Menu

Einführung:

Das Konzentrationslager Flossenbürg, gelegen in der Nähe der Stadt Flossenbürg in der Oberpfalz, war eines der berüchtigten Konzentrationslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde im Mai 1938 errichtet und zunächst hauptsächlich als Arbeitslager für politische Gefangene genutzt und entwickelte sich sofort und im Laufe des Zweiten Weltkriegs zu einem Ort des Schreckens, an dem Zehntausende von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Hintergründe unter grausamsten Bedingungen leiden mussten.

 

Geschichte:

Das Lager wurde auf Anweisung der SS in der Nähe des Steinbruchs Flossenbürg errichtet, um die Häftlinge arbeiten zu lassen und auszubeuten. Es begann mit der Unterbringung politischer Gefangener und Gegner (Opposition), aber im Laufe der Zeit wurden dort auch Kriegsgefangene, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Juden und andere Verfolgte der Nazis eingesperrt.

Die Bedingungen im Lager waren entsetzlich. Die Häftlinge wurden zu extrem harter und gefährlicher Arbeit gezwungen, häufig unter unmenschlichen Bedingungen und ohne angemessene Verpflegung oder medizinische Versorgung. Misshandlung und Folter gab es jeden Tag. Neben der harten Arbeit im Steinbruch wurden die Gefangenen auch in der Rüstungsproduktion und anderen Industriezweigen eingesetzt, um die Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches zu unterstützen.

 

Verbrechen und Leiden:

Das Lager Flossenbürg war auch der Ort zahlreicher medizinischer Experimente und Grausamkeiten seitens der SS-Ärzte und Aufseher. Häftlinge wurden Opfer von Erschießungen, Folter und barbarischen medizinischen Versuchen. Der Lagerkommandant Max Pauly und seine Untergebenen führten ein Regime des Schreckens, das von Brutalität und Willkür geprägt war.

Die Häftlinge litten extrem unter Krankheiten und Hunger. Viele starben an den Folgen der Arbeitsbedingungen, der Misshandlung oder wurden Opfer gezielter Tötungsaktionen. Berichte über die Grausamkeiten und das Leiden im Lager Flossenbürg trugen dazu bei, das Ausmaß der Verbrechen des Nazi-Regimes zu dokumentieren und zu verurteilen.

 

Befreiung und Nachwirkungen:

Am 23. April 1945 wurde das Lager von amerikanischen Truppen befreit. Bei der Befreiung fanden sie rund 1.600 kranke und erschöpfte Häftlinge vor, während Tausende andere bereits durch die SS oder durch die extremen Bedingungen des Lagers ums Leben gekommen waren. Die Befreiung markierte das Ende des Leidens für die Überlebenden, aber viele von ihnen trugen physische und psychische Traumata davon.

Nach dem Krieg wurde das Lager als Ort des Gedenkens und der Erinnerung erhalten. Heute dient es als Mahnmal und Gedenkstätte, um an die Opfer des Holocaust zu erinnern und die Gräueltaten des Nazi-Regimes niemals zu vergessen. Es ist ein Ort, der dazu dient, die Erinnerung wach zu halten und die Lehren aus der Geschichte zu ziehen, um sicherzustellen, dass sich solche Verbrechen niemals wiederholen.

Fazit:

Das Konzentrationslager Flossenbürg steht als Symbol für das unermessliche Leid, das Millionen von Menschen während des Holocaust erlitten haben. Es war ein Ort der Unterdrückung, Ausbeutung und systematischen Vernichtung, der die Dunkelheit und Verdorbenheit des Nazi-Regimes verkörperte. Durch die Erinnerung an die Opfer und die Verurteilung der Täter wird das Lager zu einem Mahnmal für die Menschheit, um die Prinzipien von Toleranz, Mitgefühl und Gerechtigkeit zu verteidigen.

 

Eigene Erfahrungen und Besuch des KZ.s:

Der Besuch des KZL Flossenbürg war sehr eindrücklich. Wir sind mit dem Bus angekommen und haben eine Führung über den Hauptplatz des Lagers gemacht. Dabei konnten wir auch in eine alten Barracken hineinschauen, die heute als eine Art kleines Museum im KZLs immer noch steht. Es war ziemlich einschüchternd zu begreifen, dass an diesem Ort Zehntausende von Menschen jeden einzelnen Tag leiden mussten. Die Atmosphäre dort war sehr ernst. Es hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht, da ich nicht gedacht hätte, dass Menschen zu so etwas Grausamem fähig sind. Aber es hat auch gezeigt, wie wichtig es ist, aus der Vergangenheit zu lernen und sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passiert. Dieses besondere Erlebnis wird uns allen noch lange durch den Kopf gehen.

 

Von Ben Knörrlein, 9c

In zweifacher Hinsicht haben DG´ler*innen gestern der schrecklichen Ereignisse am 9.11. 1938, also vor 85 Jahren, gedacht: Drei 9. Klassen besuchten den Film „Wenn Zeiten dich ändern“, den eine große FLG-Schülergruppe mit ihren Lehrkräften über eine Abiturklasse des FLG von 1938 gedreht hat (eine jüdische Schülerin konnte damals so gerade noch ihr Abitur ablegen, musste dann aber aus Deutschland fliehen), und waren von dem Film sehr beeindruckt, wie das Bild aus einer beteiligten Klasse nach der eingehenden Besprechung des Films belegt:

 

 

Zum anderen hat das DG seit einigen Jahren die Patenschaft für zwei der vielen Bamberger Stolpersteine übernommen, die gestern zur Erinnerung an den 9.11.1938 („Reichspogromnacht“) geputzt und geschmückt wurden. Die zwei Stolpersteine sind die für Elsbeth Neisser in der Eckbertstraße (der Bamberger Stolperstein, der dem DG am nächsten liegt; die Bamberger Jüdin Elsbeth Neisser wurde in Theresienstadt ermordet) und für Ferdinand Rapiteau, einen französischen Kriegsgefangenen, der 1941 direkt am Bamberger Bahnhof erschossen wurde. Um einen dritten Stolperstein kümmert sich unsere Schule mit – den für Bernard Delachaux in der Roppeltsgasse: Dieser französische Kriegsgefangene wurde dort 1942 auf angeblicher Flucht von seinen SS-Bewachern erschossen.

 

 

 

Die Erinnerung an die NS-Verbrechen soll deren Opfer vor dem Vergessen schützen, ihre Würde bewahren und uns dazu ermuntern, der Wiederholung ähnlicher Verbrechen entgegenzuwirken.

 

Von Rafael Rempe

Am 05.07.2023 hat die 9. Jahrgangsstufe einen Ausflug in die Gedenkstätte nach Dachau bei München gemacht. Während der Führung in unseren Klassengruppen gab es verschiedene Stationen an verschiedenen Stellen, an welchen uns immer etwas erzählt wurde; teils wurden wir auch von den Führungsleitern mit eingebunden, sprich uns wurden Fragen zu den unterschiedlichen Etappen der Geschichte in der damaligen Zeit gestellt, sodass wir mitmachen konnten.

Vor der Gedenkstätte wurden wir von Frau Grimm begrüßt und erstmal im ehemaligen Ankunftsbereich der jüdischen Insassen herumgeführt und wir bekamen erste Informationen über das Lager an sich, vor allem die ehemaligen SS-Gebäude und den Haupteingang mit dem berühmten Schriftzug „Arbeit macht frei“ in der Eisentür. Über den großen Hauptplatz liefen wir zum großen Mahnmal im Haupthof des Konzentrationslagers und besuchten eine der nachgebauten Baracken, in denen die Insassen damals genächtigt haben. Das fand ich persönlich eine der spannendsten Etappen, weil wir dort sehen konnten, wie die Häftlinge gelebt, wie sie sich gewaschen oder wo sie geschlafen haben. Die Gefangenen waren dort auf engstem Raum zusammengepfercht. Allerdings: So etwas wie den `Aufenthaltsraum´ mit Hockern und Schränken gab es nur hier in Dachau, nicht aber in anderen Lagern. Denn die Häftlinge sollten keinen Raum zum Verschnaufen, auch keinen Patz für letzte private Sachen haben. Anschließend machten wir uns auf den kurzen Fußmarsch zum Großen Krematorium, wo wir die kleine Gaskammer getarnt als “Brausebad“ und die Öfen betrachten konnten.

 

 

Schon der alleinige Anblick der Gaskammer oder der Verbrennungsöfen hat gereicht, um ein eigenartiges, unbeschreibliches Gefühl zu bekommen. Meiner Meinung nach wussten wir nicht, wie man sich jetzt fühlen sollte: Die Stimmung war einfach schwer es einzuordnen! Letztendlich war die Stimmung aller Schüler sehr respektvoll und angemessen.

Und auch hier gab es eine Besonderheit: Die Öfen wurden, wie in anderen Lagern auch, zur Verbrennung der vielen Leichen verwendet, die Gaskammern jedoch nicht. Denn das Lager Dachau war als frühes Lager v.a. auch Ausbildungsstätte für die SS-Mannschaften. Beim Besuch des großen Museums konnten wir anhand der großen Europakarte und vieler weiterer Karten über die Herkunft der Häftlinge uns nochmals die räumlichen Dimensionen der Unterdrückungs- und Vernichtungsmaschinerie klarmachen. In den weiteren Räumen hingen an großen Plakatwänden viele Informationen zu vielen Einzelschicksalen und verschiedenen weiteren Themen. Auch der furchtbare Bock war – als Nachbau – aufgestellt, auf dem die Gefangenen bestialisch geprügelt wurden.

 

 

Unser Eindruck von Gedenkstätte und Führung: Schon von Beginn an herrschte eine sehr bedrückende und triste Stimmung, was für den Ort – wenn man überlegt, was dort Menschen von Menschen angetan wurde – nachvollziehbar ist. Die Führung durch Frau Grimm war gut durchstrukturiert und sehr informativ, sie hat sich aber zum Ende hin etwas gezogen. Nichtsdestotrotz können wir allgemein sagen, dass wir viele neue Eindrücke sammeln konnten und nun einen besseren Einblick in die schlimmen Taten der Nationalsozialisten haben.

Persönlich waren wir überrascht, dass in Dachau „nur“ etwa 41.000 Menschen umgekommen sind, da wir von einer weitaus höheren Zahl ausgegangen waren.

 

 

Ein Fazit des Ausfluges in die Gedenkstätte ist, dass alle Schüler solch eine Gelegenheit immer nutzen sollten, um sich weiterzubilden und die deutsche Geschichte ganz unmittelbar zu erfahren.

 

Fritz Brandt, Lelia Kauder, 9c

 

Hier einige weitere Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern der 9a und 9c

An der KZ-Gedenkstätte war vor allem die Gaskammer besonders spannend, weil ich es faszinierend fand, wie in so einer kleinen Gaskammer viele Menschen zu Tode kommen könnten.

Aus dem Besuch in der KZ-Gedenkstätte werde ich vor allem mitnehmen, dass so etwas wie die grausame Behandlung der Häftlinge nie wieder passieren darf.

 

 

Den Ort zu sehen, wo so viele Menschen getötet wurden und auch die Bilder direkt vor Ort zu haben, fand ich sehr krass. Es erinnert einen daran, wie schlimm die Zeit dort gewesen sein muss.

Weimar … und: Das Konzentrationslager Buchenwald (Leon Sander) 

 

Die Durchsage „wir sind bald da!“ lässt uns Schüler im Bus munter werden. Galgenhumor – ein Ausdruck der Überforderung. Eine umso drückendere Stimmung, je näher wir diesem grausamen Ort kommen. Wir sind da! 

Die Lehrkräfte starten die Führung, sie lassen uns durch ihre Exkurse in die Vergangenheit abtauchen, in die Jahre 1933ff. Alle hörten gespannt zu; der Exkurs in die längst vergangene Zeit endet jedoch zeitig und aus dem vorherigen Galgenhumor wird Interesse: das Interesse, sich alleine auf den Weg zu machen und zu erfahren, was hier passiert ist. In kleinen Gruppen untersuchten wir das Gelände auf alte Überreste des längst demontierten Konzentrationslagers ab. Denn wir stellten uns viele Fragen. Am Tor steht der bekannte Satz „Jedem das seine“. Von außen ist dies spiegelverkehrt geschrieben, sodass es die Insassen lesen können. Das Motto bedeutet eigentlich z.B., dass ein Mensch den Lohn bekommt, den er verdient – aber für diese vielen unschuldigen Menschen bedeutet er nichts Gutes. Das größte Interesse auf dem weitläufigen Gelände weckte das Krematorium. Schon beim Betreten dieses Lagers des Grauens fiel auf, dass dieses Gebäude gut erhalten war. Im alten Gebäude konnten wir uns bildlich vorstellen, was hier geschah: Ein ungutes Gefühl erfasste die Gruppen, eine bedrückende Stille fuhr durch alle Gruppen. Doch die Neugier siegt erneut. Wir erkunden das Gelände weiter. 

Das 400.000 Quadratmeter große Gelände scheint sehr übersichtlich; es hat eine klare Struktur. Leicht überwachbar ist es von allen Seiten, doch es erscheint unvorstellbar, dass hier 277.800 unschuldige Menschen festgehalten und gefoltert wurden, nur weil sie eine andere Religion, Herkunft oder Meinung hatten. 

 

Ein Lager – im Lager? 

Das kleine Lager, eigentlich ein Stall, gerade mal so groß, dass 50 Pferde hineinpassen, wird zur NS-Zeit umgebaut zu einer Hölle auf Erden. Dort mussten durchschnittlich 2000 Menschen leben. Im Jahre 2023 zeigt sich uns eine Gedenkstätte, grünes Gras, hohe Bäume und Vogelgezwitscher – überall Zeichen für Leben! Doch in den 1940er Jahren liegt ein Gestank des Todes in der Luft. Auch hat die SS die Bäume gefällt, um den Insassen das vielleicht letzte Zeichen der Hoffnung, die immer wieder aufbrechende Natur, zu nehmen. 

Das Interesse wandelt sich zu einigen Erkenntnissen: Was unterscheidet den Menschen von Tieren? Der Mensch besitzt kognitive Fähigkeiten, Kultur, Zivilisation und ein Bewusstsein. Wenn wir Menschen dies nicht mehr haben, sind wir dann Tiere? Die SS, die zur Zeit Hitlers als Unterdrückungswerkzeug diente, leitete diese Lager mit Brutalität und Zynismus. Die Gefangenen wurden zu Nummern, man nahm ihnen die Menschlichkeit, die Namen und die Identität und versuchte, die oben genannten Eigenschaften auszutreiben. Durch all diese Grausamkeit und Brutalität des Lagersystems zeigt die SS, dass sie keine Menschlichkeit kennt – sind das noch Menschen? 

 

Nach der Abfahrt aus der Gedenkstätte hielten wir noch kurz an einem Zeugnis monumentaler DDR-Architektur, das bereits kurz nach dem Bau wie auch heute noch umstritten ist, u.a. wegen der Auswahl von Inhalten sowie eben der monumental gehaltenen Bauweise im „Stil totalitärer Herrschaftsarchitektur“, wie es auf der Homepage des Mahnmals heißt. „Doch indem den Toten mit dem Rückgriff auf eine klassische Formensprache ein monumentaler Gedächtnisort errichtet wurde, ist das Mahnmal auch als ein Versuch zu sehen, sowohl auf die Größe des Verbrechens als auch auf das Vergessen der Zeit zu reagieren.“ 

In ägyptischem Stil gestaltet und weitgeschwungenem Bogen aufgestellt: die Feuerschalen. 

 

Auf den insgesamt sieben Opferstelen sind die Nationen vermerkt, deren Angehörige in Buchenwald leiden mussten und zu oft zu Tode kamen. Sieben Stelen – für sieben Jahre Terror und Gewalt. 

 

Der berühmte Glockenturm – eines der unfreiwilligen Wahrzeichen Weimars, bereits aus der Ferne zu sehen.   

 

Auf der Homepage des Mahnmals findet man einen Übersichtsplan, der die überwältigende Größe der Anlage verdeutlicht; interessant auch die Hinweise auf die Nachnutzung bzw. den Verfall des Komplexes, dessen sich die Verantwortlichen erst spät bewusst wurden (vgl. https://www.buchenwald.de/de/geschichte/historischer-ort/gedenkstaette/mahnmal). 

 

Kontrastprogramm: Kunst, Kultur und Kunsthandwerk auf höchstem Niveau – ein Tag in Weimar (Annika Raab und Madlen Hauptmann)

Unsere „Fußbusfahrt“ begann unter musikalischer Begleitung durch Stan. Doch das war längst noch nicht alles. Nachdem wir auf dem Marktplatz angekommen sind, ging es für „Team Helmi“ direkt weiter zum Nationaltheater, vor allem zu den berühmten Statuen von Schiller und Goethe.  

Darf bei keiner Weimartour fehlen: das berühmte Theater mit den beiden berühmten Dichtern …  

 

Bei unserem Rundgang haben wir gekonnt jede Abkürzung gemieden, wodurch jedoch eine umso informativere Stunde über Goethe, Schiller, Wieland, Herder und Kotzebue entstand,  

 

Schöne Ecken in einer schönen kleinen Stadt:  

Wittumspalais und Schloss

 

welche uns zum Bauhaus Museum führte.
Dort wurde leider einiges an Vorwissen vorausgesetzt, weshalb der Tourguide womöglich mehr enttäuscht von uns war als wir von seiner Führung. Doch immerhin konnte Frau Helmstetter mit ihren eigenen Einwürfen besser unser Interesse für das Thema wecken.  

Bild Blick ins Bauhausmuseum  

 

Danach konnte es nur bergauf gehen und so war es auch. Die nette Dame im Goethe-Museum konnte uns mit ihrer Führung begeistern, bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Bamberg machten. 

 

Die Welt und die Liebe… und die Liebe zur Welt, ansprechend aufbereitet im Museum:  

 

Immer wieder faszinierend: das virtuelle Lexikon zu Goethes Werken

 

Immer wieder beeindruckend: der Adler im „römischen Zimmer“

 

Am Ende war Goethe 83 Jahre alt: ein Blick in sein Sterbezimmer.  

 

 

Wir Lehrkräfte schließen uns den geschilderten – zumeist positiven – Eindrücken gerne an und sind der Meinung, dass die zweitägige Fahrt mit den Blicken auf die glanzvollen wie die düsteren Seiten unserer Geschichte und Kultur gewinnbringend war. Sehr erfreulich war auch die diesmal konstruktive und harmonische Atmosphäre in den Gruppen, die die Fahrt auch in Sachen Teambuilding und Geselligkeit zu einem Erfolg werden ließ. 

 

B. Helmstetter, R. Plischke, B. Reidelshöfer, R. Rempe

Am Mittwoch, den 23.03.2022 fuhren wir, das heißt alle neunten Klassen, nach Dachau, um die dortige KZ-Gedenkstätte zu besuchen.

Natürlich hatten wir coronabedingt ein paar Einschränkungen zu ertragen, zum Beispiel das Testen vor der Fahrt und das stetige Tragen von FFP2-Masken im Bus und auch während der Führung.

Zwei Reisebusse brachten uns sicher die zweieinhalb Stunden vom DG zur KZ-Gedenkstätte Dachau, nahe München, und wieder zurück. Nachdem wir angekommen waren, wurden zwei der Geschichts-Klassen von Referenten der Gedenkstätte über das Gelände geführt, die anderen zwei von ihren Geschichtslehrkräften, die eine von Herrn Schmidt entwickelte Führung ausprobierten.

Unsere Referentin zeigte uns das gesamte Gelände und brachte uns anhand der noch bestehenden Gebäude den Tagesablauf der Häftlinge näher. Am Treffpunkt kurz vor dem Gelände konnte man bereits die Baracken und den Appellplatz durch die Bäume sehen, was schon ein ganz mulmiges Gefühl vermittelte.

Anfangs machte unsere Referentin uns mit der Ankunft der Häftlinge vertraut. Uns wurde erklärt, wie menschenverachtend diese dort bereits behandelt wurden und dass ihnen dennoch meistens ihre Situation erst vollständig bewusst wurde, nachdem sie auf dem Appellplatz gestanden hatten und ihnen ihre Kleider und Wertsachen weggenommen worden waren.

Uns selbst überkam beim Eingangstor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ ein ganz beklemmendes Gefühl, an einem Ort zu stehen, an dem so viel Grausames passiert ist.

 

Beim ‚Empfang‘ der Häftlinge im KZ kamen diese Menschen erst in einen Raum, in dem sie alle Wertgegenstände abgeben mussten. Danach wurden ihnen eine Nummer eintätowiert, die Haare abrasiert und dann noch Häftlingskleidung zugeteilt. Ganz normalen Menschen wurden durch die Rasur und die Nummer ihre äußere Persönlichkeit, ihre Identität und Würde genommen.

Im KZ Dachau gab es auch noch ein Gefängnis. Dies war dann sozusagen ein Gefängnis im Gefängnis. In dieses wurden Häftlinge gesteckt, die sich widersetzt und es geschafft hatten, dabei nicht gleich erschossen zu werden. Die Frage ist, ob das, was in diesem Gefängnis passierte, so viel besser war als der Tod. Die ‚Sträflinge‘ wurden in eine Stehzelle eingesperrt und – wie der Name schon sagt – konnten sich weder hinlegen noch hinsetzen. Sie bekamen pro Tag nur fünf Minuten ‚Auslauf ‘, zu essen nur einmal am Tag etwas, und sie hatten auch keine Toilette, was darauf schließen lässt, dass es in diesen Zellen nicht gerade gut gerochen hat, von Hygiene ganz zu schweigen. Viele waren von der Arbeit davor schon so geschwächt, dass sie diese Folter im Gefängnis nicht mehr durchhielten.

 

Der Tod spielte während der ganzen Führung eine große Rolle. Es wurde immer wieder thematisiert, wie grausam das KZ war und wie viele Menschen dort ihr Leben verloren haben. Zwischen 1933 und 1945 starben in Dachau 41.500 Menschen. Besonders deutlich wurde dies, als wir zu einem leicht versteckten Teil des Areals liefen, zum Krematorium. Dort wurden die Häftlinge, die gestorben bzw. ermordet worden waren, wie Müll verbrannt. Die Asche wurde in Aschegräbern begraben, und den Familien der Toten wurden falsche, ´harmlose´ Todesursachen genannt.

Im Sommer 1940 wurde das erste Krematorium gebaut, welches einen Ofen beinhaltete. Dieser war aber für die vielen Toten zu klein. Deshalb wurde 1942 zusätzlich noch die Baracke X gebaut. Dort wurde auch eine Gaskammer zur Massenvernichtung gebaut, welche aber aus unbekanntem Grund nicht dafür verwendet wurde. Es war ein unbeschreiblich komisches Gefühl, durch die Baracke X zu laufen und die schrecklichen Räume zu betrachten und zu wissen, was dort oder in entsprechenden Räumen der Vernichtungslager gemacht worden war. Der schlimmste Moment war, als wir in dem dunklen Raum ohne Fenster standen und die Löcher in der Decke sahen, durch welche damals das Gas in den Raum eingelassen worden ist.

 

Nach der Führung hatten wir eine Pause und konnten danach nochmals in Begleitung von Frau Obereisenbuchner auf das Gelände oder das Museum in Ruhe besuchen, wofür während der Führung mit der Referentin leider keine Zeit war.

Rund um das Gelände verläuft ein breiter Grasstreifen, auf dem in gleichmäßigen Abständen Wachtürme stehen. Diesen durften die Häftlinge nicht betreten. Taten sie dies, galt es als Fluchtversuch und sie wurden von den Wachtürmen aus sofort erschossen. Eine der Geschichten, die uns am meisten in Erinnerung geblieben ist: Wenn die Aufpasser einen Gegenstand, wie zum Beispiel die Mütze eines Häftlings, auf den Grasstreifen warfen, dann sagten sie dem Häftling, er solle seine Mütze wiederholen. Tat er dies, wurde er erschossen, weil er den Grasstreifen betrat. Tat er dies nicht, verweigerte er einen Befehl, was oft auch tödlich endete. Das Schlimmste war jedoch, dass die Aufpasser meist aus Spaß so handelten und sich dabei amüsierten. Erschreckend, unfassbar, herzlos.

 

Für uns war die Tagesfahrt nach Dachau ein beeindruckendes Erlebnis. Wir haben viel gelernt und einen entsprechenden Eindruck bekommen, wie schlimm die Verbrechen der Nationalsozialisten waren.

 

Anna Kluge und Luisa Ott 9d

Tagesfahrt der neunten Klassen  zur KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

 

„Viel Spaß“ ist für diesen Ausflug definitiv nicht der passende Wunsch!

Am Donnerstag, den 28.06.2018 machten wir, die Klasse 9a, uns zusammen mit unserer Parallelklasse 9c – wie die anderen drei 9. Klassen drei Tage zuvor – auf, die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu besichtigen.

Zum regulären Schulbeginn um 8:00 Uhr trafen wir uns alle an der Bushaltestelle Kantstraße, um auf unseren Bus zu warten. Leider hatte der Bus ein wenig Verspätung, doch als er schließlich da war, blieb uns auf einer etwa zweistündigen Fahrt nach Flossenbürg, welches nahe der tschechischen Grenze liegt, ausreichend Zeit, um zur Ruhe zu kommen, bevor wir einen solch ernsten Ort wie die KZ Gedenkstätte betraten.

Unser Aufenthalt begann mit einer circa zweistündigen Führung über das Gelände . Das Areal wirkte sehr friedlich, da die Baracken abgerissen worden sind, alles mit Gras überwachsen ist und die Standorte der alten Gebäude und des Zauns nur durch beruhigende weißgraue Steinsäulen und Bodenplatten markiert sind.

Nach einer kurzen Einführung über das ehemalige Arbeitslager und das, was noch davon übrig ist, gliederte sich die Führung in drei wesentliche Punkte: die Ankunft, den Tod und das Leben im damaligen Konzentrationslager Flossenbürg.

Für die Ankunft brachte uns die Führerin in den kargen, gelb gefliesten und noch recht gut erhaltenen Duschraum. Sie berichtete, dass die Gefangenen sich nach der Ankunft hätten ausziehen müssen und in diesen Raum gebracht wurden. Hier wurden sie dann mit Schläuchen geschlagen oder mit zu heißem oder zu kaltem Wasser gefoltert, um ihnen zu zeigen, dass man an einem solchen Ort alles mit ihnen machen konnte.

Das war das erste Mal, bei dem im Gedanken an die damaligen Geschehnisse an diesem Ort ein Schauer über meinen Rücken lief.

Um den Tod im Konzentrationslager zu thematisieren, wurden wir in den hinteren Bereich des Areals geführt. Dort war eine Art Friedhof angelegt für diejenigen, welche gestorben waren, nachdem das Lager kurz vor der Ankunft der alliierten Truppen von den Nationalsozialisten geräumt worden war.

Als uns eröffnet wurde, dass wir hier, obwohl nur ungefähr 20 Grabsteine aufgestellt sind, auf den anonymen Gräbern von über 5000 Menschen standen, machte sich ein zweites Mal ein mulmiges Gefühl in mir breit. Das Schlimmste am Aufenthalt in der Gedenkstätte folgte allerdings erst jetzt; die Führerin brachte uns zum großen Ofen, in dem man die toten KZ-Insassen wie Müll vebrannt hatte.

Die gähnende, vom Ruß und der Asche tausender Menschen geschwärzte Öffnung sehe ich oft immer noch in Gedanken vor mir. Wie ein klaffendes schwarzes Maul, das alles Lebendige verschlingt.

Danach schilderte man uns noch die schrecklichen und unhygienischen Lebensumstände im ehemaligen Konzentrationslager anhand der Zeichnung eines damaligen Häftlings.

Nach einer dreißigminütigen Mittagspause, in der wir Gelegenheit hatten etwas zu essen, hatten wir nun noch die Möglichkeit, das Museum der Gedenkstätte zu besichtigen, in dem es viele Zeichnungen von Insassen, aber auch alte Kleidungsstücke der Häftlinge zu sehen gab. Besonders beeindruckt hat mich ein riesiges dickes Buch, dessen Seiten voll mit den Namen aller Häftlinge des Konzentrationslagers Flossenbürg waren. Es waren um die 100.000 Namen.

Danach ging es wieder nach Hause.

Mich persönlich hat der Aufenthalt in der KZ Gedenkstätte sehr beeindruckt.

Die Atmosphäre war für uns alle sehr deprimierend, aber ich denke, wir haben einen sehr angemessenen Eindruck von den damaligen Verbrechen bekommen.

Tobias Helmreich 9a

 

sdr