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Fragt man Schüler der fünften Klasse, was ‘Entwicklungsländer’ sind, so bekommt man häufig die Antwort: „Na, wir zum Beispiel – Deutschland, die USA, Frankreich, usw.“ Verblüfft? Die Fünftklässler geben jedoch eine für sie plausible Antwort: „Deutschland, die USA und Frankreich sind entwickelt, also sind dies ‘Entwicklungsländer’.“ In der Q11/12 erhält man zwar die richtige Definition und die OberstufenschülerInnen nennen auch die entspre­chenden Länder, wie Niger, Malawi oder Uganda, aber häufig wird das Thema Entwicklungshilfe eher theoretisch behandelt. Man spricht über diverse Entwicklungstheorien, verschiedene Entwicklungsdefizite, Indikatoren und Wirtschaftsfaktoren, aber wer von uns war tatsächlich schon einmal in Afrika oder gar in einem echten Entwick­lungsland?

Daher sind wir immer froh, wenn Frau Janina Möck am DG einen Vortrag über das von ihr gegründete Entwick­lungshilfeprojekt „We care for them“ spricht. Hier wird auch für jeden klar, was „Hilfe zur Selbsthilfe“ in der Praxis bedeutet.

Als Frau Möck nämlich nach ihrem Abitur im Jahr 2013 ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika absolvierte und hierbei für eine große Entwicklungshilfe-Vereinigung arbeitete, musste sie hautnah miterleben, dass viele der dort initiierten Projekte überhaupt nicht zielführend waren, weil man die Bevölkerung vor Ort in keinster Weise mit einbezogen hat. Daher gründete Frau Möck kurzerhand im Jahr 2014 ihr eigenes kleines Entwicklungshilfeprojekt mit dem Namen „We care for them“. Hier kümmert sie sich mit ihrem Team aus Einheimischen momentan um 18 Waisenkinder und deren schulische Ausbildung. Sie hat mittlerweile mit Spendengeldern zwei Wohnhäuser mit eigenem Wasseranschluss und einer regenerativer Stromversorgung errichten lassen und eine kleine Selbstver­sorger-Landwirtschaft aufgebaut.

Aufgrund dieses außergewöhnlichen und erfolgreichen Engagements wurde „We care for them“ nun sogar für den „Deutschen Engagement Preis 2022“ nominiert.

Was Frau Möcks Vortrag jedoch so überzeugend macht, ist die Tatsache, dass sie keine Schönfärberei betreibt, sondern auch die „hausgemachten“ Probleme Ugandas offen anspricht, z.B. das extreme Bevölkerungswachs­tum. So liegt der Altersdurchschnitt in Uganda bei nur 15 Jahren (im Vergleich dazu: 44 Jahre in Deutschland), das heißt die SchülerInnen der Q11/12 sind bereits älter als die meisten Bewohner von Uganda. Es gibt Familien mit bis zu 16 Kindern. Polygamie ist keine Seltenheit und Blutsverwandtschaft ist für uns oft nur eine Floskel, in Uganda hat diese jedoch dramatische Auswirkungen. Wenn zum Beispiel ein Mann seine Frau und die gemein­samen Kinder verlässt, was häufiger vorkommt, und die Frau einen neuen Partner findet, so wird dieser sich niemals um die Kinder seines „Vorgängers“ kümmern, sondern nur um seine eigenen, blutsverwandten Kinder. Lediglich bei Beerdigungen muss jeder Blutsverwandte, und somit alle Kinder eines Mannes, erscheinen. Dabei erfahren die Kinder oft zum ersten Mal, dass sie noch zahlreiche weitere Geschwister haben. Vorher ist dies unmöglich festzustellen, denn es gilt als „völlig respektlos“, einen Mann zu fragen, wie viele Kinder er denn habe. Glücklicherweise ist, so Frau Möck, die neue Generation von ugandischen Männern nicht mehr so in dieser ver­antwortungslosen Tradition verhaftet und Frau Möcks Projekt leistet diesbezüglich einen wichtigen Beitrag.

Wenn Frau Möck von ihrem „Waisenhaus“ spricht, so erläutert sie, dass dort eigentlich nur ein echtes Waisenkind wohnt, bei allen anderen Kindern gibt es sicherlich noch irgendwo eine Familie, aber man weiß aufgrund der oben geschilderten Situation nicht, wo sie aufzufinden wäre. Daher ist es um so erfreulicher, wenn man die Erfolgsge­schichten von Kindern hört, die aufgrund von „We care for them“ aus miserablen Verhältnissen befreit wurden und nun eine echte Zukunftsperspektive haben. Diese Geschichten kann man auch unter folgendem Link bei „Unsere Patenkinder – Die Stories“ nachlesen.

https://wecareforthem.de/

Außerdem spricht Frau Möck ehrlich über die Mentalität der Bewohner von Uganda, dem 17-ärmsten Land der Welt. Man lässt sich dort Zeit, ist entspannt, weniger reflektiert und nicht so sehr auf Leistung getrimmt wie bei uns. Dies wird beispielsweise im Bereich der Landwirtschaft deutlich. Uganda liegt am Äquator und es gibt zwei Regenzeiten. Vor der Regenzeit muss man aussäen, damit man nach der Regenzeit ernten kann. „Entspannte Ugander“ säen oftmals zu spät aus, wollen dann aber ihren Fehler nicht eingestehen und, wenn die Ernte schließ­lich zu gering ausfällt, sagen sie einfach: „Es hat zu wenig geregnet.“

Erstaunt erfahren wir, dass es bei uns eine sogenannte „Schuldkultur“, in Uganda jedoch eine vorherrschende „Schamkultur“ gibt, wobei Frau Möck den Unterschied sehr anschaulich erklärt. Wenn wir zum Beispiel das Han­dy eines Freundes versehentlich kaputt machen, entschuldigen wir uns normalerweise, versuchen es reparieren zu lassen oder ersetzen es. Ein Ugander würde niemals einen Fehler zugeben oder sagen, dass er etwas falsch gemacht hat – eher würde er das Handy wegwerfen oder vergraben und sagen, dass er dieses Handy niemals gesehen habe.

Aufgrund dieser kulturellen Unterschiede hat Frau Möck ihre elf MitarbeiterInnen vor Ort besonders sorgfältig ausgewählt und kann sich nun aber voll und ganz auf sie verlassen. Deshalb läuft ihr Entwicklungshilfeprojekt selbst dann gut weiter, wenn sie und ihr Mann in Deutschland sind. Dies ist alles andere als eine Selbstverständ­lichkeit, denn andere Entwicklungshilfeprojekte brechen häufig in sich zusammen, wenn die Leiter aus Europa wieder in ihre Heimat zurückfliegen und das, was an nützlichen oder wertvollen Gegenständen vor Ort vorhanden ist, wird anschließend oftmals von den Einheimischen geklaut.

Die Waisenkinder von Frau Möck können aufgrund der Spendengelder für „We care for them“ zudem gute Schu­len besuchen und müssen nicht auf staatliche „Alibi-Schulen“ gehen, die meist noch nicht einmal in einem stabi­len Haus untergebracht sind, in der die Lehrer selbst kaum lesen oder schreiben können und die nur gegründet wurden, damit der Staat sagen kann, er würde sich doch um die Ausbildung der Kinder kümmern. Auch Nachhal­tigkeit zeichnet Frau Möcks Projekt aus. So versorgt der Sonnenkollektor auf dem Waisenhaus nicht nur dieses Wohnhaus mit Strom, sondern zudem noch das Dorf. Die neueste Aktion von „We care for them“ bestand darin, auf einem ein Hektar großen Feld 1.000 Bäume anzupflanzen, denn diese sind für den Boden und somit für die Landwirtschaft sehr vorteilhaft, sie spenden Schatten und bieten einen perfekten Windschutz.

Bei „We care for them“ kann man nicht nur eine Patenschaft für ein Kind übernehmen, sondern auch, zum Bei­spiel nach dem Abitur, ein Praktikum absolvieren. Dabei hat man sogar die Gelegenheit, eine Safari, z.B. zum Victoriasee, zu unternehmen. Oder vielleicht besucht man die Nomaden im Norden von Uganda, das etwa drei Viertel so groß wie Deutschland ist, denn dort gibt es einen mit den Massai verwandten Nomadenstamm. Diesen wird man auf den ersten Blick erkennen, denn sie leben wie früher, kleiden sich nicht, haben traditionelle Narben­tattoos und zur besseren Identifikation ziehen sie sich die vorderen Zähne.

Wir danken Frau Möck für ihren interessanten Vortrag, bei dem man über Land und Leute in Uganda Dinge erfah­ren hat, die man in keinem regulären Schulbuch für Geographie sonst findet.

We care for them: IBAN: DE 7276 39 1000 0007 7528 49; BIC: GENODEF1FOH; Volksbank Forchheim eG

G. Merz

Einst war ganz Mitteleuropa von dichten Urwäldern bedeckt. Der römische Autor Tacitus schrieb: “Die Bäume waren so gewaltig, dass die Legionäre unter ihren Wurzeln hindurch reiten konnten.”

Doch die Zeiten haben sich ge(KLIMA)wandelt, so dass sich die Geographie-Schüler der Oberstufe auf den Weg durchs Unterholz des Eltmanner Stadtwaldes wagten, um das Ökosystem des Waldes zu erkunden.

Die Naturrangerin des Naturparks Hassberge Katja Winter und der Förster des Jahres 2021 Christian Bartsch zeigten uns ihren Arbeitsplatz, einen einzigartigen Lebensraum für Flora und Fauna und Möglichkeiten für die vielfältige Nutzung des Forstes im Einklang mit der Natur.

Was macht einen Wald klimaresilient?

Was unterscheidet eine Linde von einer Rotbuche und an welchem Standort gedeiht sie?

Was ist ein Schweizer Gertel und wie schweißtreibend ist die Nutzung desselben bei 36°C?

Was für einen Wald werden zukünftige Generationen vorfinden?

Diesen und viele weitere Fragen sind wir nachgegangen …

 

 

 

Die Geographiekurse der Q11

Der Diercke-Wettbewerb ist Deutschlands größter Geographiewettbewerb für Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland. Alle fünften, siebten und zehnten Klassen unserer Schule sollten hierbei mit Hilfe des Atlas zwanzig vom Westermann-Verlag vorgelegte Wettbewerbsaufgaben lösen. Die besten Ergebnisse erzielten Kilian Dietz (5c), Moritz Thoma (7a) und Carolin Schönmüller (10b), die jeweils Klassenstufensieger ihrer Jahrgangsstufe wurden. In der zweiten Runde legte Moritz Thoma anschließend den Diercke-Schulsieger-Test mit dem besten Ergebnis ab und ist somit unser „DG-Diercke-Champion“. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Hier eine kleine Auswahl der gestellten Fragen:

  1. Die Länder Europas zeichnen sich durch vielfältige landschaftliche Besonderheiten aus. Ordne diese den jeweiligen Ländern zu.
  • Lavendelfelder – Seenreichtum – Vulkanismus – Gletscher
  • Finnland – Italien – Schweiz – Frankreich
  1. Benenne das abgebildete Land:

 

  1. Die Verteilung der Rohstoffe auf der Erde ist unterschiedlich. Manche Länder verfügen über ein hohes Vorkommen eines bestimmten Rohstoffes. Verbinde die folgenden Länder mit dem jeweiligen Rohstoff.
  • Deutschland – Botsuana – Venezuela – Chile
  • Braunkohle – Erdöl – Kupfer – Diamanten
  1. Im Laufe der Erdgeschichte gab es mehrere Superkontinente. Benenne einen.

 

  1. Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten. Kreise den Anteil der in Städten lebenden Weltbevölkerung ein (Stand: 2021): 47 % – 57 % – 67 %

 

  1. Vergleiche die Fläche der beiden Länder. Spanien ist … (kleiner/größer) als Frankreich.

 

  1. Kreuze die Stadt an, die am weitesten von Hamburg entfernt liegt.
  • Berlin – Hannover – Bremen – Rostock
  1. Wälder stellen einen bedeutenden Lebensraum für verschiedene Pflanzen, Pilze und Tiere dar. Schätze ab, wie viel Prozent der Gesamtfläche Deutschlands mit Wald bedeckt ist.

 

  1. Mit seinem Floß „Kon Tiki“ ließ sich der Abenteurer Thor Heyerdahl im Jahr 1947 von Peru aus über den Pazifik treiben. Nenne den Namen des Windes, den er dabei nutzte.

 

  1. Kreuze die am östlichsten gelegene Stadt an: Berlin – Prag – Warschau – Zagreb

 

Lösungen:

  1. Lavendelfelder – Frankreich; Seenreichtum – Finnland; Vulkanismus – Italien; Gletscher – Schweiz
  2. Kroatien
  3. Venezuela – Erdöl; Chile – Kupfer; Deutschland – Braunkohle; Botsuana – Diamanten
  4. Pangäa
  5. 57 %
  6. kleiner
  7. Berlin
  8. 30 %
  9. Südostpassat
  10. Warschau

 

G. Merz

Räuber Hotzenplotz – gefangen im Gradnetz

Ach, wenn es doch sooo einfach wäre, alle Verbrecher dieser Welt ausfindig und dingfest zu machen! Die Klassen 5a und 5e würden sofort bei der Suche mithelfen.

Aber worum geht es? Nach unseren Filmen über die Staudengärtnerei Strobler und die Gärtnerei Eichfelder hat uns das „filmische Fieber“ ergriffen. Wir wollten da weitermachen, wo wir vor den Weihnachtsferien aufgehört hatten. Momentan war jedoch gerade das Gradnetz in Geographie dran. Nun, dieses kann man leider nicht sehen, aber, so stellten wir fest, man kann es filmisch sichtbar machen. Allerdings klingen Breitenkreis, Null-Meridian und 50 Grad Nord nicht nach dem typischen Blockbuster-Material. Man könnte allerdings diese sperrigen Begriffe in eine kindgemäße Geschichte einbauen. Da die Schülerinnen und Schüler Räuber Hotzenplotz lieben und die Lehrerin Kaffee, entstand folgender Film:

 

Natürlich haben wir schließlich mithilfe des Gradnetzes den Räuber Hotzenplotz sowie die Kaffeemühle, die er von Kasperls Großmutter geklaut hat, gefunden, denn die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 5e sind nun mit den Längen- und Breitenkreisen bestens vertraut.

G. Merz

 

 

 

Für den Fremdsprachenwettbewerb gab es für eine engagierte Schülerinnengruppe dieses Mal besonders hohe Hürden zu überwinden. Diese bestanden jedoch nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, in der Fremdspra­che, sondern in den Tücken der Technik. Aber der Reihe nach.

Auf die Idee, mit einem selbst komponierten englischen Film beim Fremdspachenwettbewerb 2020 (!) etwas zur Rettung unseres Planeten beizutragen, kamen die vier Schülerinnen, Anna, Annalena, Helena und Theresa, durch eine Reportage für Kinder im Fernsehen, bei der es um die Verschmutzung der Meere durch Plastik­müll ging. Außerdem haben sie bei youtube den schockierenden Film über eine Schildkröte angesehen, in dem eine Schildkröte aufgrund misslicher Umstände einen langen Plastikstrohhalm in ihrem Nasenloch hat und ein paar Umweltschützer versuchen, diesen mühsam zu entfernen. Als die vier Mädchen dann in der sechsten Klasse anfingen, die Nachrichten zu verfolgen, haben sie festgestellt, dass das Thema Umwelt immer wichtiger wird und uns Menschen in allen Bereichen unseres Lebens betrifft. Auch in Geographie hat sich die Klasse des Themas „Plastikmüll“ ange­nommen und im Rahmen einer Exkursion auch den Unverpackt-Laden in Bamberg besucht.

Die Schülerinnen haben sich als Plot für ihren Film überlegt, dass von ihrer Vierergruppe zwei Mädchen die Um­welt ver­schmutzen und zwei Mädchen, die aktive Umweltschützerinnen sind, versuchen, die anderen beiden davon zu überzeugen, dass ihr Verhalten falsch ist, was ihnen am Ende des Films auch gelingen soll.

Ihren Film “Save our planet” haben die Schülerinnen eigentlich schon in der sechsten Klasse erstellt und sie ha­ben auch alles getan, um den Film für den Fremdsprachenwettbewerb 2020 rechtzeitig abzuschicken, denn er war pünktlich fertig. Aber dummer Weise konnte man den Film auf dem Computer der Mutter einer Schülerin perfekt abspielen, aber man konnte ihn von dort aus weder auf die Wettbewerbsseite hochladen noch anderweitig verschicken. Obwohl, ganz so war es nicht, man konnte ihn versenden, aber der Ton war dann plötzlich weg. Und was bringt ein Stummfilm für einen Fremdsprachenwettbewerb? Nichts. Auch alle Computerexperten wussten nicht mehr weiter.

Aber unsere DG-Mädels haben nicht aufgegeben und, nachdem die erste Enttäuschung ein wenig verklungen war, beschlossen, dass sie es noch einmal versuchen werden, den Film zu retten. Doch dann kam der zweite Corona-Lockdown. Die vier Schülerinnen durften sich nicht mehr in der Schule treffen und auch sonst konnten sie den Film nicht bei einem der Mädels daheim fertigstellen. Folglich konnten der Film auch für den Fremdsprachenwettbewerb 2021 nicht eingereicht werden. So ein Pech.

Nach dem Lockdown ging es erneut an die Arbeit. Der tonlose Film wurde hergenommen, mithilfe eines anderen Computerprogramms geladen und noch einmal ganz neu aufgesprochen. Jetzt stimmen zwar die Mundbewegun­gen nicht mehr exakt mit dem gesprochenen Wort überein, aber dies ist trotzdem viel besser als ein Stummfilm. Endlich hat der Film nach langer Zeit doch noch sein “happy ending” bekommen. Für die Schülerinnen war es im Herbst 2021, während der letzten Tonaufnahmen, sogar ganz lustig, sich im Film als damalige Sechstklässlerinnen zu sehen, denn aus den Kindern von damals waren in der Zwischenzeit junge Damen ge­worden.

Nun hoffen alle, dass “Save our planet” mit Ton beim Fremdsprachenwettbewerb 2022 an­kommt, und zwar so­wohl technisch als auch bei der Jury. Außerdem wünschen sich die Schülerinnen natürlich auch, dass sie mit ihrer ersten englischen Filmproduktion ein wenig dazu beitragen können, dass unser Planet gerettet wird. Im November 2021 war ja der Weltklimagipfel in Glasgow, der erneut deutlich gemacht hat, dass der Appell ihres Films immer noch aktuell ist. Leider.

Obiger Text entspricht etwa dem Begleitartikel, den wir für den Fremdsprachenwettbewerb 2022 verfasst haben. Mittlerweile hat sich aufgrund der politischen Umstände in der Ukraine unser Wunsch “Save our planet” auf dramatische Weise noch weiter verstärkt.

G. Merz

Mit diesem Beitrag hat die Klasse 6c im Schuljahr 2019/20 am “67. Europäischen Wettbewerb” teilgenommen, bei dem Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen waren, sich gemäß dem Motto “EUnited – Europa verbindet” auf das zu besinnen, was uns verbindet. Wir haben dabei aus dem Modul 2 für die 5. bis 7. Klassen folgendes Thema ausgewählt:

2-1 Baba Yaga meets Froschkönig Europäische Märchenfiguren begegnen einander. Was erleben sie? Lass die Hexe Baba Yaga toben, Aschenputtel das Lichtschwert schwingen oder Hans sein Glück in Finnland suchen…

2020 haben sich an dem Europäischen Wettbewerb insgesamt 75.159 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Wir haben es zwar nicht bis zur Preisverleihung geschafft, aber das macht nichts. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß bei der Erstellung des Films.

Klasse 6c & G. Merz

                 

Im W-Seminar “Der indische Subkontinent – Region der Gegensätze” hat Karim Hamed im Rahmen seiner W-Seminararbeit zum Thema “Der Monsun in Indien – Segen und Fluch?” folgendes Erklärvideo erstellt, das er bei seiner Präsentation vorgeführt hat.

G. Merz

Erklärung Monsun Indien

Wer von euch war schon einmal in Afrika, und zwar abseits der touristisch stark erschlosse­nen Länder wie Ma­rokko, Tunesien, Ägypten oder Südafrika? – Niemand. Und wer von euch weiß, wo Uganda liegt oder hat schon einmal etwas über diesen Staat gehört? – Wenige. So lauteten die Fragen, die Frau Janina Möck zunächst an die Schüler der Q12-Geographie-Kurse und anschießend an alle achten Klassen richtete. Auf Einladung der Fach­schaft Geographie berichtete Frau Möck am 18.12.2019 auf eindrucksvolle Weise über Uganda als ein Beispiel für ein Entwicklungsland, über Land und Leute, über die dortigen Lebensverhältnisse und Entwicklungshilfe. Da sie selbst vor fünf Jahren in Uganda ein Hilfsprojekt namens „We care for them“ gegründet hat, konnte sie den Schülerinnen und Schülern aus erster Hand schildern, was man sonst im Geographieunterricht häufig eher theo­retisch behandelt, denn wer von uns hat schon einige Jahre in einem Entwicklungsland verbracht? Somit erwar­ben wir bei dem eineinhalbstündigen Vortrag zahlreiche neue Erkenntnisse und erlangten sehr viele kuriose Ein­blicke in das für uns so ferne und unbekannte Land.

  • Bereits Ugandas Vielfalt an Stämmen und Sprachen lässt einen erstaunen. Uganda, ein Land, das etwa zwei Drittel so groß wie Deutschland ist, hat circa 120 verschiedene Dis­trikte, die mit unseren Bundesländern ver­gleichbar sind, und in vielen dieser Distrikte lebt ein eigener Stamm mit jeweils eigener Sprache. Die offizielle Amtssprache ist zwar, durch die britische Kolonialzeit bedingt, Englisch, aber aufgrund der fehlenden Schul­bildung vieler Leute kommt man mit Englisch oft nicht sehr weit. Hilfreich ist daher das Erlernen einiger Stammessprachen, zum Beispiel von Luganda, der Sprache des größten Stammes, und von Kisuaheli. Aber dennoch würde man mit Menschen am ande­ren Landesende keine Unterhaltung führen kön­nen, weil dort schon wieder ganz andere Stam­messprachen üblich sind. Auf Deutschland übertra­gen hieße dies: Leute aus Bayern könnten sich nicht mit den Einwohnern Schleswig-Holsteins verständigen können.

  • Ugandas Flagge ähnelt der deutschen. Sie ist ebenfalls schwarz, rot, gold – dies aber zwei Mal unter einan­der, und in der Mitte befindet sich ein Kronenkranich. Schwarz symboli­siert die Hautfarbe der Menschen Schwarzafrikas, gelb steht für die permanente Sonnen­einstrahlung in Äquatornähe und die rote Farbe erin­nert an die blutigen Kämpfe zur Er­langung der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Mit dem Kronenkran­ich identifizieren sich die Einwohner Ugandas sehr gerne, denn dieser Vogel ist scheu, tanzt gerne und er ist sehr schön – „genau wie wir“, so sagen die Leute aus Uganda.
  • Durch den südlichen Teil von Uganda verläuft der Äquator, und der Victoriasee, aus dem der Weiße Nil ent­springt, bildet die Südgrenze des Landes in Richtung Tansania und Ke­nia.

  • Uganda hat einen Präsidenten namens Yoweri Museveni – und dies bereits seit 29 Jahren! Die „offizielle“ Zustim­mungsrate für diesen Präsidenten liegt bei den Wahlen stets bei über 90 Prozent, obwohl sehr viele Leute den Präsidenten eigentlich nicht wählen. Wer sich darüber wundert und dies in Protesten zum Aus­druck bringt, verschwindet häufig von der Bildflä­che. Im Prinzip herrscht Diktatur, Meinungsfreiheit gibt es nicht, dafür ist es aber immer­hin einigermaßen friedlich im Land.
  • Auch die Bevölkerungsverhältnisse sind den deutschen in keinster Weise ähnlich. In Uganda ist über die Hälfte der Bevölkerung unter 15 Jahre alt und die Lebenserwartung liegt bei nur 50 bis 55 Jahren. Viele Kin­der sind aufgrund von Aids Halb- oder Vollwai­sen. Nur wenige Kinder haben noch beide Elternteile, die Re­gel ist eher, dass Vater oder Mutter tot sind und Kinder bei Verwandten oder bei bereits sehr alten Großeltern auf­wachsen. Dies ist häufig auch dadurch bedingt, dass in Uganda immer noch Polygamie herrscht und viele Männer ihre früheren Frauen nebst Kindern im Stich lassen, um mit ei­ner neuen Frau zusammenzuleben. Oftmals stellt man erst bei der Beerdigung eines Mannes fest, wie viele Kinder er tatsächlich hatte, denn bei solch einem Ereignis erscheinen alle Familienangehörigen.

  • In unseren Breiten, die von den vier Jahreszeiten geprägt sind, haben die Leute schon früh lernen müssen, für den Winter, für Notzeiten oder Härtefälle vorzusorgen und eine ent­sprechende Logistik aufzubauen. In Uganda, wo es aufgrund der Lage in Äquatornähe ei­gentlich nur eine Jahreszeit, nämlich Sommer, gibt, wa­ren und sind solche Überlegungen unbekannt. Man sät, wenn man nichts mehr zu essen hat, und auf­grund des Regens und des relativ fruchtbaren Bodens wächst nach kurzer Zeit wieder etwas nach, sodass man er­neut Nahrung hat. Das Ergebnis ist allerdings eine auch heute noch relativ primitive Form der Landwirt­schaft. Man lebt von der Hand in den Mund. Geschäftssinn, betriebs­wirtschaftliches Denken und Agieren: Fehlan­zeige.

  • Exotische Früchte, z.B. Papaya, Maracujas, Mangos, Vanille, Ananas, Ingwer, usw., die es bei uns mittler­weile in gut sortierten Supermärkten gibt, sind in Uganda nichts Außerge­wöhnliches. Das Alltagsgericht sind hingegen Kochbananen, die, anders als es der Name vermuten lässt, wie Kartoffeln schmecken.

  • Auf den Feldern arbeiten fast nur Frauen. Mit einfachen Hacken müssen sie die Felder bestellen, wobei sie ihr jüngstes Kind auf den Rücken geschnallt haben und die anderen Kinder bei der Arbeit mit dabei sind, weil sonst niemand auf sie aufpassen kann und ihr Schulbesuch nicht finanzierbar ist. Dies ist auch nicht weiter verwunder­lich, denn für den Knochenjob auf dem Feld verdienen die Frauen nur einen bis zwei Euro pro Tag. Da sehr viele Leute in Uganda eine Arbeit suchen, müssen die Landeigentümer auch nicht mehr Lohn bezahlen, denn wenn eine Feldarbeiterin ausfällt oder ihr der Lohn zu niedrig erschiene, würden sofort etli­che andere Leute diesen Job annehmen. Die ab­solute Verzweiflung der Leute ermöglicht diese Hungerlöhne, wobei diese Bezeichnung wörtlich genommen werden kann. Der Lohn der Arbeiterinnen reicht tatsächlich ge­rade so für den Kauf der täglichen Nahrung. Das Schulgeld, das eine einigermaßen gute Schule pro Kind verlangt, beträgt im Vergleich dazu etwa 50 Euro pro Monat. Kein Wunder, dass die meisten Kinder nicht zur Schule gehen (können). Manche Kinder in Uganda wissen daher im Alter von sechs Jahren noch nicht ein­mal, wie man einen Stift oder gar einen Löffel richtig hält. Weil sie zudem meist barfuß über dorniges Ge­lände laufen müssen, haben sie starke Verletzungen an den Füßen, in die Würmer oder Larven eindrin­gen und sich dort vermehren. Auch Kinder, deren Füße von Ratten angefressen wurden, sind keine Selten­heit.

  • Einige Stämme Ugandas betreiben auch Viehzucht. Wird von einem Nachbarstamm Vieh gestohlen, so kann dies bereits zu einem blutigen Stammeskrieg führen.
  • Aufgrund der Armut sind die Wohnverhältnisse in Uganda äußerst spartanisch. In einer klei­nen Hütte schläft die gesamte Familie in einem Raum. Ein Bett müssen sich mehrere Fa­milienmitglieder teilen, und unter dem Bett brüten manchmal noch gleichzeitig einige Hühner ihre Eier aus. Oftmals verfügen die Menschen aber nur über einfache Matratzen, wenn sie nicht gleich auf dem nackten Fußboden schlafen müssen. Vor der Hütte ist eine primi­tive Duschmöglichkeit sowie ein Klohäuschen und gekocht wird ebenfalls vor der Hütte.
  • Schulen gibt es zwar in Uganda. Meistens sind dies staatliche, kostenlose Schulen, bei denen die Kinder oft unter freiem Himmel und unter ärmlichen Bedingungen fast nichts lernen, weil die Lehrer zum Teil selbst nicht einmal lesen können. Auf einer Fläche des Mehrzweckraums des DG wären in Uganda fünf Klassen untergebracht, und zwar in jeder Ecke eine und in der Mitte noch eine. Schulbänke gibt es erst für die Schü­ler der siebten Klassen. Vorher sitzen die Kinder auf dem Boden oder auf Steinen und zerschlissene Plas­tiktüten ersetzen Schultaschen. In diesen Schulen stecken sich die Kinder oftmals mit allen möglichen Krankheiten an, sodass es häufig besser wäre, sie würden zu Hause bleiben.
  • Wenn man wirklich etwas lernen will, muss man eine der teuren Privatschulen besuchen, die aber immer wieder Extrazahlungen für diverse schulische Aktionen einfordern, die dann zum Teil gar nicht stattfinden, in denen aber immerhin ausgebildete Lehrer arbeiten, die auch mehr als die üblichen 50 Euro Monatsgehalt verdie­nen, die ein Lehrer einer staatli­chen Schule erhält. An diesen Privatschulen werden die Kinder gut für ein Studium an einer der Universitäten Ugandas, die zu den besten in Afrika zählen, vorbereitet.

Nachdem Frau Möck während eines freiwilligen sozialen Jahres in Uganda diese Verhältnisse hautnah mitbekom­men hatte, setzt sie sich nun seit fünf Jahren dafür ein, für Waisenkinder eine adäquate Schule zu errichten, die auch die Bezeichnung „Schule“ verdient.

Bis dieses Schul­gebäude fertig gebaut ist, unterstützt sie spendenfinan­ziert eine begrenzte Anzahl von Kin­dern (im Moment sind es 18), denen sie einen Besuch in einer guten Schule ermöglicht, sodass diese einmal eine Ausbildung bestehen oder ein Studium an einer Universität erfolgreich ab­schließen können.

Was ihr Projekt auszeichnet ist, dass keine große Hilfsorganisation dahinter steht, bei der viel Geld für Verwaltung einge­setzt wird, sowie die Tatsache, dass sie mit vertrauenswürdigen Mitarbeitern vor Ort zu­sammenarbeitet, sodass auch dann, wenn sie in Deutschland ist, ihr Projekt, bei dem sehr auf Nachhaltigkeit Wert gelegt wird, effektiv fortgeführt wird. Frau Möck überzeugt vor allem dadurch, dass sie Uganda mit all seinen Stärken aber eben auch Schwächen realistisch einschätzt und nicht ein rührseliges Bild der „armen kleinen Kin­der“ zeichnet. Daher versucht sie auch in kleinen Schritten Probleme, wie das rasante Bevölkerungswachstum oder die Unterdrückung von Frauen, anzugehen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Janina Möck, dass sie uns auf äußerst beeindruckende Weise Afrika ans DG gebracht hat. Informationen sowie die entsprechende Bankverbindung zu Frau Möcks Uganda-Hilfspro­jekt „We care for them“ finden Sie unter: www.wecareforthem.eu

G. Merz

Es ist Frühling, alles grünt und blüht. Verwundert es da, dass auch kleine grüne Marsmännchen bei uns auf der Erde einmal vorbeischauen? Aber werden sie von uns Menschen begeistert sein? Werden sie bleiben?

 

Das Stück ″Visitors from planet Mars″ hat die Klasse 5c am 20. März 2019 bei dem „Gesellschaft der Freunde des DG“-Abend für die fünften Klassen aufgeführt.