Menu

Die Prämierung der besten Seminararbeiten 2026: Der erste Jahrgang im neuen G 9 zeigte ein breites Spektrum von Themen in den W-Seminaren

In einer von OStR Hammerschmidt organisierten festlichen Veranstaltung am 5. Februar wurden die besten Arbeiten der W-Seminare 2024/26 ausgezeichnet. Vor dem Hintergrund der Diskussion um den künftigen Wert dieses Leistungs­nachweises angesichts der Unterstützung durch Künstliche Intelligenz, was bereits dazu geführt hat, dass ab dem kommenden Jahrgang das Gewicht der geschriebenen Arbeit reduziert wird, schien es besonders wichtig, die Eigenständigkeit der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten zu würdigen.

Studiendirektor Wenker begrüßte die Preisträgerinnen und Preisträger, die Lehrkräfte und die anderen Gäste und übergab im weiteren Verlauf des Abends die Preise für die gelungenen Seminararbeiten.

Enya Nester und Casimir Ummendorfer, beide Q 13, führten als professionelles Moderationsteam durch den Abend, in dessen Mittelpunkt die drei Bestprämierten und deren Vorstellung ihrer Arbeiten standen:

3. Platz: David Schneider – Ideengeschichte Rekonstruktion und popkulturelle Rezeption: Der Nizariten-Orden im Vergleich zur Darstellung im Videospiel „Assassin’s Creed“

2. Platz: Irina Boyarkina – Hexenverfolgung in Franken

1 .Platz: Toni Wittmann – Penicillin: Wie ein Schimmelpilz die Medizin revolutionierte

Die Laudationes hielten die W-Seminarlehrkräfte, die die Arbeiten betreut hatten: StD Dr. Eder, OStRin Merz und OStRin Meier.

Weitere Preise erhielten Diana Oks, Moritz Neller, Leon Schütz, und Benedikt Weingärtner.

Einen besonders feierlichen Charakter erhielt die Veranstaltung durch die Beiträge des Chors unter Leitung von StR Martin Schäfer und durch Vivien Shao am Klavier. Auf Stellwänden wurden Werke aus den Kunstkursen vorgestellt und zeigten so das Leistungsvermögen der Jahrgangsstufe auch in diesem Bereich.

Anna Krug

Am vergangenen Nachmittag durfte unser P-Seminar „Saveurs de la Francophonie“ Michèle Menuet bei uns an der Schule begrüßen. Michèle stammt aus Grenoble, ist pensionierte Französischlehrerin des DFi Erlangen und leidenschaftliche Hobbybäckerin.

Sie nahm uns mit auf eine kleine kulinarische Reise nach Frankreich, und wir erfuhren viel über die Bûche de Noël, das traditionelle französische Weihnachtsdessert, das in nahezu jeder Familie zu den Festtagen auf dem Tisch steht. Anschließend wurde in unserer Schulküche gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eifrig gebacken – nach einem Familienrezept – dekoriert und die Bûches mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Zum Abschluss erklang ein fröhliches gemeinsames Weihnachtslied, das den gelungenen Nachmittag stimmungsvoll abrundete. Alle hatten großen Spaß, und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen! Auf den Fotos können unsere wunderschönen Bûches de Noël bewundert werden.

Ein herzliches Dankeschön an Michèle für diesen schönen, festlichen Nachmittag!

Christina Kastner für das P-Seminar

„Alle 12 Minuten verliebt sich ein Single über Parship.“ – wir alle kennen diesen Werbeslogan für die bekannte Dating-Plattform „Parship“. Was hingegen die wenigsten unter euch wissen werden, ist, dass nach Zahlen der DKMS ebenso alle 12 Minuten ein Mensch in Deutschland die schockierende Diagnose Blutkrebs erhält. Und was dann?

In vielen Fällen ist eine Stammzellenspende für die betroffene Person die letzte Überlebensmöglichkeit. Und genau um die Chance auf eine solche lebensrettende Spende zu erhöhen, hat das P-Seminar, geleitet von Herrn Christian, am Mittwoch vor den Weihnachtsferien eine Typisierungsaktion im Mehrzweckraum organisiert. Unterstützt wurden wir dabei von der DKMS, der deutschen Knochenmarkspenderdatei. Diese schickte uns im Voraus Registrierungssets zu, welche aus drei Wattestäbchen und einem Rücksendeumschlag bestehen. Diese können übrigens auch jederzeit unkompliziert auf der Website der DKMS zur Typisierung für daheim angefordert werden.

Im Laufe der Typisierungsaktion hatten also alle Schüler der höheren Klassen ab 17 Jahren und natürlich auch die Lehrer die Möglichkeit, sich typisieren zu lassen. Neben den fleißigen Schülern wurde unsere Typisierungsaktion aber auch von politischer Ebene unterstützt – es kamen Hr. Glüsenkamp, der zweite Bürgermeister der Stadt Bamberg, welcher sogar eine kurze Rede hielt, und Herr Kellner, der stellvertretende Landrat.

Zusätzlich zu der Typisierung organisierte das P-Seminar auch noch einen Kuchenverkauf, dessen Erlöse zu 100 % als Spende an die DKMS gingen. Dabei kamen immerhin knapp 100 Euro zusammen. Letzten Endes hat uns aber vor allem die Zahl der Menschen, welche sich an diesem Tag typisieren ließen, positiv gestimmt: 67 eventuelle Lebensretter.

Vielen Dank also an jeden Einzelnen, der unsere Aktion, sei es mit einer Spende oder einer Typisierung, unterstützt hat und an Herrn Christian, welcher unser P-Seminar gut durch die Vorbereitung und Organisation dieser Aktion geführt hat.

Albinia Schallock im Namen des P-Seminars

 

 

Alle Jahre wieder: Das DG feiert die Woche der Menschenrechte und denkt dabei an Menschen, deren Menschenrechte verletzt werden. Die ganze Woche haben Schüler*innen und Kolleg*innen die Möglichkeit, Briefe zu unterzeichnen und Menschen zu unterstützen.

 

 

Das P-Seminar „Menschenrechte“ und AK Soziales der SMV

Nach zweijähriger Unterbrechung durch die Corona-Pandemie konnte in diesem Jahr wieder die Veranstaltung zur Auszeichnung der Verfasserinnen und Verfasser der besten Seminararbeiten in einem festlichen Rahmen begangen werden. Der Chor unter Leitung von StRin Carolin Banai umrahmte die Laudationes und Vorstellungen der drei Spitzenplätze sowie der Preisvergabe an die weiteren Besten; moderiert wurde der Abend von Ronja Dremel und Luis Lambert, Q 12, beide aus der Jahrgangsstufen- und bis Februar Schülervertretung.

Für die Arbeit „Verschwörungstheorien zum Attentat auf J. F. Kennedy“, die Tim Hunger den dritten Platz bescherte, hielt Dr. Gernot Garbe die Laudatio; er lobte den besonderen Fleiß des Verfassers. Passioniert hatte sich Lilli Mangold mit der „Vogelwelt am Dientzenhofer-Gymnasium“ aus dem Seminar „Unsere Mitbewohner: Ökologie des Schulgeländes“ von OStRin Lana Löser auseinandergesetzt; dafür hatte die Jury den zweiten Platz zuerkannt. Den 1. Platz belegte Nuri Hoti mit der Arbeit „Umbau eines U-Bahn-Fahrpults zu einem Simulatorführerstand“. Seine Präsentation machte sichtbar, warum seine Lehrkraft StD Rainer Löffler hierfür nur das Spitzenprädikat vergeben konnte.

Weitere Preise überreichten der Stellvertretende Schulleiter StD Steffen Wenker und Oberstufenkoordinator OStR Mirko Hammerschmidt an die Schülerinnen und Schüler, deren Arbeit mit „sehr gut“ bewertet worden war:

  • Juli Dreefs: „Die Todesnacht von Stammheim“
  • Vijona Gashi: „Dagmar Wöhrl – Die Erfolgsgeschichte der Löwin“
  • Niklas Gempel: „Ankerkraut & die Anwendung des Marketing-Mix“
  • Simon Gempel: „Bau eines Lasertaggingsets“
  • Luis Lambert: „Rückenverletzungen im Rudersport – Präventionsstrategie“
  • Melissa Uch: „Flat-Earth-Verschwörungstheorie“
  • Hannah Wagner: „Wie die Farbe von Lebensmitteln unseren Geschmackbeeinflusst“
  • Johannes Wehnert: „Auswirkungen / Relevanz von Krafttraining auf dieLeistungsfähigkeit eines jugendlichen Mittelstreckenläufers“

Im Anschluss gab es einen von der Q 12 organisierten Umtrunk in der Oase; den Besucherinnen und Besucher wurden an Stellwänden Informationen über ausgewählte P-Seminare gezeigt.

 

Anna Krug, Oberstufenkoordinatorin

Im Rahmen des W-Seminars “Wunderwerk Körper” haben sich die Schülerinnen und Schüler mit interessanten, witzigen, unglaublichen und skurilen Fakten rund um den menschlichen Körper auseinandergesetzt.
Diese Fakten wurden dann völlig frei interpretiert und in kleine “Kunstwerke” umgesetzt. Egal, ob Gedicht, ein Gemälde, ein Skulptur oder ein Aufsatz – die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Noch bis zu den Weihnachtsferien können sich interessierte Klassen zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrer die Ausstellung im Raum 17a ansehen.

Wir freuen uns auf euren Besuch

Florian Mai

 

„Im Frühjahr erfolgt die Aussaat und im Herbst die Ernte.“

So ist es auch in unserem P-Seminar. Im Februar haben wir, das P-Seminar „Erstellung von Informationsfilmen zur Gärtnerstadt Bamberg“, damit begonnen, die Gärtnerstadt Bamberg zu erkunden, um anschließend mit selbst erstellten Videos einige Bamberger Gärtnereien vorzustellen.

Die von vielen Touristen besuchte Gärtnerstadt ist nämlich ein wesentlicher Grund dafür, dass Bamberg 1993 den UNESCO-Welterbetitel erhielt. In diesem Zusammenhang führten uns Exkursionen – quer durch’s Gemüse­beet – zu folgenden Zielen:

  • Welterbezentrum Bamberg
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Ver­suchsbetrieb Bamberg
  • Solawi = Solidarische Landwirtschaft
  • Rundweg durch Bambergs Gärtnerstadt
  • „Tag der Offenen Gärtnereien“
  • Gärtner- und Häckermuseum Bamberg
  • Gärtnerei Karl Dechant
  • Gärtnerei Gertrud Leumer: Mussärol – Bamberger Kräutergärtnerei
  • Brauerei Mahr’s Bräu

 

Die jungen „Süßholzraspler und Zwiebeltreter“ stellen nun hier einige ihrer P-Seminar-Früchte bzw. Produkte vor.

 

Leni Hebst: Hofstadt-Gärtnerei Carmen Dechant

 

Simon Lamprecht: Gemüs‘bauer Hofmann

 

 

Leonard Moser: Biolandgärtnerei Sebastian Niedermaier

P-Seminar Merz

 

 

Ein Welterbetitel ist mehr als nur ein prestigeträchtiges Tourismussiegel. Er ist auch ein weicher Standortfaktor für die Wirtschaft. Selbst Brose bewirbt seinen Sitz in Bamberg mit dem Welterbetitel unserer Stadt. So lag es nahe, dass das P-Seminar „Bamberg – Gärtnerstadt – Welterbestadt: Erstellung von Informationsfilmen zur Gärt­nerstadt Bamberg“ auch einmal einen Blick hinter die Kulissen des Bamberger Welterbezentrums wirft, um fest­zustellen, welche verschiedenen Berufe und Tätigkeitsfelder es dort gibt, denn die Ausstellung im Besucherzent­rum hatten wir uns bereits angesehen.

Eigentlich sollten wir eine „Privataudienz“ bei Frau Patricia Alberth, der Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg, haben, was sicherlich sehr interessant gewesen wäre, da sie als eine von rund 100 Persönlichkeiten aus Wirt­schaft, Wissenschaft, Sport und Kultur im Rahmen der Initiative „Botschafter für Bamberg“ für unseren Wirt­schaftsraum wirbt. Oberbürgermeister Andreas Starke sagte bei ihrer Ernennung: „Bangkok. Paris. Bamberg. Die beruflichen Stationen von Frau Alberth sprechen für sich. Sie vertritt unser Welterbe auf nationaler und internatio­naler Ebene mit großem Erfolg.“

Da aber Frau Alberth kurzfristig verhindert war, empfing uns eine im Welterbezentrum arbeitende Volontärin, von der wir aber aufschlussreiche Informationen über ein Studium und den Berufseinstieg im Feld Denkmalpflege, Tourismus, Welterbe erhielten. So erfuhren wir, dass man in unserer Stadt, ebenso wie in Berlin und Stuttgart, Denkmalpflege studieren kann, wobei unsere Führerin die Meinung vertrat, dass man dieses Fach am besten in Bamberg studieren sollte, weil es hier vor Ort sehr viele praxisbezogene Übungs- und Forschungsobjekte gibt. Außerdem werden im „Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologie“, das sich Am Zwinger 4 befindet, folgende Fachbereiche angeboten:

  • Bauforschung, Baugeschichte, Bauerhalt
  • Fachbereich Restaurierungswissenschaften
  • Digitale Denkmaltechnologien

Nach dem Studium könnte man eventuell sogar ganz in der Nähe der Universität einen Arbeitsplatz finden, zum Beispiel in der Außenstelle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in Schloss Seehof in Memmelsdorf oder eben im Welterbezentrum. Dabei geht es hier um alles andere als verstaubte Kulturgüter, wie vielleicht manch einer denken mag. Das neue Schlagwort heißt „Smart City“, ein Projekt, bei dem mit Finanzmitteln aus einem Bundesförderprogramm ein Monitoring durchgeführt wird und mit digitaler Denkmaltechnologie ein „digita­ler Welterbezwilling“, also eine 3D-Kopie unserer Stadt, erschaffen wird. Dieser „digitale Welterbezwilling“ soll Leuten mit Behinderung den Besuch von Welterbestätten ermöglichen und zudem wird so der „Erhalt“ von Welt­erbestätten in digitaler Form für die Nachwelt gewährleistet, falls diese durch Naturkatastrophen oder, wie zum Beispiel zur Zeit in der Ukraine, durch Kriege zerstört werden. Solch eine digitale Stadt soll in Bamberg in Zukunft auch dabei helfen, Besucherströme besser zu lenken, damit sich nicht zu viele Touristen gleichzeitig an bestimm­ten Sehenswürdigkeiten konzentrieren.

Neben dem Projekt „Smart City“ ist der Bereich „Urban Gardening“, zum Teil in Zusammenarbeit mit der Transiti­on-Bewegung, momentan ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld des Welterbezentrums Bamberg. Dieses muss zudem jedes Jahr einen Bericht für die Unesco verfassen und über neue Entwicklungen in der Stadt, zum Bei­spiel über den Ausbau der ICE-Strecke am Rand der geschützten Gärtnerstadt, berichten, damit wir unseren Welterbetitel nicht verlieren. Diesbezüglich besteht jedoch keine Gefahr für Bamberg und selbst eine Errichtung von Schallschutzwänden entlang der Bahnstrecke wäre erlaubt.

Anders verhielt es sich 2009 in Dresden, wo nach dem Bau der Waldschlösschenbrücke der Welterbetitel für das Dresdner Elbtal wieder entzogen wurde. Auch Liverpool verlor 2021 seinen einst für das historische Zentrum und das Hafengebiet verliehenen Welterbetitel, nachdem die Stadt nicht auf substanzielle moderne bauliche Eingriffe im historischen Hafengebiet, wie den Bau eines Fußballstadions, verzichten wollte. Ein Welterbetitel wurde bisher insgesamt nur dreimal wieder aberkannt. Der Präzedenzfall ereignete sich im Jahr 2007 im Oman, wo einem Wüstenschutzgebiet für seltene Oryx-Antilopen der Welterbe-Status für dieses Areal entzogen wurde, weil der Oman dort Erdöl fördern wollte und dies später auch tat.

Ehe solch eine drastische Maßnahme ergriffen wird, kommt ein Welterbeobjekt jedoch erst auf die Rote Liste der Unesco, was zum Beispiel derzeit bei der Stadt Wien wegen eines umstrittenen Hochhausprojekts in der Innen­stadt der Fall ist. Es gibt jedoch stets neue Anwärter für den Welterbetitel. So möchte München im Moment für den Olympiapark einen Platz auf der Welterbeliste ergattern. Dieser Prozess wird sich aber über mindestens fünf Jahre hinziehen, da zunächst eine etwa 1.000-seitige wissenschaftliche Abhandlung geschrieben werden muss. Bamberg erhielt 1993 seinen Welterbetitel, bereits zwei Jahre nach der Bewerbung. Man nominierte Bamberg vor allem wegen seiner mittelalterlichen Stadt mit barocker Überprägung, wegen der die Unesco Bamberg eine Vor­bildfunktion für andere Städte zuschrieb. Unsere Stadt wurde somit Teil der „Welterbefamilie“, die inzwischen 1.154 Stätten zählt, von denen 51 in Deutschland sind. Leider ist dies nur ein ideeller Wert, denn die Unesco ist „chronisch pleite“ und beteiligt sich nicht an der Finanzierung zum Erhalt ihrer Welterbestätten. Nachdem die USA unter Trump die Unesco verlassen haben, fehlt zudem ein weiterer Geldgeber.

Welterbe umfasst aber auch das sogenannte „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“, und auch hier wird wie­der deutlich, dass dies alles andere als verstaubte Objekte sind, denn, wer hätte es gedacht, hierzu zählen die Pizza aus Neapel, der urbane Gartenbau und seit 2021 auch der moderne Tanz in Deutschland sowie die Flöße­rei.

Welterbe hat, zumindest für Außenstehende, sogar einige humorvolle Aspekte. So rufen beispielsweise manch­mal Privatpersonen im Welterbezentrum an, um ihre Nachbarn zu verpetzen, indem sie berichten, dass manch ein Gärten sein Grundstück gar nicht mehr landwirtschaftlich nutzt, und die Anrufer drohen sogar damit, dass sie sich an die Unesco wenden, damit Bamberg seinen Welterbetitel verliert. Ab und zu muss das Welterbezentrum jedoch auch Unstimmigkeiten unter den Bamberger Gärtnern beseitigen. Die Gärtner sind für den Erhalt des Welterbetitels wichtig, allerdings haben sie durch die Unesco-Auflagen, oftmals – gerade im Vergleich zu Nicht-Unesco-Gärtnern – viel schwierigere Arbeitsbedingungen und somit gravierende Wettbewerbsnachteile. Hier ist Frau Patricia Alberth wieder eine wichtige Schnittstelle zwischen der Unesco und der Bamberger Stadtverwal­tung.

Am Ende erfahren wir, dass man sich auch ehrenamtlich für Bambergs Denkmäler einsetzten kann, wie bei­spielsweise in der Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e.V., einer gemeinnützigen Vereinigung zum Schutz Bam­berger Kulturdenkmale. Beim Hinausgehen, vorbei an der Sonderausstellung zum Unesco-Welterbe in der Ukrai­ne, lohnt sich noch ein Blick auf die Außenfassade des Besucherzentrums, denn selbiges besteht in dem Gebäu­deteil, der sich vor dem modernen Neubau befindet, noch aus Überresten der alten Sterzermühle. Die alte Bam­berger Mühlentradition wird heute sogar noch fortgesetzt, denn unter dem Welterbezentrum befindet sich eine moderne Turbine, mit der aus Wasserkraft Energie gewonnen wird.

P-Seminar Merz

 

Exkursion in das Transplantationszentrum Erlangen

Die Organspende- so geschätzt sie auch ist, wird sie von vielen Personen noch abgelehnt, da diese nicht ausreichend informiert sind. Nur etwa 11% der Bevölkerung Deutschlands stimmt momentan einer Organspende zu. Dies ist eine sehr geringe Zahl im Vergleich zu den Erkrankten, weswegen immer mehr Patienten ihre wertvolle Lebenszeit damit ,,verschwenden“ um auf ein Organ zu hoffen. Um junge Leute über solch eine Spende aufzuklären und im Zuge dessen auch die Angst zu nehmen, bietet das Universitätsklinikum in Erlangen des Öfteren ein Seminar an, in dem Chirurgen, Juristen und Patienten über die Organspende berichten. Diese Chance haben die Klasse 10c und das W-Seminar ,,Wunderwerk Körper“ genutzt.

Am Morgen des 21.10.2022 versammelten wir uns am Bahnhof in Bamberg, von dort sind wir gemeinsam mit dem Zug nach Erlangen gefahren. Da wir eine medizinische Fakultät besuchten, war es absolut notwendig, dass wir vorher einen Corona Test zu machen. Nach einem kurzen Fußmarsch kamen wir in der Uniklinik an, wo wir (und auch noch weitere Klassen anderer Schulen) von Frau Dr. Heller begrüßt wurden. Anschließend gab sie das Wort an den Neurologen Prof. Dr. Erbguth ab, der uns über den Begriff ,,Hirntod“ und die verschiedenen Arten von Organspende aufklärte. Im Anschluss beantwortetet Frau Dr. Heller Fragen und brachte uns zudem die Gründe, Vorsorge, Probleme, sowie die Einstellung vieler gegenüber der Organspende näher. Hierbei bekamen wir auch durch Bilder interessante Einblicke in solch eine Operation. Die Fotos waren aber definitiv nicht für jeden geeignet, denn einige Schüler verließen ab diesem Moment den Hörsaal.

Nach einer kurzen Erfrischungspause klärte uns der Jurist Christoph Wittmann über die rechtlichen Rahmenbedingungen auf und veranschaulichte somit noch einmal, wie nützlich ein Organspendeausweis ist.
Mit diesem Vortrag beendete der Jurist den eher sachlichen Teil des Vormittags, denn danach wurde es emotional: zwei Nierenpatienten und ein lebender Spender erzählten ihre eigenen Geschichten.
Der erste Erkrankte war 10 Jahre an die Dialyse gebunden, bis er ein paar Tage vor diesem Vortrag mitten in der Nacht angerufen wurde, mit der Nachricht endlich eine neue Niere zu bekommen. Kurz darauf wurde er natürlich operiert. Der zweite Erkrankte musste jedoch nicht so lang warten, da sein Zustand für die Dialyse schon zu schlecht war. Er hatte aber das Glück eine Niere von seinem Stiefvater zu bekommen, der auch selbst anwesend war und somit aus der ,,Sicht des Spenders“ berichten konnte. Alle drei Betroffenen wurden rückblickend sentimental und es fiel ihnen teilweise schwer über ihre Geschichten zu reden, dennoch waren sie glücklich und erleichtert. Erstaunlich war es, dass die drei so kurz nach den Operationen schon wieder so fit waren. Die wohl interessanteste Frage wurde uns aber auch beantwortet: es fühlt sich nicht so an als wäre etwas in ihrem Körper ,,fremd“ oder im Falle des Spenders als würde etwas ,,fehlen“.

Nach diesem informativen Vormittag sind wir gegen 13 Uhr wieder zurück nach Bamberg gefahren, hoffentlich alle ausreichend informiert und froh darüber gesund zu sein, denn dieses Seminar hat gezeigt, dass wir nur auf die Gesundheit und Hilfe von unseren Mitmenschen hoffen können. Da nicht jede Klasse die Chance bekommt, an diesem Seminar teilzunehmen, sind wir sehr dankbar ein Teil davon gewesen zu sein.

Selina Sendler & Viktoria Kutseva Q11