Alpenüberquerung – ein Begriff bei dem es vielen Wanderen sofort in den Beinen kribbelt, aber bei etlichen davon steht er noch auf der persönlichen to-do-Liste. Die Teilnehmer des diesjährigen Wahlfachs “Alpencross” erleben in den kommenden sieben Tagen den Mythos “Alpenüberquerung”. Ihre Erlebnisse verfassen sie in diesem Blog
Tag 7:
Der letzte Tag unserer Alpenüberquerung begann früh. Schon um 6:00 Uhr klingelte der Wecker, bevor wir uns um 6:30 Uhr beim Frühstück für die bevorstehende Etappe stärkten. Pünktlich um 7:30 Uhr machten wir uns auf den Weg.
Zunächst führte uns der Weg leicht bergauf durch ein beeindruckendes Tal, das von hohen Bergen und weiten Geröllfeldern umgeben war. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Martin-Busch-Hütte, wo wir eine kurze Pause einlegten, bevor es weiter Richtung Similaunhütte ging. Je höher wir kamen, desto steiler wurde der Weg. Starker Wind und immer wieder leichter Nieselregen erschwerten unsere Wanderung jedoch kaum. Schließlich erreichten wir den höchsten Punkt unserer Alpenüberquerung auf über 3.000 Metern.
Auf der Similaun-Hütte haben wir eine saftige Portion Spagetti genossen.
Von dort begann der letzte große Abstieg.
Zunächst ging es steil bergab, später wurde der Weg deutlich flacher. Wahrend des Abstiegs wurde es immer wärmer und schon bald konnten wir den türkisfarbenen Vernagt-Stausee vor uns sehen.
An einer Hütte oberhalb des Sees machten wir unsere letzte gemeinsame Pause. Dort freuten uns natürlich darüber, dass wir die sechstägige Alpenüberquerung erfolgreich gemeistert hatten. Zur Feier des Tages spendierten uns unsere Lehrer noch ein Getränk.
Nach einer erholsamen Pause liefen wir gemeinsam zur Bushaltestelle. Mit Musik, die wir selbst auswählen durften, ging es schließlich nach Meran. Dort bezogen wir unsere Jugendherberge und ließen den letzten Abend der Reise in einer Pizzeria gemütlich ausklingen.
Tag 6:
Der 6. Tag begann nach einer ruhigen Nacht auf der Braunschweiger Hütte. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung Sölden. Zunächst führte unsere Route über das Pitztaler Jöchl, von wo aus wir noch einmal einen beeindruckenden Blick auf die umliegende Berglandschaft genießen konnten.
Anschließend erreichten wir das Skigebiet von Sölden. Dort wartete bereits der Bus auf uns, dessen Fahrer wir natürlich nur mit guter Laune – und nicht wirklich mit Bestechung – dazu brachten, uns durch den Tunnel zu fahren. So konnten wir uns einen längeren Fußmarsch ersparen und unsere Tour entspannt fortsetzen.
Nach der Busfahrt wanderten wir über einen Panoramaweg weiter. Dabei genossen wir die herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge. Wie so oft bildeten sich unterwegs kleinere Gruppen, sodass einige Schülerinnen und Schüler deutlich schneller unterwegs waren als andere. Am vereinbarten Treffpunkt fanden schließlich aber alle wieder zusammen.
Am Nachmittag erreichten wir Vent. Dort kehrten wir zunächst im Restaurant Weißkugel ein, wo wir gemeinsam aßen. Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, in einem nahegelegenen Geschäft noch Proviant für die bevorstehende Wanderung am nächsten Tag einzukaufen.
Danach machten wir uns auf den kurzen Weg zu unserem Hotel Gstein. Dort gingen wir auf unsere Zimmer und machten es uns nach dem langen Tag erst einmal gemütlich. Am Abend wurden wir schließlich mit einem leckeren Vier-Gänge-Menü verwöhnt, das den perfekten Abschluss eines abwechslungsreichen Tages bildete.
Den restlichen Abend ließen wir entspannt und in ruhiger Atmosphäre ausklingen, bevor wir uns auf die nächste Etappe unserer Alpenüberquerung freuten
Justice und Bastien
Tag 5:
Der 5. Tag startete nach einer sehr erholsamen Nacht im Auszeithaus um 7 Uhr morgens. Nachdem sich alle fertig gemacht hatten, verabschiedeten wir uns von unserem netten Gastgeber Franz. Um 8:30 Uhr wurden wir mit einem Privatshuttle ins Tal zu einem Supermarkt gefahren, wo wir unser Frühstück sowie die Verpflegung für den anstehenden Tag besorgen konnten. Danach ging es weiter zur Mittelstation des Pitztaler Gletschers, wo unsere heutige Tour – die sogenannte Königsetappe – beginnen sollte.
Vor Ort stärkten wir uns zunächst mit unserem Frühstück. Anschließend machten wir uns auf den Sagenweg, der für eine entspannte Atmosphäre sorgte und uns gleichzeitig einen Ausblick auf das bevorstehende „Übel“ bot: einen vierstündigen Anstieg entlang einer steilen Felswand.
Jedoch stellte sich heraus, dass der Anstieg von unten deutlich schlimmer aussah, als er tatsächlich war. Unser Weg führte über felsige Pfade, die an manchen Stellen sogar an einen Klettersteig erinnerten. Außerdem hatten wir die ganze Zeit über einen wunderschönen Ausblick auf das zuvor durchquerte Pitztal, der uns von den Anstrengungen ablenkte.
Während unserer Mittagspause trafen wir auf fünf besondere Frauen, die ebenfalls auf dem E5 unterwegs waren und sofort für gute Stimmung sorgten. Sie stellten sich uns als die „frechen Weiber aus Münster“ vor.
Danach machten wir uns an das letzte Viertel unserer heutigen Königsetappe, bei der viele an ihre Grenzen stießen. Doch all die Strapazen waren schnell vergessen, als wir das Glück hatten, ein paar putzige Murmeltiere aus nächster Nähe zu beobachten. Gegen Ende kam schließlich auch die Braunschweiger Hütte, auf der wir die Nacht verbringen durften, in Sicht. Das sorgte noch einmal für zusätzliche Motivation beim Endspurt.
Auf der Hütte angekommen, bezogen wir zunächst unser Gemeinschaftslager und konnten uns anschließend etwas entspannen. Später kamen einige von uns auf die Idee, in einem Gletschersee eisbaden zu gehen. Zuerst wagten sich einige ohne Lehrer ins eiskalte Wasser – eine sehr belebende Erfahrung. Kurz darauf stießen auch Tobi und Thomas dazu, die sich zum ersten Mal seit Beginn der Alpenüberquerungsreihe ebenfalls in den See trauten.
Danach gab es erst einmal eine kleine Stärkung – zum Beispiel die speziellen Hüttenpommes oder einen Kaiserschmarrn. Auch das eine oder andere alkoholische Getränk war heute erlaubt, schließlich hatten wir alle den Aufstieg gemeistert.
Am Nachmittag saßen wir gemeinsam auf der Außenterrasse und ließen es uns nach dem anstrengenden Tag gut gehen. Natürlich wurden dabei auch einige Kartenspiele gespielt. Außerdem sprachen wir über den 18. Geburtstag von Silas, zu dem alle herzlich eingeladen sind, die diesen Blog täglich lesen.
Zum Abendessen gab es All-you-can-eat-Gyros mit Kartoffeln und leckeren Beilagen.
Als Abschluss des Abends sangen wir Tobi Reinauer lieblich in den Schlaf.
Isabel und Charlotte
Tag 4:
Unser Tag begann bereits um 6:00 Uhr. Nach einer etwas chaotischen Nacht im Gemeinschaftslager machten wir uns fertig und starteten um 7:00 Uhr nach dem Frühstück unsere Wanderung.
Zu Beginn begleiteten uns beeindruckende Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Anschließend führte der Weg rund zwei Stunden bergab. Unterwegs liefen wir durch Wolken und begegneten mehreren Feuersalamandern. Nach kurzer Zeit setzte leichter Regen ein, sodass wir unsere Regenjacken und Rucksacküberzüge anzogen. Der Regen begleitete uns bis ins Tal.
Von dort fuhren wir mit dem Bus zum Bahnhof und weiter nach Imst im Piztaal. Nach einer Stärkung bei McDonald’s und dem Einkauf von Proviant Billa ging es mit dem Zug zur nächsten Etappe. Von der Haltestelle aus führte unser Weg zunächst über eine Straße und später durch den Wald bergauf.
Ein besonderes Highlight war die Aussichtsplattform „Adlerhorst“. Nach dem steilen Aufstieg wurden wir mit einem beeindruckenden Ausblick belohnt. Der Gitterboden der Plattform erforderte zwar etwas Überwindung, doch die Aussicht war jede Überwindung wert.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich das Auszeithaus von Franz. Nach der herzlichen Begrüßung bezogen wir unsere Schlafplätze und kochten gemeinsam Nudeln mit Tomatensoße. Den Abend ließen wir anschließend gemeinsam beim Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen England und Argentinien ausklingen, bevor wir den ereignisreichen Tag gemütlich beendeten.
Tag 3:
Nach einer erholsamen Nacht, in der wir gut geschlafen und neue Energie getankt hatten, starteten wir motiviert in den neuen Tag. Zu Beginn herrschte hervorragendes Wanderwetter. Anschließend machten wir uns auf den Weg in das nahegelegene Dorf Holzgau, das wir nach einer kurzen Wanderung erreichten. Dort nutzten wir die Gelegenheit, uns mit ausreichend Proviant für den bevorstehenden Tag einzudecken.
Gut ausgerüstet fuhren wir, mit einem wahnsinnigen Busfahrer, der mit gefühlt 70 km/h durch die Kurven einer engen Bergstraße fuhr, zu dem Ausgangspunkt unserer eigentlichen Wanderung. Zunächst führte uns der Weg über schöne, sonnige und angenehm zu gehende Pfade, die sich mit leichten An- und Abstiegen abwechselten. Nach einiger Zeit erreichten wir jedoch den Punkt, an dem die Tour deutlich anspruchsvoller wurde. Von dort an ging es über steile Wege stetig bergauf, von dem nahenden Gewitter wurden wir jedoch verschont. Auf dem Weg begegneten wir einigen Tieren, wie Pferden, Kühen und Schafen.
Schritt für Schritt arbeiteten wir uns durch das anspruchsvolle Gelände, bis wir schließlich das Flarschjoch auf einer Höhe von 2.464 Metern erreichten. Dieser Abschnitt verlangte uns einiges ab, dabei bleib die Motivation jedoch die ganze Zeit oben. Tobi Reinauer’s Weisheit des Tages „Stress nicht so sehr, sonst bekommst du nie eine Freundin“ beschrieb unsere derzeitige Stimmung sehr gut. An diesem Punkt sorgte auch noch eine kleine Besonderheit für gute Stimmung: Es wurde uns erlaubt die Lehrkräfte zu dutzen.
Nach einem letzten Abstieg über einige Höhenmeter erreichten wir schließlich die Ansbacher Hütte. Dort stärkten wir uns mit einem köstlichen Kaiserschmarrn, der nach den Strapazen besonders gut schmeckte. Den Abend ließen wir schließlich bei mehreren unterhaltsamen Runden Schafkopf ausklingen, bevor wir alle müde, aber zufrieden in unsere Betten fielen.
Tag 2:
Nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück in Oberstdorf brachte uns der Bus pünktlich um 8:00 Uhr nach Spielmannsau, wo unsere Wanderung begann. Bei strahlendem Sonnenschein (Anfangs noch Schattig) und perfekten Wanderbedingungen machten wir uns auf den Weg zur Kemptner Hütte. Die rund 1.200 Höhenmeter verlangten uns einiges ab, doch die beeindruckende Berglandschaft und die tolle Stimmung in der Gruppe machten den Aufstieg zu einem echten Erlebnis.
Nach knapp drei Stunden und einer glorreichen Entdeckung von Murmeltieren erreichten wir die Kemptner Hütte, wo wir uns mit Rostbratwürsten, Apfelstrudel und weiteren leckeren Gerichten stärkten. Anschließend wanderten wir weiter über die österreichische Grenze und kämpften uns den abwechslungsreichen Abstieg hinunter. Ein besonderes Highlight war die eiskalte Gumpe, in der wir uns alle gemeinsam abkühlten, bevor wir schließlich die Hängebrücke bei Holzgau erreichten. Nach der Hängebrücke ging es weiter ins Tal. Dort kauften wir für das Abendessen ein, das unser Kochteam anschließend für die ganze Gruppe zubereitete. Satt, Zufrieden und Erschöpft lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen bei Werwolf und Schafkopf.
Tag 1: Anreise nach Oberstdorf
Endlich ging es los! Am ersten Tag unserer Alpenüberquerung trafen wir uns um 12:15 Uhr am Bahnhof in Bamberg, voller Vorfreude auf die kommenden Tage. Von dort aus startete unsere Reise mit dem Zug über Nürnberg, Treuchtlingen, Donauwörth und Ulm bis nach Oberstdorf.
Schon auf der ersten Zugfahrt durften wir die sprichwörtliche „deutsche Freundlichkeit“ erleben: Eine ältere Dame machte uns deutlich, dass unsere großen Rucksäcke ihrer Meinung nach etwas zu viel Platz einnahmen. Damit war für Gesprächsstoff auf der weiteren Fahrt auf jeden Fall gesorgt.
In Nürnberg hatten wir daraufhin genug Umstiegszeit das sich jedoch für den nächsten Umstieg in Treuchtlingen änderte. Es blieben uns nur sieben Minuten, um den Anschlusszug zu erreichen. Bis dahin lief alles nach Plan.
In Zug nach Ulm holte uns dann allerdings die Realität der Deutschen Bahn ein: Eine klassische Verspätung sorgte dafür, dass wir etwas länger als geplant warten mussten. Trotzdem erreichten wir schließlich Oberstdorf, von wo aus uns ein Bus zur Jugendherberge brachte. Nach einem kurzen Fußweg von etwa fünf Minuten hatten wir unser erstes Etappenziel erreicht.
Da das Abendessen in der Jugendherberge bereits vorbei war, hatte unser Lehrer Tobias Reinauer glücklicherweise vorausgedacht und uns schon vorher gefragt, was wir zum Abendessen bestellen möchten. So ließen wir den Anreisetag gemeinsam bei einem leckeren italienischen Essen ausklingen.
Anschließend war der Tag aber noch lange nicht vorbei: Auf dem Programm standen Basketball, Tischtennis, Fußball und sogar eine Partie Schach. Für unseren Lehrer Herrn Platzöder gab es zum Ausklang des Tages ein Glas Rotwein.
Nach der langen Anreise freuten sich alle darauf, endlich ins Bett zu fallen – denn am nächsten Morgen sollte die eigentliche Alpenüberquerung beginnen.