üblich sind. Auf Deutschland übertra­gen hieße dies: Leute aus Bayern könnten sich nicht mit den Einwohnern Schleswig-Holsteins verständigen können.

  • Ugandas Flagge ähnelt der deutschen. Sie ist ebenfalls schwarz, rot, gold – dies aber zwei Mal unter einan­der, und in der Mitte befindet sich ein Kronenkranich. Schwarz symboli­siert die Hautfarbe der Menschen Schwarzafrikas, gelb steht für die permanente Sonnen­einstrahlung in Äquatornähe und die rote Farbe erin­nert an die blutigen Kämpfe zur Er­langung der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Mit dem Kronenkran­ich identifizieren sich die Einwohner Ugandas sehr gerne, denn dieser Vogel ist scheu, tanzt gerne und er ist sehr schön – „genau wie wir“, so sagen die Leute aus Uganda.
  • Durch den südlichen Teil von Uganda verläuft der Äquator, und der Victoriasee, aus dem der Weiße Nil ent­springt, bildet die Südgrenze des Landes in Richtung Tansania und Ke­nia.

  • Uganda hat einen Präsidenten namens Yoweri Museveni – und dies bereits seit 29 Jahren! Die „offizielle“ Zustim­mungsrate für diesen Präsidenten liegt bei den Wahlen stets bei über 90 Prozent, obwohl sehr viele Leute den Präsidenten eigentlich nicht wählen. Wer sich darüber wundert und dies in Protesten zum Aus­druck bringt, verschwindet häufig von der Bildflä­che. Im Prinzip herrscht Diktatur, Meinungsfreiheit gibt es nicht, dafür ist es aber immer­hin einigermaßen friedlich im Land.
  • Auch die Bevölkerungsverhältnisse sind den deutschen in keinster Weise ähnlich. In Uganda ist über die Hälfte der Bevölkerung unter 15 Jahre alt und die Lebenserwartung liegt bei nur 50 bis 55 Jahren. Viele Kin­der sind aufgrund von Aids Halb- oder Vollwai­sen. Nur wenige Kinder haben noch beide Elternteile, die Re­gel ist eher, dass Vater oder Mutter tot sind und Kinder bei Verwandten oder bei bereits sehr alten Großeltern auf­wachsen. Dies ist häufig auch dadurch bedingt, dass in Uganda immer noch Polygamie herrscht und viele Männer ihre früheren Frauen nebst Kindern im Stich lassen, um mit ei­ner neuen Frau zusammenzuleben. Oftmals stellt man erst bei der Beerdigung eines Mannes fest, wie viele Kinder er tatsächlich hatte, denn bei solch einem Ereignis erscheinen alle Familienangehörigen.

  • In unseren Breiten, die von den vier Jahreszeiten geprägt sind, haben die Leute schon früh lernen müssen, für den Winter, für Notzeiten oder Härtefälle vorzusorgen und eine ent­sprechende Logistik aufzubauen. In Uganda, wo es aufgrund der Lage in Äquatornähe ei­gentlich nur eine Jahreszeit, nämlich Sommer, gibt, wa­ren und sind solche Überlegungen unbekannt. Man sät, wenn man nichts mehr zu essen hat, und auf­grund des Regens und des relativ fruchtbaren Bodens wächst nach kurzer Zeit wieder etwas nach, sodass man er­neut Nahrung hat. Das Ergebnis ist allerdings eine auch heute noch relativ primitive Form der Landwirt­schaft. Man lebt von der Hand in den Mund. Geschäftssinn, betriebs­wirtschaftliches Denken und Agieren: Fehlan­zeige.

  • Exotische Früchte, z.B. Papaya, Maracujas, Mangos, Vanille, Ananas, Ingwer, usw., die es bei uns mittler­weile in gut sortierten Supermärkten gibt, sind in Uganda nichts Außerge­wöhnliches. Das Alltagsgericht sind hingegen Kochbananen, die, anders als es der Name vermuten lässt, wie Kartoffeln schmecken.

  • Auf den Feldern arbeiten fast nur Frauen. Mit einfachen Hacken müssen sie die Felder bestellen, wobei sie ihr jüngstes Kind auf den Rücken geschnallt haben und die anderen Kinder bei der Arbeit mit dabei sind, weil sonst niemand auf sie aufpassen kann und ihr Schulbesuch nicht finanzierbar ist. Dies ist auch nicht weiter verwunder­lich, denn für den Knochenjob auf dem Feld verdienen die Frauen nur einen bis zwei Euro pro Tag. Da sehr viele Leute in Uganda eine Arbeit suchen, müssen die Landeigentümer auch nicht mehr Lohn bezahlen, denn wenn eine Feldarbeiterin ausfällt oder ihr der Lohn zu niedrig erschiene, würden sofort etli­che andere Leute diesen Job annehmen. Die ab­solute Verzweiflung der Leute ermöglicht diese Hungerlöhne, wobei diese Bezeichnung wörtlich genommen werden kann. Der Lohn der Arbeiterinnen reicht tatsächlich ge­rade so für den Kauf der täglichen Nahrung. Das Schulgeld, das eine einigermaßen gute Schule pro Kind verlangt, beträgt im Vergleich dazu etwa 50 Euro pro Monat. Kein Wunder, dass die meisten Kinder nicht zur Schule gehen (können). Manche Kinder in Uganda wissen daher im Alter von sechs Jahren noch nicht ein­mal, wie man einen Stift oder gar einen Löffel richtig hält. Weil sie zudem meist barfuß über dorniges Ge­lände laufen müssen, haben sie starke Verletzungen an den Füßen, in die Würmer oder Larven eindrin­gen und sich dort vermehren. Auch Kinder, deren Füße von Ratten angefressen wurden, sind keine Selten­heit.

  • Einige Stämme Ugandas betreiben auch Viehzucht. Wird von einem Nachbarstamm Vieh gestohlen, so kann dies bereits zu einem blutigen Stammeskrieg führen.
  • Aufgrund der Armut sind die Wohnverhältnisse in Uganda äußerst spartanisch. In einer klei­nen Hütte schläft die gesamte Familie in einem Raum. Ein Bett müssen sich mehrere Fa­milienmitglieder teilen, und unter dem Bett brüten manchmal noch gleichzeitig einige Hühner ihre Eier aus. Oftmals verfügen die Menschen aber nur über einfache Matratzen, wenn sie nicht gleich auf dem nackten Fußboden schlafen müssen. Vor der Hütte ist eine primi­tive Duschmöglichkeit sowie ein Klohäuschen und gekocht wird ebenfalls vor der Hütte.
  • Schulen gibt es zwar in Uganda. Meistens sind dies staatliche, kostenlose Schulen, bei denen die Kinder oft unter freiem Himmel und unter ärmlichen Bedingungen fast nichts lernen, weil die Lehrer zum Teil selbst nicht einmal lesen können. Auf einer Fläche des Mehrzweckraums des DG wären in Uganda fünf Klassen untergebracht, und zwar in jeder Ecke eine und in der Mitte noch eine. Schulbänke gibt es erst für die Schü­ler der siebten Klassen. Vorher sitzen die Kinder auf dem Boden oder auf Steinen und zerschlissene Plas­tiktüten ersetzen Schultaschen. In diesen Schulen stecken sich die Kinder oftmals mit allen möglichen Krankheiten an, sodass es häufig besser wäre, sie würden zu Hause bleiben.
  • Wenn man wirklich etwas lernen will, muss man eine der teuren Privatschulen besuchen, die aber immer wieder Extrazahlungen für diverse schulische Aktionen einfordern, die dann zum Teil gar nicht stattfinden, in denen aber immerhin ausgebildete Lehrer arbeiten, die auch mehr als die üblichen 50 Euro Monatsgehalt verdie­nen, die ein Lehrer einer staatli­chen Schule erhält. An diesen Privatschulen werden die Kinder gut für ein Studium an einer der Universitäten Ugandas, die zu den besten in Afrika zählen, vorbereitet.

Nachdem Frau Möck während eines freiwilligen sozialen Jahres in Uganda diese Verhältnisse hautnah mitbekom­men hatte, setzt sie sich nun seit fünf Jahren dafür ein, für Waisenkinder eine adäquate Schule zu errichten, die auch die Bezeichnung „Schule“ verdient.

Bis dieses Schul­gebäude fertig gebaut ist, unterstützt sie spendenfinan­ziert eine begrenzte Anzahl von Kin­dern (im Moment sind es 18), denen sie einen Besuch in einer guten Schule ermöglicht, sodass diese einmal eine Ausbildung bestehen oder ein Studium an einer Universität erfolgreich ab­schließen können.

Was ihr Projekt auszeichnet ist, dass keine große Hilfsorganisation dahinter steht, bei der viel Geld für Verwaltung einge­setzt wird, sowie die Tatsache, dass sie mit vertrauenswürdigen Mitarbeitern vor Ort zu­sammenarbeitet, sodass auch dann, wenn sie in Deutschland ist, ihr Projekt, bei dem sehr auf Nachhaltigkeit Wert gelegt wird, effektiv fortgeführt wird. Frau Möck überzeugt vor allem dadurch, dass sie Uganda mit all seinen Stärken aber eben auch Schwächen realistisch einschätzt und nicht ein rührseliges Bild der „armen kleinen Kin­der“ zeichnet. Daher versucht sie auch in kleinen Schritten Probleme, wie das rasante Bevölkerungswachstum oder die Unterdrückung von Frauen, anzugehen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Janina Möck, dass sie uns auf äußerst beeindruckende Weise Afrika ans DG gebracht hat. Informationen sowie die entsprechende Bankverbindung zu Frau Möcks Uganda-Hilfspro­jekt „We care for them“ finden Sie unter: www.wecareforthem.eu

G. Merz

In der „Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit“ begab sich die Klasse 6c auf eine Zeitreise zurück in die Gärtnerstadt Bamberg vor 120 Jahren.

Dabei gab es im Gärtner- und Häckermuseum ganz Erstaunliches zu entdecken, zum Beispiel:

  • Die ersten Häcker, die allerdings von digitalen Medien noch keine Ahnung hatten, sondern ganz analog ihre Weinberge hackten
  • Die typischen Gärtnerhäuser, die ein sehr großes Eingangstor haben, sodass man mit einem Pferdefuhrwerk durch das Haus direkt in den dahinter liegenden Garten fahren konnte

  • Eine gute Stube, die aber nur an hohen Festtagen genutzt wurde und in der es noch keinen Fernseher gab

  • Kinderspielzeug, das nicht per Klick flimmernde und animierte Fun-Games auf einen Touchscreen zauberte, sondern aus Holz war und auf das spätere Berufsleben, z.B. auf das Bespannen eines Ochsenkarren, vorbereitete

  • Schneebesen für die Küche, die aus der Spitze eines ausgedienten Weihnachtsbaumes hergestellt wurden, während der Rest desselben im Ofen verschürt wurde – perfektes Recycling

  • Einen Hackblock zur Zubereitung von Hackfleisch, denn dieses wurde noch manuell hergestellt und nicht durch einen elektrischen Fleischwolf gedreht – daher auch der Name „Hackfleisch“ und nicht „Wolffleisch“

  • Wände, die mit Hilfe von drei verschiedenen Farben und zwei unterschiedlichen Motiv-Schablonen von Hand verziert wurden – statt maschinell gedruckter Papiertapeten

  • Eine Hausapotheke, die mit selbst angebauten und getrockneten Kräutern bestückt wurde und äußerst wichtig war, da man sich einen Arztbesuch meist nicht leisten konnte

  • Spezielle Gitterregale zur Einlagerung von Zwiebeln direkt über einem Kinderbettchen und dem Ofenrohr, denn auf dem eisigen Dachboden wären die Zwiebeln im Winter eingefroren und kaputt gegangen

  • Hocker, die auf einem hohen Erfindergeist basierten, denn sie konnten mit einer einfachen Klappbewegung zur Trittleiter umfunktioniert werden

  • Das Vorgängermodell des heutigen Elektroherdes

  • Eine nicht ganz so moderne Toilette

Die sogenannte „gute alte Zeit“ war, wie uns Dr. Hubertus Habel, der Leiter des Gärtner- und Häckermuseums, auf eindrucksvolle und äußerst anschauliche Weise schilderte, doch viel beschwerlicher als man heutzutage oft denkt.

Vor allem interessierte uns natürlich der Garten, denn in Geographie hatten wir uns ja im letzten Schuljahr mit dem Bamberger Gärtnerviertel beschäftigt. Hier ging es auf eine Gemüse-Forschungsreise.

Zunächst mussten alle Schülerinnen und Schüler ein hölzernes Gemüsemodell aus einem Körbchen auswählen und dann die dazugehörige, echte Pflanze im Garten finden.

Eine sprachliche Herausforderung stellten hierbei in manchen Fällen die Begriffe im fränkischen Dialekt dar, die sich zum Teil als komplizierte Zungenbrecher erwiesen oder zu wahren Lachsalven führten.

Aber was hat die Bezeichnung Schdadsinäri eigentlich mit dem Begriff Schwarzwurzel zu tun? Dr. Hubertus Habel hat die Lösung. Mailänder Bauern verkauften dieses Gemüse namens „Scorzonera“, übersetzt „schwarze Rinne“, an die Bamberger. Das italienische Wort war jedoch etwas zu kompliziert für die Bamberger und daher wurde es im Laufe der Zeit eben fränkisch ausgesprochen: Schdadsinäri. Schwarzwurzel heißt die Pflanze auf Hochdeutsch, weil sie eine schwarze Wurzel ist, die zudem beim Schälen schwarze Finger verursacht.

Apropos Farben: Weshalb ist die gelbe Rübe, die vor 500 Jahren tatsächlich noch gelb war, heute eigentlich orange? Nun, Bamberger Gärtner züchteten früher – ebenso wie heute – auch Samen und verkauften davon sogar ca. 55 Tonnen pro Jahr bis nach Großbritannien und in die Niederlande, denn dort war es für die Samenzucht zu kalt. Erst seitdem es in den Niederlanden Gewächshäuser gab, konnte man auch dort Samen produzieren. Als dann in den Niederlanden ein nationales Gemüse entwickelt werden sollte, wurde dort so lange herumgetüftelt bis die einst gelbe Rübe die Nationalfarbe der Niederlande, orange, hatte.

Tja, und Radieschen waren ebenfalls nicht immer rot und rund, sondern weiß und sie hatten die Form eines Miniatur-Rettichs. Erst nach und nach gingen unsere heutigen Radieschen aus dem Vorgängergemüse, den sogenannten Eiszapfen, hervor.

Und ein letztes Farbenspiel: Wirsing ist vor allem bei uns im Raum Bamberg grün, andernorts ist er häufig eher gelblich. Die Bamberger verkauften nämlich früher die gelben Wirsingköpfe in andere Gegenden, weil sie meist größer und begehrter waren, während man den kleineren, grünen Wirsing hier verzehrte. Heute jedoch gilt gerade der grüne Wirsing als typisch fränkische Delikatesse.

Nach den vielen packenden Eindrücken im Gärtner- und Häckermuseum ging es weiter zum nahegelegenen „Unverpackt-Laden“.

Hier interviewten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c eine der beiden Geschäftsführerinnen über das Konzept des Ladens und sie erfuhren, wie man beim Einkauf unnötigen Verpackungsmüll einsparen kann.

Über das Thema „sparsamer Umgang mit Ressourcen“ hatte sich die Klasse in der Woche zuvor schon Gedanken gemacht, denn sie sollte an einem Werktag und am Wochenende aufschreiben, wo sie sich umweltfreundlicher verhalten hätte können. Abschließend ist zu hoffen, dass auch unsere Exkursion nachhaltig ist.

G. Merz

Wir leben im Anthropozän und der Earth Overshoot Day rückt jedes Jahr näher, weshalb die Unterstützung der nachhaltigen Entwicklungsziele (engl.: sustainable development goals) der Agenda 2030 für den Geoökoprofilkurs sehr wichtig wurde bzw. ist. Um diese 17 Ziele aktiv zu unterstützen, haben sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Oberstufenkurses das Motto „The Future We Want“ und hier speziell „Plant for the planet“ ausgesucht. „Urban gardening“ ist hierbei eine Möglichkeit, die sich an unserer Umweltschule hervorragend durchführen lässt.

G.Weckwerth im Namen des Kurses

Es ist Frühling, alles grünt und blüht. Verwundert es da, dass auch kleine grüne Marsmännchen bei uns auf der Erde einmal vorbeischauen? Aber werden sie von uns Menschen begeistert sein? Werden sie bleiben?

 

Das Stück ″Visitors from planet Mars″ hat die Klasse 5c am 20. März 2019 bei dem „Gesellschaft der Freunde des DG“-Abend für die fünften Klassen aufgeführt.