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67. Haferkorn-Turnier

Siegerehrung

„Haferkorn“-Siegesjubel pur: Sechs Jahre nach ihrem letzten Erfolg gewannen „Lieblings-Liebige“ zum neunten Mal die begehrte Silberschale. Eingerahmt von den beiden Organisatoren Reinhold Eckert (links) und Bertram Wagner und zusammen mit CG-Schulleiter Thomas Kreutzmann (Mitte) ließen (stehend von links) Benjamin Schmittlutz, Uli Hirmke (4 Punkte im Finale), Maximilian Montag, Dirk Dippold (9), Maximilian Glas, Erik Land (11), Christoph Höning (8) und Patrick Dykes (2) ihrer Titel-Freude freien Lauf.

Foto: Katja Wagner

Die sechs „glorreichen Haferkörner“: Dem DG-Lehrer-Hausmeister-Team gelang im Einlagespiel gegen die CG-Lehrkräfte die sportliche Revanche für die Vorjahres-Niederlage.

Foto: privat

„Lieblings-Liebige“ entthronen Seriensieger „HASSler“

Jede Siegesserie hat bekanntlich einmal ein Ende, so auch die der „HASSler“ (OR-Meister 2009), die letztmals 2019 als Verlierer vom Parkett gingen. Beim Klaus-Haferkorn-Gedächtnisturnier des Clavius- und Dientzenhofer-Gymnasiums fand der sechsmalige Titelträger in den Vorgängern „Lieblings-Liebige“ (2007) seinen Meister. Das Finale der 67. Auflage dieses Traditionsturniers als dem schulischen Basketball-„Mekka“ war der Höhepunkt einer Großveranstaltung mit 64 Begegnungen in neun Stunden, ausgetragen auf acht Spielfeldern. Während es für die Sieger bereits die neunte Siegeszeremonie war, merkte man Thomas Kreutzmann die Premieren-Freude an, als er die Silberschale an Dirk Dippold, der den verhinderten Spielführer Johannes Müller vertrat, überreichte. Mit dem Sieg des OR-Meisters von 2007 wurde nicht nur der Ansturm der jüngeren „Haferkorn“-Klassenmannschaften wieder abgewehrt, sondern auch die Klasse der beiden diesjährigen Finalisten eindrucksvoll untermauert. Anders ausgedrückt: Seit 2014 steht das Duo „HASSler“/„Lieblings-Liebige“ immer ganz oben.

Die über 250 „Haferkörner“, die traditionell am letzten Schultag vor Weihnachten aus allen Himmelsrichtungen an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren, konnten heuer Historisches genießen: Erstmals in den fast sieben Jahrzehnten wurde alle Begegnungen (128 Einsätze) von externen bzw. schulinternen Schiedsrichtern geleitet (so entfielen eigene Einsätze) und dank einer von Peter Heyer installierten App konnte das Turniergeschehen in allen Hallen ergebnismäßig zeitnah verfolgt werden. Dass diese Veranstaltung zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk verläuft, ist nicht nur ein Verdienst der beiden Bert Peßler-Nachfolger Reinhold Eckert und Bertram Wagner, sondern auch den engagierten Sportlehrer-Teams der veranstaltenden Schulen und den Kampfgerichten zu verdanken. Nicht weniger als 40 (!) Anschreiber, Zeitnehmer und Anzeigensteller vertauschten an diesem Tag die Schulbank mit der Sporthalle.

Als geeigneter Appetizer vor dem Endspiel erwies sich wieder das emotionale Lehrer-Einlagespiel. Dabei gelang dem DG-Team die sportliche Revanche souverän (41:16). Simon Schleicher (13) konnte sich als einziger CGler in der Offensive gut durchsetzen, die Sieger waren einfach ausgeglichener besetzt. Neben „MVP“ Christian Lother (12), bestens unterstützt von seinem Hausmeister-Kollegen Max Griebel (9), konnten sich Tobias Günther (9) und Peter Heyer (8) immer wieder durchsetzen.

Das Finale, ausgetragen vor einer rekordverdächtigen stattlichen Zuschauerkulisse und von dem Stamm-SR-Duo Heiner Desch/Jochen Eichhorn souverän geleitet, begann mit einem

minutenlangen Paukenschlag: Beim Titelverteidiger und Favoriten schien der Korb wie vernagelt zu sein und es dauerte bis zur siebten Spielminute, ehe der erste „HASSler“-Korb fiel. 0:13 – ein Alptraum-Start! „Lieblings-Liebige“ konnten von diesem Vorsprung erst einmal bis zur Halbzeit (18:9) zehren. Es dauerte dann aber nicht sehr lange, bis die Fans mit einem Kampf auf Biegen und Brechen belohnt wurden. 20:15, 25:23 – die Partie stand auf des Messers Schneide. Kevin Eichelsdörfer (10 Punkte), Thomas Zenkel (8) und Tim Seidelmann (6) zeigten ihre Klasse, hatten in ein paar Situationen aber nicht das notwendige Quäntchen Glück im Abschluss. Routiniers wie der ehemalige Bundesliga-Center Erik Land und seine Teamkameraden Christoph Höning, Dirk Dippold und Uli Hirmke blieben „cool“, hielten mit hoher Intensität dagegen und sicherten sich den verdienten Sieg (34:27).

Beide Finalisten hatten jeweils einen kritischen Turniermoment zu überstehen: Während der diesjährige „Vize“ im Achtelfinale sich erst in der Overtime gegen die „Astronauten“ (2017 – Mara Edelmann) durchsetzen konnte, rettete den späteren Turniersieger ein wahrer Dreier-Regen nach der Pause (16:21) gegen die „Los Angeles Lechners“ (2018 – Luis Ratschker) vor dem Ausscheiden. Noah Horlamus (13) und Paul Meyer (13) sorgten dafür, dass die „Lieblings-Liebige“ gehörig ins Schwitzen gerieten und nahe am Abgrund standen. Letztlich siegte doch Erfahrung gegen Jugend (41:33).

Nachdem es im anderen Halbfinale eine Neuauflage der „HASSler“ mit den „Üblichen Verdächtigen“ (2011 – Christoph Dippold) gab und im Vorjahr erst eine zweimalige dramatische Verlängerung entschied, schlug der Zeiger diesmal schnell um. Der Spielführer (15) war zu sehr auf sich allein gestellt und so geriet der „HASSler“-Finaleinzug nie ernsthaft in Gefahr (54:21).

Viertelfinale: HASSler – Astronauten 60:56 n.V., Los Angeles Lechners – Die Rüftl 31:18, Lieblings-Liebige – Haferkorn‘s Finest 40:19, Übliche Verdächtige – Drunk and Dunk 26:23

Halbfinale: HASSler – Übliche Verdächtige 54:21, Lieblings-Liebige – Los Angeles Lechners 41:33

Finale: Lieblings-Liebige – HASSler 34:27

Lehrer-Einlagespiel: DG – CG 41:16

Die exakte statistische Auswertung des Turniers unter klaus-haferkornturnier.de

Katja Wagner

„Treffen“ der „Haferkörner“ zum 67. Turnier

Hochstimmung beim traditionellen „Treffen“ der „Haferkörner“ mit dem Höhepunkt Gesangseinlage der „Haferkorn“-Sieger „Lieblings-Liebige“.

Foto: Katja Wagner

„Treffen“ als große Wiedersehensfeier längst Kultstatus

Die sportliche Jagd nach der begehrten Silberschale, die im Georgendamm dem nunmehr neunmaligen Gewinner „Lieblings-Liebige“ des Klaus-Haferkorn-Gedächtnisturniers überreicht wurde, war gerade eine Stunde vorbei, da traf sich die große „Haferkorn“-Familie traditionell im „ausverkauften“ Bootshaus. Immer wieder als „Keimzelle des Bamberger Basketballs“ tituliert, hat das „Treffen“ längst Kultstatus und gleicht keineswegs einer „normalen“ Siegerehrung. Dies lässt sich allein schon mit der einzigartigen statistischen Auswertung aller 2565 Spielbögen seit 1958 und den damit verbundenen Ehrungen und Jubiläen sowie den lyrischen und musikalischen Auftritten des neuen Teilnehmers und des Siegers erklären.

Zwei Jahrzehnte „Haferkorn“ vollendete ein Trio: Werner Kloos („Die Peripheren“), Michael Katz („Die Simulanten“), Markus Lodes („Die Bierologen“). Silbernes 25er-Jubiläum wurde mit einer Medaille bedacht: Anton Goppert („Aireußer“), Timo Fuchs („Die Bierologen“), Daniel Wunderer („Bock-Bier-Boys“), Jan Hornung und Christoph Schmittroth (beide „Die Rüftl“). Sein drittes Jahrzehnt vollendete Rainer Falch („Pharisäer“).

Mit speziell angefertigten Zertifikaten bzw. Statistik-Bänden wurden „Urgesteine“ dieses Traditions-Turniers geehrt: Auf 35 Teilnahmen kann Axel Gerhartz („Anabole Steroide“) zurückblicken. Die „40“ machte Roland Börschel („Aireußer“) voll. Viele „Haferkorn“-Kapitel bei 45 Teilnahmen haben Martin Höning („Die Peripheren“), Robert Heckel und Heinz-Georg Bloß (beide „Aireußer“) geschrieben; dies gilt auch für Franz-Jürgen Melber, Bertram Wagner (beide „Aireußer“), Gerhard Frank sowie Jürgen Kohring (beide „Kuffekl GmbH“), die mit dem unverwechselbaren Zahlenwerk belohnt wurden.

Den Sprung in den „Club der Hunderter“ schafften Gerald Salberg („Aireußer“) und Dirk Dippold („Lieblings-Liebige“). Mit Hans-Jürgen Uch und Rainer Schabacker (beide „Die Peripheren“) gibt es nun zwei weitere „Haferkörner“, die über 200mal auf dem Parkett standen. Rafael Rempe wurde als Mitarbeiter geehrt (25) und Roland Back als Schiedsrichter (40).

Als neuer OR-Meister steht man tagsüber bei der Premiere unter den Körben, abends bekommt man dann die Feuertaufe auf der Bühne vor der versammelten „Haferkorn“-Gemeinde. Die „Drunk and Dunk“-Spieler wählten für ihre Vorstellung die Präsentation mittels Gedichten: Jeweils ein Spieler charakterisierte einen Teamkameraden mit all seinen Stärken und Schwächen. David Dorn und Co. feierten einen gelungenen Einstand.

Da wollten die Sieger 2025 nicht nachstehen: Es bringt die Erfahrung von neun Siegen mit sich, dass „Lieblings-Liebige“ die Klaviatur der Sieger-Aufführung aus dem „Effeff“ beherrschen. Sie ließen jeweils einen Akteur ihrer besiegten Gegner „antanzen“, diese wurden mit Kopfhörer versehen und mussten ihre Gesangskünste zeigen. Mit ihrer Umdichtung des Evergreens „Jingle Bells“ erzeugten die Sieger schließlich vorweihnachtliche Stimmung und Beifallsstürme.

Nach dem 67. Turnier ist der 23. Dezember 2026 bei allen „Haferkörner schon mit „rot“ notiert.

Katja Wagner