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Im Rahmen unseres Geografie-Leistungskurses haben wir das Wasserwerk in Bamberg besucht, wo wir von Frau Claudia Büttner durch die Anlage geführt wurden, um einen Einblick in die Trinkwasserversorgung der Stadt zu bekommen, und erfuhren, wie viel Technik und Organisation nötig sind, damit wir jederzeit sauberes Wasser zur Verfügung haben.

Besonders überraschend war für uns, wie günstig Trinkwasser eigentlich ist. So zahlt man für 10 Liter nur 2 bis 3 Cent. Gleichzeitig verbraucht jede Person im Durchschnitt rund 127 Liter pro Tag. Gerade weil Wasser so billig ist, besteht die Gefahr, dass viele Menschen seinen Wert unterschätzen und deswegen verschwenderisch damit umgehen.

Auch die Geschichte der Wasserversorgung in Bamberg ist interessant. Früher, etwa um 1800, gab es in fast jedem zweiten Haus einen eigenen Brunnen. 1874 wurde dann das erste Wasserwerk gebaut, das mithilfe einer Mühle Wasser in die Stadt pumpte. 1888 kaufte die Stadt das Wasserwerk und seit 1954 kümmern sich die Stadtwerke um die Versorgung Bambergs mit Wasser, Gas und Strom. Heute stammt etwa ein Drittel des Wassers aus dem Lechgebiet, von wo sogenanntes Fernwasser bezogen wird.

Im Wasserwerk wurde uns der Weg der Wasseraufbereitung dann genau erklärt. Das Grundwasser, das dort gefördert wird, ist eigentlich schon sehr sauber, enthält aber Eisen und Mangan. Diese Stoffe sind zwar nicht gesundheitsschädlich, können aber Leitungen angreifen und müssen deshalb entfernt werden. Dafür wird das Wasser erstmal mit Sauerstoff angereichert, wodurch sich die Stoffe absetzen und herausgefiltert werden können. Anschließend durchläuft es große Druckfilter mit Quarzsand, die selbst kleinste Partikel herausfiltern. Bevor das Wasser schließlich in die Haushalte gelangt, wird es mehrfach überprüft und getestet.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Wasserversorgung sind Hochbehälter. Sie speichern Wasser und dienen als Reserve für den Notfall, etwa wenn es zu Störungen oder Verunreinigungen kommt. Außerdem werden sie auch zur Versorgung mit Löschwasser genutzt. Im gesamten Wasserwerk gibt es alle Anlagen doppelt, damit, sollte es zu einem Ausfall kommen, die Wasserversorgung weiterhin gesichert ist.

Rund um die Wassergewinnung spielt auch der Schutz der Natur eine große Rolle. Das Wasserschutzgebiet des Bamberger Wasserwerks ist fast 4000 Hektar groß und in drei Zonen unterteilt, in denen unterschiedliche Schutzmaßnahmen gelten. So soll verhindert werden, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Wir konnten dieses Gebiet aus Zeitgründen leider nur kurz besichtigen, bekamen aber dennoch einen Eindruck davon, wie wichtig dieser Schutz ist.

Neben der Sicherung der Wasserqualität wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet. Es wird viel Geld in die Modernisierung der Anlagen investiert und es gibt Projekte, bei denen schnell wachsende Pflanzen, wie die Balsam-Pappel und die Donau Silphie, angebaut werden. Diese verbessern die Böden und können zur Energiegewinnung genutzt werden. Dabei ist es das Ziel, die Wasserversorgung langfristig umweltfreundlich zu gestalten.

Die Exkursion hat uns deutlich gemacht, dass sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist. Obwohl die Erde oft als blauer Planet bezeichnet wird, ist nur ein sehr kleiner Teil des Wassers tatsächlich als Trinkwasser verfügbar und muss aufwändig aufbereitet werden. Umso wichtiger ist es, verantwortungsvoll damit umzugehen und die natürlichen Ressourcen zu schützen.

Gabriele Görlich