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“Gewehrkugeleinwirkung: Erschießung auf der Flucht – Innere Verblutung, Brusthöhle Bauchhöhle – Verstorben in der Roppeltsgasse [am]  23.3.1942, 4:30 Uhr” [1]

… heißt es nüchtern im offiziellen Bericht zum Tod von Bernard Delachaux in Bamberg am 23.03.1942 – vor nunmehr 80 Jahren. Er ist einer von zwei französischen Staatsangehörigen, die während des Zweiten Weltkriegs als Kriegsgefangene nach Bamberg gebracht und dort ermordet wurden. An sie und ihr furchtbares Schicksal erinnern heute zwei Stolpersteine, für die das DG und Frau Anna-Maria Welsch-Bomba die Patenschaft übernommen haben.

Wer waren diese beiden französischen Staatsangehörigen? Wie wird an sie erinnert? Unser P-Seminar möchte diesen Fragen auf den Grund gehen und das Schicksal von Bernard Delachaux und Ferdinand Rapiteau im Rahmen einer Ausstellung einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen. Im Vorfeld finden dazu in den kommenden Monaten mehrere Aktivitäten statt, über die an dieser Stelle berichtet wird.

Anlässlich des 80. Todestages von Bernard Delachaux haben wir zusammen mit Frau Welsch-Bomba den Stolperstein besucht und als Zeichen gegen das Vergessen Vergissmeinicht und weiße Rosen niedergelegt.

 

 

 

Das P-Seminar und M. Schmidt

[1] zitiert nach: http://www.prisonniersdeguerre.com/bernard-delachaux-1914-le-creusot-1942-bamberg/, zuletzt aufgerufen am 23.03.2022.

Am Sonntag, den 11.07.2021, standen 17 Schülerinnen und Schüler zusammen mit drei Begleitlehrkräften am Bamberger-Bahnhof und warteten auf ihren Zug nach Oberstdorf. Vor ihnen lagen neben An- und Abfahrtstagen sechs reine Wandertage mit einer Gesamtstrecke von 105 km. Auf sie warteten aber vor allem knapp 5200 Höhenmeter im Aufstieg und 5800 Höhenmeter im Abstieg, denn es sollten die Alpen zu Fuß überquert werden, eine Alpenüberquerung von Oberstdorf in Deutschland bis nach Meran in Italien. Die Jugendlichen besuchen alle das Dientzenhofer-Gymnasium und haben das P-Seminar „Alpenüberquerung“ gewählt. Das Projekt-Seminar (P-Seminar) ist allgemein ein Bestandteil der gymnasialen Oberstufe in Bayern, um die Schüler bei ihrer Studien- bzw. Berufswahl zu unterstützen. Neben der Beschäftigung mit möglichen Studiengängen, muss ein Jahr lang ein Projekt gemeinsam mit außerschulischen Partnern umgesetzt werden. Außerschulische Partner, mit denen die Schülerinnen und Schüler Kontakt aufnehmen müssen, gibt es bei einer Alpenüberquerung viele: Deutsche Bahn, Hüttenwirte, Busunternehmen, Taxiunternehmen, Hoteliers, Privatvermieter, Alpenverein und natürlich unser Sportgeschäft vor Ort – Rolands Alpinladen usw..

Zurück zum Bahnhof – da standen sie nun, in ihren Bergstiefeln und dem schweren Rucksack auf dem Rücken. Bereits ohne die 3 Liter Wasser als tägliches Getränk wogen die Rucksäcke bereits zwischen 8 und 12 kg. Wir Begleiter hatten ehrlicherweise fast nicht mehr daran geglaubt, in diesem von Corona bestimmten Schuljahr zu einer Fahrt aufbrechen zu dürfen. Ein detailliert ausgearbeitetes Hygienekonzept mit täglichen Testungen, dem Benutzen von Kleinbussen, mit Privatunterkünften und mit von anderen Gruppen distanzierten Unterbringungen in Hütten sowie weitere Überlegungen, führten zur Erlaubnis, die Alpen zu überqueren. Die meiste Zeit des Tages würden wir ohnehin für uns als Gruppe, von viel frischer Luft umgeben, allein durch die Alpen wandern. Im Rückblick eigentlich die perfekte Lösung, um etwas zu erleben, ohne sich dem Risiko einer Ansteckung auszusetzen. Als Begleitlehrkräfte waren Tobias Reinauer, Thomas Platzöder und Elisabeth Schneider in den Alpen unterwegs.

Im Vorfeld mussten die potenziellen Alpenüberquerer einige Übungsmärsche in unserer fränkischen Heimat absolvieren. Ohne die verschiedenen Lockdowns wären es sicherlich noch mehr gewesen. Als Höhepunkt gab es eine Wanderung mit 950 Höhenmetern in der Umgebung von Scheßlitz. Bergauf, bergab, bergauf, nicht auf dem Grad bleiben, war dabei das Motto. Dabei zeigte sich bei einigen, wie wichtig das Material an den Füßen ist. Nicht passende Wanderschuhe, falsche Socken, unpassende Schnürung – ein weites Feld, bei dem uns Rolands Alpinladen mit Rat und Tat zur Seite stand. Blasenpflaster und Tape bevor die Blasen kommen und andere Tricks hatten wir verinnerlicht. Zusammen mit Treppenläufen und einem alpinen Erste Hilfe Kurs fühlten wir uns zumindest gut vorbereitet.

Für die erste Etappe war im Gegensatz zu den weiteren Tagen sehr gutes Wetter angekündigt. Nach 9 Stunden mit 1030 Höhenmetern aufwärts und 1120 Höhenmetern abwärts war unser erstes Ziel erreicht – Holzgau in Österreich. Die Jugendlichen konnten unterwegs auf der Kemptner-Hütte ihre erste Hüttenmahlzeit einnehmen, bevor einige besonders mutige unter uns unter einem Wasserfall ein Bad nahmen. Bis dahin mussten wir zahllose Wasserläufe, Matschfelder und schon ein Schneefeld überqueren. Dies sollte alles nur ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Tage sein. Ab Etappe 2 regnete es fast dauerhaft. „Bei gutem Wetter kann jeder wandern“ war ein Spruch, den wir öfters in der Gruppe hörten. Der sehr guten Stimmung tat der Regen nie einen Abbruch, einige schien er zusätzlich zu motivieren.

Auf der zweiten und dritten Etappe hatten sich nun alle Teilnehmer eine sehr hohe Trittsicherheit erworben. Das Überqueren von Flussläufen war nun keiner Rede mehr wert, nasse Steine im Auf- oder Abstieg wurden wie auf einem Gehsteig begangen. Auf der Ansbacher-Hütte gab es eine Einführung in Schafkopf. Ab diesem Abend gehörte das Spiel zum festen Bestandteil des Abendprogramms. Kein Fernseher, kein Radio, meist kein Handyempfang, aber gute Gespräche und immer drei Tische mit Schafkopf. Nach wieder mehr als 1000 Höhenmetern fielen wir alle in die Betten, bzw. in die Schlafsäcke. Die vierte Nacht verbrachten einige von uns in einer mongolischen Jurte, ein mit Pferdehaar ausgekleidetes Zelt. Ein Waschbecken, eine Toilette, mehr gab es dort nicht. Die Jugendlichen hatten sehr schnell ihre häusliche Comfortzone vergessen und merkten, wie wenig man eigentlich benötigt. Etliche unsere ideellen, erhofften Ziele hatten wir Begleiter bereits vollständig erreicht.

An den ersten drei Tagen waren einige unsere Schülerinnen und Schüler bereits an ihre körperliche Grenze geraten, bzw. sie dachten, sie hätten diese bereits überschritten. Ein neues geflügelte Wort machte die Runde: alles Kopfsache. Mann kann fast alles erreichen, wenn man es nur will. Hier waren es die Etappenziele, später im Leben wird es vielleicht der Abschluss des Studiums sein.

Auf der vierten Etappe ging es nun endgültig in die alpine Alpenwelt. Die Braunschweiger Hütte auf 2759 m war das Ziel dieser Etappe. Sie liegt am Ende des Pitztals und ist nur über einen schweißtreibenden Aufstieg zu erreichen.  Hinzu kommen etliche Passagen bei denen Felsblöcke und anderen Stufen nur unter Zuhilfenahme der Hände überwunden werden können. Unsere Alpenüberquerer waren trotz der Anstrengung völlig begeistert. Sie wollten nur so wandern – kleine Kletterpassagen, exponierte Wege, oberhalb der Baumgrenze. Völlig zurecht trägt dieser Abschnitt die Bezeichnung Königsetappe. Die Anzahl der Pausen wurde für einige Schülerinnen gerade zum Ende des Aufstieges deutlich größer, aber irgendwann stand sie wie aus dem Nichts vor uns, die im Gletschergebiet gelegene Schlafstätte.

Am nächsten Morgen ging es nun endgültig auf 3000 m hoch. Nach einer kleinen Kletterpassage lagen nun bei 4 Grad Außentemperatur die ausgedehnten Schneefelder vor uns. Hochkonzentriert wurde nun jeder Schritt gesetzt, denn wir wollten nicht auf einem Schneefeld 200 m in einen weiten Auslauf hinabrutschen. Absolute Stille, keiner sagte etwas, denn wir wussten alle um die Schwierigkeit. Am Ende gönnten wir uns sogar eine kleine Rutschpartie von 50 m auf dem Hosenboden. Auch diese heikle und lustige Möglichkeit im Abstieg meisterten die neugeborenen Alpinisten mit Bravour und kämpften sich bei Nieselregen und Nebel auf einem angeblich wunderschönen Panoramaweg in Richtung Bergsteigerdorf Vent vor.

Die letzte Etappe führte uns über die Similaun-Hütte, den höchsten Punkt der Tour und den Übertritt nach Italien. Voller Stolz wanderten wir unsere letzten zwei Stunden Meran entgegen. Getragen von einer großen Sympathiewelle, welche uns aus der Heimat erreichte – viele Freunde und Eltern fieberten täglich anhand von Bildern und Texten in  einem täglichen Blog auf unserer Schulhomepage mit – erreichten wir den Vernagter Stausee.

In Meran angekommen war von Müdigkeit oder Pause keine Spur. Ein paar Jungs frönten ihrem Hobby dem alltäglichen Workouts mit bis zu 500 Liegestützen am Pool und der Rest gönnte sich eine kalte Erfrischung in demselbigen.

Bei Pizza und wohlig warmen Temperaturen feierten wir die Überquerung und wagten uns sogar noch auf eine kleine Stadtbesichtigung nach Meran vor. Am Sonntagmorgen ging es dann per Bus und Bahn wieder nachhause.

Wir Lehrkräfte sind auch im Nachgang sehr stolz auf unsere Gruppe. Dies betrifft nicht nur die körperliche Leistung, sondern an vielen Stellen hatte sich ein Teamcharakter herausgebildet, der seinesgleichen sucht. Man musste nicht nach der helfenden Hand fragen, sie war einfach da. Wir hoffen, dass viele dieser Schülerinnen und Schüler die Schönheit, das Besondere, aber auch die Zerbrechlichkeit der Bergwelt in sich aufgenommen haben.

In Vorfreude auf die nächsten Alpenüberquerung

Thomas Platzöder, Tobi Reinauer, Elisabeth Schneider

Dass es uns tatsächlich gelingen würde noch in diesem Schuljahr, in dem Corona bedingt nichts so durchgeführt werden konnte wie geplant, das neue Freiluftklassenzimmer einzuweihen, hätte keiner der Beteiligten für möglich gehalten.

Umso glücklicher sind wir, der Schulfamilie nun das wunderbare Klassenzimmer im Grünen übergeben zu dürfen.

Wir hoffen, dass das Freiluftklassenzimmer in Zukunft oft genutzt und gut behandelt wird, damit die Schüler*innen und Lehrer*innen die wunderbare Lehr- und Lernatmosphäre lange genießen können.

Maike Wersal für das P-Seminar

Zivilcourage ist wahrlich ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, ohne geht es einfach nicht. Stellen sie sich zum Beispiel nun einmal vor ein kleiner Junge würde auf offener Straße von einem Mann mit einem weißen Auto ins Fahrzeug gelockt und niemand würde dem schreienden Jungen helfen, dass wäre ein Moment in dem Zivilcourage einfach nicht fehlen darf. Jedoch können solche Situationen auch verhindert werden wenn der Jugend von klein auf Selbstverteidigung gelehrt wird, also wie man sich in einer solchen Situation verhält und sich entsprechend Verteidigen kann. Genau diese beiden Themen wurden von Schülern der Klassen 9 bis 10 des Dientzenhofer-Gymnasiums In Form eines Selbstverteidigungskurse mit verschiedenen Ansätzen zur Selbstverteidigung und Aspekten der Zivilcourage am 16. Juli 2019, unter der Leitung von Herrn Gernot Garbe von Schülern des P-Seminars „Selbstverteidigung und Zivilcourage“, geplant und durchgeführt. So wurden den Jugendlichen nebst verschiedensten Fall, Block und Befreiungstechniken auch das vermeiden und verhindern einer Konfliktsituation unter verschiedensten Bedingungen und mit verschiedensten Mitteln näher gebracht, um sie so auf Extremsituationen im weiteren Leben vorzubereiten.

 

 

Hey Du, schön dass du auf unsere Seite gestoßen bist! Egal ob du durch Zufall oder gezieltes Suchen hier gelandet bist, stellen wir uns einfach mal kurz vor:

  • Wer sind wir und was machen wir? – Wir sind das P-Seminar “Videodokumentation von Schulveranstaltungen” unter der Leitung von Herrn Hammerschmidt und Herrn Stoecker. Wie der Name unseres Seminars schon vermuten lässt, haben wir es uns zum Projekt gemacht, Schulveranstaltungen jeglicher Art zu filmen und diese dann zu einem Video zu schneiden.
  • Und was bringt euch das? – Wir interessieren uns für alles, was an der Schule so vor sich geht und würden gerne mit euch zusammenarbeiten. Egal ob es sich um einen spannenden Versuch aus einer Naturwissenschaft, einem Auftritt aus der Musik oder um etwas ganz anderes handelt, egal ob ihr ein Klassenverband, ein Wahlkurs oder eine andere Gruppe seid… wir sind gespannt auf eure Projekte und brennen darauf, mit unserem Videoequipment diese zu dokumentieren 😊 !

Also worauf wartet ihr? Nehmt Kontakt mit uns auf und zeigt durch EUER Video auch vielen anderen, was ihr drauf habt! Ihr könnt uns über folgende Mailadresse erreichen: clearvision@dg-bamberg.de

Wir leben im Anthropozän und der Earth Overshoot Day rückt jedes Jahr näher, weshalb die Unterstützung der nachhaltigen Entwicklungsziele (engl.: sustainable development goals) der Agenda 2030 für den Geoökoprofilkurs sehr wichtig wurde bzw. ist. Um diese 17 Ziele aktiv zu unterstützen, haben sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Oberstufenkurses das Motto „The Future We Want“ und hier speziell „Plant for the planet“ ausgesucht. „Urban gardening“ ist hierbei eine Möglichkeit, die sich an unserer Umweltschule hervorragend durchführen lässt.

G.Weckwerth im Namen des Kurses

Bamberg. Über ein Mitglied des eingetragenen Vereins „Hilfsfonds Region Bamberg“, bei dem 15 Serviceclubs zusammengeschlossen sind, wurde man auf die geplante Neugestaltung des Freiluftklassenzimmers am Dientzenhofer-Gymnasiums aufmerksam. Bei einer Präsentation der besten Arbeiten der P-Seminare aus der Oberstufe konnte der Entwurf der Schülerinnen und Schüler begeistern, so dass sich dieser Abend in der Retrospektive als wahrer Geldsegen für das Gymnasium in der Feldkirchenstraße erwies.

Unter anderem wurden dabei praktische Arbeiten in Richtung Neugestaltung bzw. Verschönerung des DG dargelegt und erörtert, die letztlich auf fruchtbaren Boden fielen. Die Erlöszwecke des Hilfsfonds, der in den letzten 13 Jahren über 120 000 Euro an soziale, gemeinnützige und kulturelle Zwecke gespendet hat, werden alljährlich von den Mitgliedern des Vereins vorgeschlagen und durch Abstimmung festgelegt. Die DG-Idee für das Freiluftklassenzimmer kam bei der Jury  sehr gut an, so dass der Erlös aus dem Sommerfest des vergangenen Jahres in Höhe von 4 500 Euro an das Dientzenhofer-Gymnasium ging – dank der DG-Kunst-Fachbetreuerin Maike Wersal und ihrem P-Seminar.

So steht der Neugestaltung (Wersal: „wir werden im Herbst mit dem P-Seminar starten“) nichts mehr im Wege, wobei diese Realisierung im wahrsten Sinne des Wortes mobil sein muss, da die Planungen für das Großprojekt DG-Neubau erst anlaufen.

Dass angesichts der hohen Spendensumme durch den Präsidenten des Hilfsfonds Region Bamberg, Lothar Philipp, nicht nur bei DG-Schulleiterin Brigitte Cleary und den künstlerischen Modellbauern, sondern bei der gesamten Schulfamilie Eitel Sonnenschein herrschte, versteht sich von selbst.

dav

Der Tag begann mit einem herzlichen Empfang im neuen Verwaltungsgebäude des Automobilzulieferers BROSE am Berliner Ring in Bamberg, sowie einer für Assessmentcenter typischen Übung, der Vorstellungsrunde im Plenum. Nachdem wir alle präsentiert hatten, folgte eine Information über die Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, ihre Produkte und Standorte sowie die verschiedenen Karrieremöglichkeiten und Ausbildungsarten im Unternehmen Brose insbesondere das dualen Studium. Die beiden Personaler, die uns durch den Tag geleiteten, gingen hierbei sehr freundlich auf alle von uns gestellten Fragen ein und versuchten einige Sachverhalte nach unserer Interessenslage, in diesem Fall die Möglichkeit einer internationalen Karriere noch einmal deutlicher zu beleuchten. Als alle Unklarheiten beseitigt und jede Frage beantwortet war, wurden wir von zwei Auszubildenden zum Fachinformatiker durch das Gebäude geführt. Sie zeigten uns die Büros bzw. die Arbeitsstellen der Mitarbeiter, den Bereich für Entwicklung und das benachbarte Sozialgebäude, in welchem sich unter anderem die Kantine und das BROSE-interne Fitnessstudio befinden. Sie erläuterten dabei wie im Unternehmen gearbeitet wird und wie es ist Teil der BROSE Familie zu sein.

Noch ehe wir uns versahen, war es Zeit für die Mittagspause, die wir in der bereits angesprochenen Kantine verbrachten. Danach nahmen wir an einer an einer zweiten praktischen Gruppenübung teil, wobei die erste Gruppe die Aufgabe hatte eine möglichst tragfähige, große und kreative Konstruktion aus begrenzt bereitstehenden Materialien zu bauen. Die zweite Gruppe sollte währenddessen das Arbeitsverhalten der ersten Gruppe bewerten um anschließend Feedback zu geben. Wir waren sehr zufrieden mit unserem Modell und hatten viel Spaß beim Anfertigen und Auswerten.

Daher möchten wir uns nochmals herzlich bei der Ausbildungsabteilung der Firma BROSE bedanken, dass sie mit diesem gelungenen Tag uns einen Einblick in die Berufswelt ermöglichte.

Johannes Wagner (Q11) für das P-Seminar Bedford

 

Selbstverteidigung und Zivilcourage

Bericht aus Mitgliederzeitschrift des Polizeisportvereins Bamberg

 Gernot Garbe realisiert am Dientzenhofer-Gymnasium ein ungewöhnliches Seminar

„Das Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar) liefert einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Handlungskompetenzen, welche die Wahl eines geeigneten Berufs erleichtern sollen.“ So verpimpelt wie das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung auf seiner Homepage kann man das tatsächlich ausdrücken, was der Karateka des Polizei SV Gernot Garbe, seines Zeichens C-Trainer Breitensport Karate (BKB) und SV-Lehrer Stufe 1 (DKV) nach akribischer Vorbereitung am Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg zum ersten Mal durchführte. „Selbstverteidigung und Zivilcourage“ lautete der Titel eines außergewöhnlichen P-Seminars, dessen Ziel es war, mit den Teilnehmern ein Konzept für einen Selbstverteidigungskurs für Schüler der 5. – 8. Klasse zu entwickeln und diesen dann auch durchzuführen. Am Ende stand als Abschlussprojekt ein zweitägiger Selbstverteidigungskurs, an dem 30 Schüler teilnahmen. Ein großartiger Erfolg – viele Teilnehmer hätten gerne noch mehrere Tage geübt.

Aufgabe Selbstverteidigungskurs

16 Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe, die ihre Zukunft ganz unterschiedlich planen – manche möchten nach dem Abitur zur Polizei gehen, andere fassen ein Studium so unterschiedlicher Fächer wie Jura, Psychologie, Sportmanagement oder Physiotherapie ins Auge – ließen sich von Garbes Enthusiasmus anstecken und arbeiteten eineinhalb Jahre lang an diesem außergewöhnlichen Projekt. Garbes Plan war ambitioniert, seine Erwartungen waren hoch – und wurden voll erfüllt. Sein Fazit: In dem Abschlusskurs, der im Wesentlichen von Mitgliedern des P-Seminars durchgeführt wurde, ging es „zum einen um Verteidigen und Befreien, zum anderen aber auch um Haltungen und Verhaltensweisen in kritischen Situationen (z.B. unter der Überschrift ‚Lass das, ich mag das nicht‘ oder ‚Wege zur Deeskalation‘). Von einigen organisatorischen Mängeln abgesehen ist die Sache aus meiner Sicht ausgezeichnet gelaufen.“

Praxistag im Erba-Park

Ein wesentliches Element des Seminars war auch ein Praxistag, an dem alle Mitglieder des P-Seminars die Gelegenheit bekommen sollten, einige Techniken, die in der Selbstverteidigung nützlich sein könnten, auszuprobieren und einzustudieren. Der Cheftrainer und Abteilungsvorsitzende der Karateabteilung des Polizei SV Jürgen Fuchs und Alexander J. Wahl teilten sich die angenehme Aufgabe, an einem herrlichen Sonnentag im Erba-Park mit einer heterogenen Gruppe zu arbeiten, deren Leistungsniveau naturgemäß sehr unterschiedlich war und von ‚eher unsportlich‘ bis zu leistungsorientierten Kampfsportlern (Karate, Judo, Taekwondo) reichte. Fuchs machte seinen großen Erfahrungsschatz als Karateka und Trainer für die Gruppe nutzbar und ließ – auch mit Pratzen – eine Vielzahl von Schlägen und Tritten nebst diverser weiterer Selbstverteidigungstechniken üben. Darüber hinaus waren Gefahren vermeidende Verhaltensweisen ein wichtiges Thema. Wahl stellte danach in Anlehnung an die Lehren Iain Abernethys die Kata Tekki Shodan als komplettes (und brutales) Nahkampfsystem vor. Ein in Garbes Augen höchst gelungener und für die Gruppe wichtiger Tag, der mit einem gemeinsamen Grillen endete.

Der Abschluss

Ein außergewöhnliches Projekt verlangt nach einem außergewöhnlichen Abschluss. Dazu der Originalbericht der Schülerin Stella Schiller:

Am 2.11.17 und 3.11.17 war es nun endlich so weit! Zum ersten Mal gelang es Herrn Garbe einen Selbstverteidigungskurs für andere Schüler, mit seinem diesjährigen P-Seminar auf die Beine zu stellen. Dass es so viele Probleme, Konflikte und Herausforderungen zu bestehen gab, hätte sich wahrscheinlich keiner denken können. Jeden Mittwoch musste das Konzept erweitert und verfeinert werden, damit alles so reibungslos wie möglich verlaufen konnte. Es gab Tage an denen pure Motivationsmangel im Raum standen und man mit dem Projekt am verzweifeln war. Im Gegensatz dazu gab es jedoch auch viele Tage, an denen die Gruppe voller Ideen war und einen nach dem anderen Punkt erarbeitete und konzipierte. Die beiden Projekttage rückten immer näher und es war noch viel zu tun, weshalb es nur noch stressiger wurde. Ein Lichtblick waren jedoch vor allem die Teilnehmerzahlen, die sich glücklicherweise mit Hilfe eines Elternbriefs über Moodle enorm anheben ließen.

Nach kurzer Zeit war es schon so weit, der erste Tag begann. Alle waren aufgeregt und hofften inständig, dass nichts schief gehen und alles nach Plan verlaufen würde. Nach dem kontrollieren der Anwesenheit der Teilnehmer und dem Verteilen von Namensschildern, folgte eine kleine Aufwärmungsphase. Daraufhin verteilten sich die Teilnehmer in 5 Gruppen, die mit ihrem Rundgang durch die Einzelstationen begannen. Der Rundgang der Gruppen verlief reibungslos und nach 7 Stunden war der erste Tag unseres Projekts bereits beendet.

Der zweite und somit letzte Tag unseres Selbstverteidigungskurses begann pünktlich jedoch mit dem Verlust eines Teilnehmers, der aufgrund von Nackenschmerzen nicht mehr teilnehmen konnte. Dies brachte uns zur Erkenntnis, dass wir an unserem zweiten Tag ein gemeinsames Ganzkörperaufwärmen machen sollten, was wir dann auch taten. Der Rundgang verlief wie am Tag davor ohne Probleme. Eine spontane Neuerung gab es in der Mittagspause, in der Anja und Gabriel mit großer Begeisterung seitens der Teilnehmer einen Judokampf ausführten. Am Ende des zweiten Tages wurde noch zum Schluss ein gemeinsames Gruppenfoto gemacht und schon machten sich die Kinder auf den Weg nach Hause. Nach einer kleinen Feedback-Runde, in der gesagt wurde, dass es hauptsächlich nur gutes Feedback der Kinder gab und viele es auch noch einige Tage mehr absolviert hätten, verabschiedete sich auch das P-Seminar, das niemals gedacht hätte das 2 Tage so viel Arbeit mit sich bringen würden, voneinander und verbrachten ihre restlichen 2 Ferientage mit dem Schreiben der Seminararbeit.

Alexander J. Wahl

Ende zweier außergewöhnlicher Tage: das P-Seminar und Teilnehmer des SV-Kurses. Vorne mittig: Gernot Garbe. (Foto: Garbe)