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„Im Frühjahr erfolgt die Aussaat und im Herbst die Ernte.“

So ist es auch in unserem P-Seminar. Im Februar haben wir, das P-Seminar „Erstellung von Informationsfilmen zur Gärtnerstadt Bamberg“, damit begonnen, die Gärtnerstadt Bamberg zu erkunden, um anschließend mit selbst erstellten Videos einige Bamberger Gärtnereien vorzustellen.

Die von vielen Touristen besuchte Gärtnerstadt ist nämlich ein wesentlicher Grund dafür, dass Bamberg 1993 den UNESCO-Welterbetitel erhielt. In diesem Zusammenhang führten uns Exkursionen – quer durch’s Gemüse­beet – zu folgenden Zielen:

  • Welterbezentrum Bamberg
  • Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – Ver­suchsbetrieb Bamberg
  • Solawi = Solidarische Landwirtschaft
  • Rundweg durch Bambergs Gärtnerstadt
  • „Tag der Offenen Gärtnereien“
  • Gärtner- und Häckermuseum Bamberg
  • Gärtnerei Karl Dechant
  • Gärtnerei Gertrud Leumer: Mussärol – Bamberger Kräutergärtnerei
  • Brauerei Mahr’s Bräu

 

Die jungen „Süßholzraspler und Zwiebeltreter“ stellen nun hier einige ihrer P-Seminar-Früchte bzw. Produkte vor.

 

Leni Hebst: Hofstadt-Gärtnerei Carmen Dechant

 

Simon Lamprecht: Gemüs‘bauer Hofmann

 

 

Leonard Moser: Biolandgärtnerei Sebastian Niedermaier

P-Seminar Merz

Oder: Gärtner & Brauer statt Großbritannien. Eigentlich war geplant, dass unser P-Seminar in Bambergs engli­sche Partnerstadt Bedford fährt, um dort an Schulen, in Betrieben und in Hotels Praktika zu absolvieren. Aber Corona und Brexit führten dazu, dass wir unsere Reisepläne begraben mussten. Jedoch aus „graben“ und „rei­sen“ ergaben sich dann tatsächlich ganz neue Pläne. Deshalb „bereisen“ bzw. erkunden wir nun das Weltkultur­erbe im Stadtgebiet Bamberg, wobei unser Schwerpunkt auf der Gärtnerstadt und den im dortigen Boden „gra­benden“ Gärtnern liegt. Auf den Fluren östlich der Regnitz wurde bereits seit dem Mittelalter Erwerbsgartenbau betrieben – also auch in dem Gebiet, in dem heute das DG steht. Das Ziel unseres P-Seminars ist es, einen Bo­gen vom historischen Gartenbau bis hin zu den modernen Gärtnereien und Brauereien zu spannen, denn diese beiden Erwerbszweige hingen bereits im Mittelalter eng miteinander zusammen.

Als Einstieg besuchten wir im April 2022 die Gärtnerei Karl Dechant in der Geisfelder Straße.

Dort haben wir nicht nur das bunte Blütenmeer bewundert, sondern sind auch in die Tiefen des Gärtnereiwesens eingetaucht. Dabei haben wir erfahren,

  • dass die Corona-Zeit für die heimischen Gärtnereien auch ein bisschen etwas Positives hatte, weil sich zahl­reiche Leute wieder mehr auf regionale Produkte besannen und ihre eigenen Gärten oft neu umgestaltet und für den Urlaub daheim verschönert haben.
  • dass es gar nicht so einfach ist, eine Topfmaschine zu bedienen.
  • dass kleine Gemüsepflanzen und kurze Beerensträucher für Balkone gerade voll im Trend liegen. Haben Sie schon einmal von Snack-Paprika „Snacky Yellow“, Mini-Auberginen namens „Jackpot“ oder von sogenannten Beerenzwergen etwa gehört?
  • dass ein direkt gegenüberliegender Bau- und Gartenmarkt wider Erwarten gar keine Konkurrenz für eine heimische Gärtnerei darstellen muss, sondern für beide Seiten zu einer echten Win-Win-Situation führen kann.
  • welche Probleme sich für Bamberger Betriebe durch den Neubau der ICE-Strecke und eine damit eventuell einhergehende Änderung der Straßenführung ergeben.
  • was für eine enorme Vielzahl es an heimischen Kräutern gibt, z.B. Schokominze, die vor allem seit dem Boom von Cock­tails ein „wahrer Renner“ wurde.
  • was man unter dem „Pikieren“ versteht. Dies ist im Gartenbau das „Vereinzeln“ bzw. das Verpflanzen von zu dicht stehenden Sämlingen auf größere Abstände.
  • was eine „Schlauchrolle“ ist. Dabei handelt es sich um ein rundes, schweres Gewicht, das jeweils an den Ecken der Beete steht, damit der Gartenschlauch zum Gießen nicht die zarten Pflänzchen zerdrückt und zerstört.
  • dass man anhand eines unscheinbaren Grundstücks authentischen Geschichtsunterricht betreiben kann, denn neben der Gärtnerei Karl Dechant gibt es hinter der ehemaligen Brauerei Maisel ein großes Feld, das ein wenig tiefer als seine Umgebung liegt. Warum nur? – Hier wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wie­deraufbau der zerstörten Häuser Sand abgebaut.

Da neben den Gärtnereien auch die Brauereien eine wichtige Rolle für Bambergs Welterbe spielen, ging unsere nächste Exkursion in die Wunderburg zur Brauerei Mahr’s Bräu, durch die uns ein junger Diplom-Brauwirt geführt hat.

Wir alle waren tief beeindruckt, als wir lernten, was für ein fast voll-automatisierter Hightech-Prozess das Bier­brauen heute ist. Schon allein von den vielen Fachtermini waren wir fast wie beschwipst: Läuterkessel, Treber, Maische, Hopfen-Pellets, Whirlpool, Plattenkühler, Cleaning-in-place System, Gärung, Nachgärung, doppelte Vakuumierung, Vorspannen von Flaschen, Leerflascheninspektor usw.

Beim nächsten Bier werden wir bestimmt an die vielen komplexen chemischen Verfahren, das Sudhaus mit sei­nen Kupferkesseln, die riesengroßen Lagertanks sowie die Flaschen- und Fassabfüllanlagen denken, und, wie ein Schüler in seinem Bericht geschrieben hat, freuen wir uns schon auf unseren nächsten Besuch im Mahr’s Bräu, wenngleich dieser wohl eher im dazugehörigen Wirtshaus sein wird.

Wir bedanken uns herzlich dafür, dass uns die Gärtnerei Karl Dechant und die Brauerei Mahr’s Bräu eine Be­triebsbesichtigung bei ihnen ermöglicht haben.

P-Seminar Merz