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Seit langem nimmt das DG an den Juniorwahlen zu Europa-, Landtags- oder Bundestagswahlen teil – diesmal also wieder zur Bundestagswahl.

289 Schülerinnen und Schüler aus den 10., 11. und 12. Klassen waren wahlberechtigt, und 265 waren in der letzten Woche auch fit genug zur Stimmabgabe. Am Freitag wurde ausgezählt (siehe Bild).

Bei den Erststimmen siegte erwartungsgemäß Thomas Silberhorn für die CSU mit 64 Stimmen, das heißt 24,15 %. Andreas Schwarz (SPD, 57 Stimmen = 21,51 %) folgte ihm knapp; der Abstand von Michael Weiß (AfD, 41 Stimmen, 15,47 %), Jan Jaegers (Die Linke, 38 Stimmen, 14,34 %) und Lisa Badum (Die Grünen, 35 Stimmen, 13,21 %) war schon größer. Ob Thomas Silberhorn mit diesem Ergebnis in den Bundestag gekommen wäre, ist aber fraglich, da wegen des neuen Bundestagswahlrechts wahrscheinlich nicht alle Direktkandidatinnen und -kandidaten der CSU in den Bundestag ziehen dürften.

Wichtiger ist das Ergebnis der Zweitstimmen: Nur fünf Parteien überschreiten am DG die 5%-Hürde. Die CSU liegt mit genau 20 % vorn (53 Stimmen), gefolgt von AfD (49 Stimmen, 18,49 %), Die Linke (48 Stimmen, 18,11 %), Die Grünen (33 Stimmen, 12,45 %) und der SPD (28 Stimmen, 10,57 %). Volt (4,53 %) sowie BSW und FDP (je 3,77 %) kommen den 5 % noch am nächsten, scheitern aber.

Was würde dieses Ergebnis bedeuten? Sehr klar müssten CDU/CSU (25,11 % der Abgeordneten), Die Grünen (15,64 %) und SPD (13,27 %) eine Koalitionsregierung bilden. Denn die Opposition bestünde aus AfD (23,22 % der Abgeordneten) und Die Linke (22,75 %) – beide Parteien wären schon wegen der Haltung zum Ukrainekrieg für die anderen Parteien nicht koalitionsfähig.

Koalitionsgespräche und -vereinbarungen wären sicherlich schwierig, wären aber schlichtweg unter den drei etabliert demokratischen Kräften (54,02 % der Abgeordneten) zum Erfolg verurteilt. Und die Opposition (45,97 %) z.B. gegen eine weitere Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland wäre mächtig, aber weitgehend gespalten.

 

Von Rafael Rempe

 

Die Wahlhelfer am Freitagmittag beim Öffnen der versiegelten Urne.

Die direkte Vorbereitung im neuen Schuljahr war von der Zeit her sehr knapp angelegt – aber dennoch verlief die Juniorwahl an unserer Schule klar nach Plan bis einschließlich Freitag, den 24.09.2021.

Da die meisten Schülerinnen und Schüler den Wahlkampf bereits seit dem Sommer über die Medien mitverfolgen konnten und dieser teils im Unterricht auch schon thematisiert worden war – etwa in den jetzigen 11. Klassen – waren die wichtigsten Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Parteien und deren Hauptziele den meisten von euch durchaus geläufig.

 

Die Wahl unter durch die etwas über 250 Schülerinnen und Schüler der Klassen 10, 11 und 12 erbrachte folgendes Gesamtergebnis:

Wahlberechtigte: 265; abgegebene Stimmen: 225

Parteien Erststimme Zweitstimme  
Kurzname d. Partei Anzahl der Stimmen Anteil in % Anzahl d. Stimmen Anteil in %
CSU 37 16,40 21 9,24
SPD 41 18,20 22 9,68
AfD 3 1,33 6 2,64
FDP 44 19,36 65 28,6
Grüne 39 17,16 43 18,92
Die Linke 18 7,92 14 6,16
Freie Wähler 18 8,92 13 5,72
ÖDP 2 0,88 3 1,33
Tierschutzpartei 2 0,88
BP 2 0,88 1 0,44
Die Partei 14 6,16 14 6,16
Piraten 2 0,88
NPD 2 0,88
MLPD 2 0,88
DKP 3 1,33
dieBasis 1 0,44 2 0,88
III. Weg 1 0,44
du 1 0,44
Team Todenhöfer 2 0,88
Unabhängige 1 0,44
Volt 1 0,44 5 2,20
Einzelbewerber 1 0,44
Ungültige Stimmen 2 0,88 2 0,88

 

Deutlich wird dabei die Konzentration auf drei Parteien, die auch im Bundestrend zugelegt bzw. aus Sicht ihrer jeweiligen Vertreter positiv abgeschnitten haben: Die Freidemokraten, die Grünen, die SPD. Der am DG direkt gewählte Kandidat wäre Sven Bachmann von der FDP, dicht gefolgt von Andreas Schwarz für die SPD sowie der Vertreterin der Grünen. Thomas Silberhorn von der CSU, der das Direktmandat in Wirklichkeit

Die „Mühen der Ebene“ oder: „im Maschinenraum der Demokratie“ – die Helfer beim Auszählen der Stimmzettel.

holte, erzielte bei uns immerhin einen Achtungserfolg mit Platz vier und 16,40 %.

Blickt man auf das Zweitstimmenergebnis, so säßen im „DG-Parlament“ Vertreter von sieben Fraktionen, nämlich von FDP, Grünen, SPD, CSU, Die Linke, Die Partei und Freien Wählern. Der Schnitt wird hier bei der 5%-Hürde gemacht, die auch für den Bundestag gilt. Sonstige Parteien (inklusive der beiden ungültigen Stimmen) sind mit immerhin insgesamt 14,54% recht stark vertreten und haben vielleicht bei der nächsten Wahl eine Chance, den einen oder anderen Kandidaten durchzubringen. Die Chance auf Grundmandate – bei drei direkt gewählten Kandidatinnen* ziehen die Abgeordneten der Partei gemäß ihres Zweitstimmenergebnisses ins Parlament, auch wenn sie unterhalb der 5%-Hürde liegen – gibt es hier nicht, da sozusagen nur ein „Wahlkreis“ bestimmt wird. Profitiert hat von dieser Regelung im Bundestag zum zweiten Mal Die Linke, die am DG jedoch auch mit ihrer regulären Stimmenzahl die 5%-Hürde locker genommen hat.

Hier die Zahlen sortiert nach dem Erststimmenergebnis:

Partei Stimmen-zahl Anteil in %
FDP 44 19,36
SPD 41 18,20
Grüne 39 17,16
CSU 37 16,40
Freie Wähler 18 8,92
Die Linke 18 7,92
Die Partei 14 6,16
AfD 3 1,33
ÖDP 2 0,88
BP 2 0,88
MLPD 2 0,88
dieBasis 1 0,44
Volt 1 0,44
Einzelbewerber 1 0,44
Ungültige Stimmen 2  0,88

 

… und nach dem Zweitstimmenergebnis:

Partei Stimmen-zahl Anteil in %
FDP 65 28,6
Grüne 43 18,92
SPD 22 9,68
CSU 21 9,24
Die Linke 14 6,16
Die Partei 14 6,16
Freie Wähler 13 5,72
AfD 6 2,64
Volt 5 2,20
ÖDP 3 1,33
DKP 3 1,33
dieBasis 2 0,88
Tierschutzpartei 2 0,88
Piraten 2 0,88
NPD 2 0,88
Team Todenhöfer 2 0,88
BP 1 0,44
III. Weg 1 0,44
du 1 0,44
Unabhängige 1 0,44
Ungültige Stimmen 2 0,88

 

Weitere Informationen zu Juniorwahl, die deutschlandweit abgehalten wurde, findet ihr unter  https://www.juniorwahl.de/; zur „echten“ Bundestagswahl unter https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/50_21_vorlaeufiges-ergebnis.html bzw. auf den Seiten der überregionalen Anbieter, hier sei nur exemplarisch die ARD angeführt: https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2021-09-26-BT-DE/index-content.shtml.

Die Fachschaft Sozialkunde