Auf den Spuren der deutsch-französischen Geschichte – Abibac-Exkursion nach Nürnberg zum Projekt „Mémoires en Mouvement“ – „Bewegte Erinnerungen“ vom 12.-16. Oktober 2026
Im Rahmen dieser Abibac-Exkursion beschäftigten wir uns gemeinsam mit weiteren Schülern der AbiBac-Gymnasien Bayern-Nord und den jeweiligen Schülern der französischen AbiBac-Partnerschulen mit der deutsch-französischen Erinnerungskultur sowie mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Dabei erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Workshops und Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Bildungswesen.
Am Montagabend kamen wir im Otto-Felix-Kanitz-Haus an und wurden dort begrüßt. Nach verschiedenen Animationen mit Clara del Coro, einer Referentin des Deutsch-französischen Instituts Erlangen hörten wir einen Vortrag von Dr. Yvonne Blomann zum Thema „Verdun 1984, la mémoire au cœur des relations franco-allemandes“. Anschließend ließen wir den Abend bei einem gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen.
Am Dienstag stand die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Zunächst erkundeten wir mit dem Verein DokuPäd das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und erfuhren dabei viel über dessen historische Bedeutung. Am Nachmittag nahmen wir an einem Workshop im Dokumentationszentrum Nürnberg teil, bei dem wir uns mithilfe eines animierten Comics mit der Geschichte des Nationalsozialismus beschäftigten. Danach tauschten wir uns mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Bildungswesen aus und besichtigten die neuen Museumsräume. Zum Abschluss des Tages gingen wir gemeinsam im Restaurant Gutmann am Dutzendteich essen.


Am Mittwoch stand am Vormittag der Besuch des Memoriums Nürnberger Prozesse auf dem Programm. Mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Museums, Frau Brostean-Kaiser, besuchten wir dabei den Saal 600, der Gerichtssaal, in dem die Hauptverantwortlichen des Nationalsozialismus verurteilt wurden, und befassten uns nach einer Führung durch die Ausstellung mit dem von ihr mitentwickelten Serious Game „Tribunal 45 – Working on Justice“. Wir erfuhren dabei viel über die Frauen, die während der Nürnberger Prozesse 1945-1946 eine große Rolle spielten. Anschließend kehrten wir in die Unterkunft zurück, wo nach dem Mittagessen ein Comic-Workshop mit der französischen Autorin Nathalie Frank stattfand. Nach verschiedenen Mal-Challenges, wie Selbstporträts zeichnen oder andere mit geschlossenen Augen malen, wobei viele lustige Bilder entstanden, hatten wir die Möglichkeit, unseren eigenen kleinen Comic zu unserem Projekt-Thema zu gestalten. Am Abend ging es dann noch ins Luise Cultfactory Nürnberg, ein Kulturzentrum für Jugendliche und junge Erwachsene, wo wir nach einem Abendessen einen geselligen gemeinsamen Abend verbrachten.

Am Donnerstag gingen wir in die internationale Akademie Nürnberger Prinzipien. Dort hörten wir einen Vortrag von Prof. Dr. Safferling, Spezialist für Strafrecht und internationales Recht an der FAU-Erlangen-Nürnberg, sowie von Olivier Mannoni, Journalist, Forscher und Neuübersetzer von „Mein Kampf“. Dies markierte den letzten Programmpunkt zu unserem Thema. Wir kehrten anschließend in die Unterkunft zurück, um dort gemeinsam ein Mittagessen, bestehend aus Flammkuchen, Salat, Obstsalat und kleinen Zimtschnecken, zuzubereiten. Am Nachmittag fuhren wir in die Nürnberger Innenstadt, wo wir Freizeit hatten und etwas durch die Stadt bummeln konnten, bevor es für das Abendessen wieder in die Unterkunft zurück ging, wo wir danach den Abend mit Karaoke und Spielen ausklingen ließen. Am Freitag stand bereits früh am Morgen die Abreise an.

Wir blicken auf eine sehr erkenntnisreiche, abwechslungsreiche und interessante Woche voller neuer Eindrücke und Begegnungen zurück, in der wir trotz langem Programm (oft bis 22 Uhr) nie den Spaß verloren haben und viele schöne Erinnerungen gesammelt haben. Wir möchten uns deshalb herzlich beim deutsch-französischen Institut und beim Ohm Gymnasium Erlangen für Organisation und Betreuung und bei der Nationalen André-Maginot-Föderation für die finanzielle Unterstützung bedanken. Es gab sogar schon erste Überlegungen, ob wir das ganze mit den gleichen Personen nächstes Jahr nochmal machen. Fest steht, wenn ihr AbiBac macht/machen wollt und sich die Möglichkeit auf so etwas bietet, zögert nicht und nutzt sie. Es lohnt sich!
Larissa Reiswich und Florian Dworschak, 11b