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Covidbedingt konnte in diesem Jahr kein regulärer Schüleraustausch zwischen dem Dientzenhofer-Gymnasium und dem Lycée Foch aus Rodez stattfinden.

So entstand die Idee einer so genannten Drittortbegegnung in Straßburg. Vom 4. bis 8. April 2022 trafen sich rund 50 Schülerinnen und Schüler von beiden Seiten des Rheins mit ihren Lehrkräften in der europäischen Hauptstadt. Das deutsch-französische Treffen war gründlich vorbereitet. Zum einen traten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a schon im Vorfeld mit französischen Austauschpartnern über die sozialen Medien in Kontakt. Zum anderen hatte beide Gruppen interessante Kurzreferate zu verschiedenen Themen vorbereitet. So wurden z.B. Zeitzeugen zu den Anfängen der Partnerschaft zwischen Rodez und Bamberg befragt oder die eigene Schule sowie die Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Spezialitäten der Stadt vorgestellt.

Das Programm vor Ort war breit gefächert. So erkundeten die Gymnasiasten die Altstadt von Straßburg sowie die gotische Kathedrale mit den wunderbaren Glasfenstern und der weltberühmten astronomischen Uhr. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Europaparlaments. Die Schüler lernten in der Theorie die Komplexität der europäischen Gesetzgebung kennen und erlebten in der Praxis eine spannende und vielschichtige Diskussion zum Ukrainekrieg. Den Schrecken des Ersten Weltkriegs folgte die Gruppe auf dem Hartmannswillerkopf. Wegen seiner exponierten Lage auf dem Hauptkamm der Vogesen mit dem weiten Ausblick in das Elsass bis in die Oberrhein-Ebene hinein war der Berg zwischen Deutschen und Franzosen zwischen 1914 und 1918 hart umkämpft. Das dortige im Jahr 2017 neu gestaltete französisch-deutsche Museum ist ein eindrucksvolles Symbol für die Aussöhnung der beiden Nationen.

Natürlich drängte es besonders die französischen Partner auch nach Deutschland. So stand ein Besuch in der badischen Großstadt Freiburg auf dem Programm. Neben der historischen Altstadt beeindruckte die Schüler das so genannte Vauban-Viertel. Dieses nach dem französischen Baumeister von Ludwig XIV. benannte Stadtviertel besticht durch seine außergewöhnliche und weitblickende Ökobilanz. So verpflichten sich die meisten der Bewohner auf den Verzicht eines eigenen Autos und bewohnen Plusenergiehäuser, die mehr Strom erzeugen als sie verbrauchen.

Den großen elsässischen Künstler und Graphiker Tomi Ungerer lernten die Schüler durch den Besuch des nach ihm benannten Museums kennen. Den letzten eindrucksvollen Höhepunkt der Reise bildete der Besuch des Lycée Fustel de Coulanges in Straßburg. Dieses im ehemaligen Jesuitenkolleg untergebrachte Gymnasium feierte pandemiebedingt seinen deutsch-französischen Tag zwar verspätet, aber so, dass die deutsch-französische Schülergruppe daran teilnehmen konnte. Das „Fustel“ ist, wie das Dientzenhofer-Gymnasium auch, eine AbiBac-Schule, das heißt, es kann dort sowohl das französische als auch das deutsche Abitur erworben werden. Erfreulicherweise konnten an dieser Schule auch neun AbiBac-Schülerinnen der Klasse 10b einen zehntägigen Austausch absolvieren. Der Gegenbesuch der Straßburger Schülerinnen am Dientzenhofer-Gymnasium in Bamberg findet in der zweiten Maihälfte statt.

Nein, diese Drittortbegegnung war keine vorgezogene Ferienwoche. Die Schülerinnen und Schüler erweiterten aufgrund des umfassenden Programms ihr Wissen und ihre Kompetenzen in den Fremdsprachen, in Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Kunst und Religion sowie im sozialen Miteinander!

 

RW